Die S-Bahn verkehrt bis auf Weiteres nur eingleisig: Bei Bahnkilometer 72,9 (linkes Bild), hundert Meter vor dem Einfahrsignal von Oberschefflenz nach Seckach, ist die Bahnstrecke an einem Damm unterspült. Deshalb ist die Strecke einseitig gesperrt. Zwar sollten die Arbeiten ursprünglich nur bis zum Wochenende dauern, werden sich aber vermutlich länger hinziehen, wie Bahnbedienstete erklärten.
© Gabriel Schwab
Seckach/Osterburken.
Bei Bahnkilometer 72,9, kurz von der Einfahrt von Oberschefflenz in Richtung Seckach, ist die Bahnstrecke einseitig wegen eines unterspülten Dammes gesperrt (die FN berichteten). Zunächst wurde die Dauer der Sperrung bis zum letzten Wochenende geschätzt. Ein Ende ist zurzeit jedoch noch nicht in Sicht.
In einer Presseerklärung der Bahn heißt es dazu, dass zur dauerhaften Behebung des Schadens mehrere Schritte in zeitweiser Komplettsperrung der Strecke erforderlich seien.
Bohrungen werden durchgeführt
Zur Analyse des Problems werden nach Aussage des Fahrdienstleiters in Neckarelz, Martin Krimmer, ab Montag Probebohrungen und geologische Untersuchungen durchgeführt.
"Das Befahren der Strecke ist zum jetzigen Zeitpunkt komplett unmöglich, da die Schienen nicht stand halten würden", erläutert der Fahrdienstleiter weiter. Die Bohrungen in beiden Gleisen reichen bis in 15 Meter Tiefe.
Dies sei Voraussetzung zur Erstellung des Bodengutachtens als Grundlage für ein Sicherungskonzept. Zusätzlich werde das Gleis Osterburken-Mosbach-Neckarelz für den weiteren Betrieb stabilisiert. "Dazu muss die Strecke Mosbach-Seckach für zwei Wochen komplett gesperrt werden", heißt es in der Presseerklärung der Deutschen Bahn.
"Die Sperrung wird ab Montag 14 Tage andauern und sich auf beide Gleise ausweiten", weiß auch der Seckacher Bürgermeister Thomas Ludwig.
Ersatzbusse im Einsatz
Die Bahn setzt jetzt Ersatzbusse ein. Von Montag, 18. Februar, bis voraussichtlich 3. März gelten folgende Regelungen:
Alle Züge der S-Bahn-Linie 1 werden in beiden Richtungen zwischen Mosbach und Osterburken durch Busse ersetzt. Die Fahrzeit verlängert sich dadurch um rund 15 Minuten.
In Mosbach sind die Anschlüsse zwischen dem Ersatzverkehr und den Zügen in und aus Richtung Heidelberg/Mannheim gesichert.
"Die direkten Anschlüsse in Seckach Richtung Walldürn und in Osterburken nach Lauda und Würzburg können leider nicht gehalten werden", so Martin Schmolke, Sprecher der DB Baden-Württemberg.
Die Übergangszeiten auf Anschlusszüge in Seckach und Osterburken könnten sich auf bis zu 50 Minuten belaufen.
Viele Schüler betroffen
Betroffen sind unter anderem Schüler folgender Schulen: Eckenberg-Gymnasium Adelsheim, Realschule Osterburken, Ganztagsgymnasium Osterburken, Astrid Lindgren-Schule Bofsheim sowie einige Grundschüler aus Zimmern.
Bodengutachten notwendig
Für einzelne Züge, die insbesondere im Schülerverkehr genutzt werden, besteht montags bis freitags ein zusätzlicher Ersatzverkehr mit mehreren Bussen, beginnend an verschiedenen Abfahrtsbahnhöfen. Details dazu seien in den Fahrplantabellen enthalten.
Zwischen dem 4. März und Mitte Mai erfolge der Betrieb voraussichtlich eingleisig. "In dieser zweiten Phase wird das Bodengutachten erstellt und ausgewertet sowie die Vorbereitungen zur Beseitigung der Böschungsrutschung getroffen", schreiben die DB-Verantwortlichen in ihrer Presseerklärung.
Eingeschränkter Bahnverkehr
Nach Einschätzung der Fachleute ist in diesem Zeitraum nach jetzigem Sachstand ein eingeschränkter Bahnverkehr auf einem Gleis wieder möglich.
Abhängig vom Ergebnis des Gutachtens finden ab voraussichtlich Mitte Mai Arbeiten zur Dammsicherung statt. Dazu muss die Strecke voraussichtlich mehrere Wochen gesperrt werden.
Über den genauen Zeitpunkt für den Beginn der Arbeiten, die Dauer der Sperrung sowie das Betriebskonzept will die Bahn ihre Kunden rechtzeitig informieren. GS/dani