DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

 

Dienstag, 02.09.2014

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden

Finanzen: Tipps für Berufstätige, wenn Nachwuchs ins Haus steht / Rechtzeitig an Anträge denken

Mindestens 300 Euro Elterngeld

Für viele eine willkommene Unterstützung des Staates: Grundsätzlich alle Eltern haben Anspruch auf Elterngeld.

© dpa

Berlin. Vor dem ersten Kind kennen die meisten Paare die Begriffe Elterngeld und Elternzeit zwar schon. Doch was genau verbirgt sich dahinter? Wie läuft es mit den Anträgen? Folgend die wichtigsten Infos.

Elterngeld und Elternzeit: Was ist was?

Das Elterngeld ist eine finanzielle Unterstützung vom Staat. Anspruch hat grundsätzlich jeder, der Nachwuchs bekommt. Das Thema Elternzeit beschäftigt dagegen nur angestellte Arbeitnehmer. Ihnen gibt der Gesetzgeber das Recht, nach der Geburt des Kindes ihr Arbeitsverhältnis für eine bestimmte Zeit ruhen zu lassen.

Wie hoch ist das Elterngeld eigentlich?

Der Mindestbetrag beim Elterngeld liegt bei 300 Euro pro Monat. Voraussetzung ist allerdings, dass die Eltern das Kind selbst betreuen und die Person, die Elterngeld bezieht, nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeitet. Wer die Erwerbstätigkeit für die Kinderbetreuung unterbricht, erhält 67 Prozent des in den zwölf Kalendermonaten vor dem Monat der Geburt des Kindes durchschnittlich erzielten monatlichen Einkommens, bis zu einem Höchstbetrag von 1800 Euro monatlich.

Wie lange zahlt der Staat Elterngeld?

Das Elterngeld wird für maximal 14 Monate gezahlt. Alleinerziehende bekommen das Geld in der Regel unproblematisch für diesen Zeitraum. Bei Paaren sieht der Gesetzgeber eine Besonderheit vor: Sie bekommen die staatliche Leistung nur dann für 14 Monate, wenn beide Elternteile Elternzeit nehmen. Sprich: Setzt etwa nur die Mutter von ihrem Job aus, zahlt der Staat höchstens für 12 Monate Elterngeld. Nur wenn auch der Vater für mindestens zwei Monate Elternzeit nimmt, bekommt das Paar die Unterstützung für 14 Monate.

Wo muss das Elterngeld beantragt werden?

Das Elterngeld muss bei der sogenannten Elterngeldstelle beantragt werden. "Häufig ist die Elterngeldstelle bei den Jugendämtern angesiedelt", sagt Friedrun Bastkowski vom Berliner Verein Kobra, der Frauen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie berät. Das sei jedoch von Bundesland zu Bundesland verschieden. Es lässt sich jedoch leicht mit einem Anruf bei der Stadt oder auf der entsprechenden Seite im Internet herausfinden. Für den Antrag müssen Eltern ein Formblatt ausfüllen.

Wann muss das Elterngeld beantragt werden?

Das Elterngeld können Mütter und Väter erst beantragen, wenn der Nachwuchs auf der Welt ist. Dann muss der Antrag bei der Elterngeldstelle innerhalb von drei Monaten eingehen. Das Geld wird auch rückwirkend gezahlt.

Und wo und wann muss Elternzeit beantragt werden?

Elternzeit beantragen Arbeitnehmer bei ihrem Arbeitgeber. "Der Antrag muss diesem spätestens sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit vorliegen", sagt Bastkowski. Das bedeutet, dass Frauen ihren Antrag spätestens eine Woche nach der Geburt einreichen müssen. Denn sie genießen acht Wochen nach der Geburt noch Mutterschutz. Die Elternzeit beginnt damit frühestens in der achten Woche nach der Geburt. Wollen Väter unmittelbar nach der Geburt Elternzeit nehmen, müssen sie ihren Antrag sieben Wochen vor dem Geburtstermin einreichen.

Wie muss der Antrag genau aussehen?

Der Antrag sollte den Briefkopf enthalten, eine Anrede sowie den Zeitraum mit genauem Datum, von wann bis wann Arbeitnehmer Elternzeit nehmen wollen. Der Arbeitgeber kann den Antrag des Arbeitnehmers nicht ablehnen. Denn der Arbeitnehmer hat einen gesetzlichen Anspruch auf Elternzeit.

Wie lange können Beschäftigte Elternzeit nehmen?

Vater und Mutter können ihr Arbeitsverhältnis jeweils für maximal drei Jahre ruhen lassen. In dieser Zeit können sie nur in Ausnahmesituationen - etwa im Fall einer Insolvenz - gekündigt werden. Bei der Beantragung der Elternzeit müssen sie sich festlegen, wie sie die zwei Jahre nach Beginn der Elternzeit gestalten wollen: So müssen sie dem Arbeitgeber zum Beispiel sagen, ob sie etwa zwei Jahre pausieren wollen oder nur eines und dann etwa Teilzeit arbeiten möchten. Von der Festlegung für die zwei Jahre können Arbeitnehmer nur wieder abweichen, wenn der Arbeitgeber zustimmt. Angehende Eltern sollten sich daher vorab gut überlegen, was sie beantragen. Nach dem Ablauf des zweiten Jahres können Eltern sich dann entscheiden, ob sie noch ein drittes Jahr Elternzeit nehmen wollen. dpa

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 08.05.2012
  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden
 

Artikel

Delikatessen aus dem Glas

Wenn Äpfel, Birnen, Pflaumen und viele weitere Früchte gleichzeitig reif sind, weiß manch ein Gartenbesitzer nicht, wohin mit der reichen Ernte. Dann sind Konservierungsmethoden aller Art gefragt, zum Beispiel das klassische Einkochen: Früchte werden mit Zuckerwasser in verschlossenen Gläsern auf… [mehr]

 

DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR