DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

 

Freitag, 24.10.2014

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden

Finanzen: Mini-Barren oder Münzen erscheinen Anlegern als passendes Weihnachtspräsent / Verbraucherschützer ra

Gold – Geschenk mit Risiken

Stuttgart. Stuttgart. In diesem Jahr wird es Weihnachten nicht nur an den Bäumen glitzern, sondern manchmal auch darunter. Goldgeschenke stehen hoch im Kurs. Dabei geht es nicht nur um Schmuck aus Edelmetall, sondern auch um Mini-Barren oder Münzen. Viele Menschen hoffen, dass sie mit einem Goldgeschenk eine solide Wertanlage in unsicheren Zeiten verschenken. Doch Gold ist nicht so sicher, wie sein glänzender Ruf glauben macht.

Dass in Krisenzeiten viele Anleger zum Gold greifen, macht sich auch bei dem Reutlinger Händler Ex Oriente Lux bemerkbar: "Da gibt es einen klaren Trend. Das merken wir schon seit Juli", sagt Unternehmenssprecher Joe Dreixler. Vor allem als Geschenk sei Gold bei den Kunden beliebt: "Viele wollen etwas Wertbeständiges schenken."

Anleger glauben oft, dass sie mit dem Investment nicht viel falsch machen können: Schließlich kauft man Sachwerte und ist vermeintlich vor Inflation und Börsenturbulenzen geschützt. Doch Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt: "Wir sehen das Thema sehr kritisch. Gold ist eine spekulative und riskante Anlage und nicht der sichere Hafen, für den es oft gehalten wird."

Wer Gold kauft, erwirbt gleich mehrere Risiken dazu - zum einen die Preisentwicklung. "Der Goldpreis ist in Zeiten von Inflation oder anderen Krisen keineswegs immer gestiegen. Teilweise mussten Anleger auch in diesen Zeiten deutliche Verluste hinnehmen", erklärt Oelmann.

Dass der Goldpreis auch in Krisenzeiten deutlichen Turbulenzen ausgesetzt ist, konnten Anleger erst im Sommer spüren. "Wir waren über 1900 US-Dollar und im Tief bei 1500 US-Dollar - und das alles in einem Zeitraum von drei bis vier Wochen", berichtet Gabor Vogel, Rohstoff-Analyst bei der Frankfurter DZ-Bank.

Der Experte rechnet allerdings langfristig mit einem Anstieg der Goldpreise. Die europäische Schuldenkrise sei aber nicht unbedingt ein Garant für anziehende Preise, ganz im Gegenteil, erklärt der Experte: "Wenn sich die Krise dramatisch zuspitzen sollte, kann der Preis auch sinken."

Gerade der Kauf kleiner Mengen bringt einen weiteren Nachteil mit sich, wie Verbraucherschützerin Oelmann erklärt: "Der Kauf von Gold ist mit hohen Kosten verbunden. Diese Kosten sind umso höher, je kleiner das gekaufte Goldstück ist." Sie sieht daher vor allem den Verkauf von kleinen Ein-Gramm-Stücken kritisch.

Weil Gold in US-Dollar gehandelt wird, kommt für Anleger auch noch das Währungsrisiko hinzu. "Wird der Dollar abgewertet, ergeben sich beim Wiederverkauf von Gold Nachteile für den Anleger, weil er weniger Euro für den Dollar bekommt", erklärt Oelmann: "In diesem Fall können unter Umständen Verluste auftreten, obwohl der Goldkurs in Dollar gestiegen ist."

Goldkäufer müssen sich zudem um die Aufbewahrung ihrer wertvollen Münzen und Barren kümmern. "Das teure Edelmetall zu Hause im Wäscheschrank zu lagern, bedeutet ein hohes Risiko und ist nicht zu empfehlen", meint Verbraucherschützerin Oelmann. Sinnvoller sei es, Gold in einem Schließfach in der Bank aufzubewahren. Wer sich für ein Gold-Investment entscheidet, sollte dies außerdem nicht als kurzfristige Anlage sehen. Nach Meinung von Verbraucherschützerin Oelmann ist etwas Gold lediglich als kleiner Teil der Gesamtanlage denkbar: "Das sollte sich aber höchstens im einstelligen Prozentbereich bewegen." (dpa)

© Mannheimer Morgen, Montag, 16.04.2012
  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden
 

Artikel

Farbenfroh und deftig

Sobald sich die Temperaturen im einstelligen Bereich bewegen, steigt bei vielen Menschen der Appetit auf deftige Kost. Eintöpfe gehören daher auf den herbstlichen Speiseplan. Kürbis, Kohl und Knollengemüse liefern reichlich Material dafür. [mehr]

 

DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR