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Prämien: Vor allem große Konzerne sparen durch Mitarbeiterideen oft hohe Summen – und honorieren das mit Extrageld

Viele Firmen belohnen Tipps

Mitarbeiter bei Daimler - hier ein Bild aus der Produktion - reichten im Jahr 2011 rund 77 000 Vorschläge ein. Auch in Mannheim gab es Prämien.

©  dpa

Stuttgart. Pfiffige Mitarbeiter helfen den großen Konzernen regelmäßig, Millionen von Euro einzusparen - und als Lohn für diese guten Vorschläge winken den Ideengebern teilweise satte Prämien. Für die Firmen geht es jedes Jahr um viele Millionen Euro mögliche Gewinnverbesserung. Aus Sicht der Mitarbeiter ist bei der Belohnung manchmal ein Jahresgehalt und mehr drin. Manche Firmen stellen für clevere Tipps sechsstellige Summen in Aussicht. Die üppigen Sonderzahlungen sind nur fair: Denn nicht selten legt schon eine einzige Idee millionenschwere Sparmöglichkeiten offen.

Das Thema ist längst ein Faktor für mehr Wirtschaftlichkeit. Beispiele aus der Praxis: Beim Autobauer Daimler gab es im vergangenen Jahr 77 000 Verbesserungsvorschläge, wovon fast jeder zweite (44 Prozent) umgesetzt wurde. Das Unternehmen sparte damit mehr als 68 Millionen Euro und schüttete 17 Millionen Euro an Prämien aus.

Daimlers Personalvorstand und Arbeitsdirektor Wilfried Porth lobte: "Wir sind stolz auf den Ideenreichtum unserer Mitarbeiter, die in der Tradition unserer Gründerväter Gottlieb Daimler und Carl Benz immer daran tüfteln, Bestehendes noch besser zu machen." Dabei liefern längst nicht nur die Ingenieure gute Geistesblitze - es reicht schon, wenn die Arbeiter über den Tellerrand blicken.

Im Mercedes-Benz-Werk Mannheim etwa wurde bisher Öl, das beim Fräsen und Bohren von Zylinderteilen anfiel, als Altöl entsorgt. Neun Arbeiter schlugen gemeinsam vor, das Altöl zu reinigen. Die Filteranlage dafür gab es schon in einem anderen Bereich. Durch diesen Vorschlag sparte Daimler bereits 2011 rund 218 000 Euro. Jeder der neun Ideengeber erhielt 7200 Euro Prämie. Eine Sprecherin erklärte, die Höchstsumme für einen Tipp sei bei 125 000 Euro gedeckelt und schon mehrmals gezahlt worden. Der Konzern werbe gezielt um Ideen, etwa am Schwarzen Brett, im Intranet, in Hauszeitungen oder auf Betriebsversammlungen.

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen zahlte 2011 rund 3,4 Millionen Euro Belohnungen. Darunter war mit 160 000 Euro eine der höchsten Prämien, die BASF jemals für einen Vorschlag fließen ließ. Diese Prämie ging an drei Mitarbeiter aus Ludwigshafen, die ausgetüftelt hatten, wie bei einem bestimmten chemischen Vorgang die Produktion um tausende Tonnen im Jahr erhöht werden kann. Allein dank dieser einen Idee spart der Konzern 2,6 Millionen Euro im Jahr. 10 000 Vorschläge wurden 2011 umgesetzt - das senke die Kosten um 27 Millionen Euro.

Satte sechs Millionen Euro konnte der Klebstoff- und Waschmittelriese Henkel, der auch einen Standort in Heidelberg hat, im vergangenen Jahr dank Tipps aus der Belegschaft sparen. Mit einer Realisierungsquote von mehr als 60 Prozent setzte die Düsseldorfer Firma mehr als die Hälfte der knapp 5000 Vorschläge um.

Angestellte müssen dabei das Rad nicht unbedingt neu erfinden, um ihren Arbeitgeber kreativ zu unterstützen. Henkel-Mitarbeiter mussten beispielsweise früher in der Waschmittelproduktion einen Sprühturm mit Druckluft ausblasen und anschließend mit Frischwasser spülen. Dann kam der Vorschlag, auf die Druckluft ganz einfach zu verzichten und den Turm mit Spülwasser zu säubern. Die Idee sparte nicht nur vier Stunden Reinigungszeit und große Mengen des früher genutzten Frischwassers, sondern auch Kosten im sechsstelligen Bereich.

Nicht alle Unternehmen belohnen übrigens mit Geld. Adidas honoriert Tipps beispielsweise mit einer Reise nach London zu den Olympischen Spielen. "Je mehr man die Mitarbeiter einbezieht, desto mehr fühlen sie sich im Betrieb dazugehörig", sagt eine Sprecherin. dpa

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 10.04.2012
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