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Ökumenischer Pfarrkonvent: „Kirche und Tourismus im Lieblichen Taubertal“ als Hauptthema / Eine von drei Projektstellen im Land

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Archiv-Artikel vom Freitag, den 15.02.2013

Das Thema "Kirche und Touristik" wurde im Rahmen eines ökumenischen Pfarrkonvents lebhaft diskutiert. Das Liebliche Taubertal ist eine von drei Projektstellen zum diesem Thema in Baden-Württemberg.

© dpa

Tauberbischofsheim. Rund 40 Evangelische und Katholische Pfarrer sowie weitere kirchliche Mitarbeiter diskutierten lebhaft im Evagelischen Gemeindehaus in Tauberbischofsheim über das Thema "Kirche und Touristik" im Lieblichen Taubertal.

Insgesamt hat die Evangelische Landeskirche in Baden drei Projektstellen eingerichtet, in denen Pfarrer und Gemeindediakone kirchliche Angebote für Touristen weiter entwickeln. Neben der Bodenseeregion und dem Schwarzwald ist auch das Liebliche Taubertal ausgesucht worden.

Hier arbeitet die evangelische Pfarrerin Heike Kuhn als Projektleiterin "Kirche und Tourismus im Lieblichen Taubertal" zusammen mit den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden sowie den Tourismusverbänden an Angeboten für Touristen. Heike Kuhn lobte ausdrücklich die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband "Liebliches Taubertal". Das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt soll in allen drei Regionen der Landeskirche bleibende Strukturen schaffen.

Der Nachmittag startete mit einem Impulsreferat von Oberkirchenrat Dr. Matthias Kreplin, Leiter des Ressorts Verkündigung im Evangelischen Oberkirchenrat Karlsruhe. Er machte deutlich, dass die Kirche mit Angeboten für Touristen Menschen erreicht, die sonst oft keine kirchlichen Angebote wahrnehmen. "Viele Touristen sind auf religiöse Fragen im Urlaub stärker ansprechbar als zu Hause. Im Urlaub haben Menschen mehr Zeit und eine erhöhte Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen. Und Kirchen sind häufig auch touristisch interessante Stätten."

Anschließend stellte Kreplin dar, was bei kirchlichen Angeboten für Touristen zu beachten ist. Die kirchlichen Angebote sollten an den Bedürfnissen der Touristen orientiert sein, denn die Touristen wollen primär die Gegend und deren Geschichte kennenlernen, Gemeinschaft erleben, berührt oder unterhalten werden. Ebenso sollen kirchliche Angebote ohne hohen Aufwand gefunden werden und dabei spielt auch eine gute Werbung eine wichtige Rolle.

Schließlich ist es Kreplin wichtig, dass Angebote für Touristen ein religiöses Profil haben. "Sie dürfen nicht rein historisch oder ästhetisch ausgerichtet sein, sondern müssen ein Stück Evangelium aufleuchten lassen. Also nicht einfach eine historische Kirchenführung anbieten, sondern eine Kirchenführung mit spirituellen Impulsen."

Beim Thema Kirche und Tourismus wird auch immer wieder die Frage gestellt, was denn die Kirchengemeinden von diesen zusätzlichen Angeboten haben. Hierzu bezieht Kreplin klar Stellung: "Unsere missionarischen Impulse dürfen nicht davon motiviert sein, dass wir selbst etwas davon haben, sondern es muss uns um die Menschen um ihrer selbst willen gehen." Trotzdem werden die beteiligten Kirchengemeinden laut Kreplin ebenfalls von den Angeboten profitieren. "Sie werden lebendiger, wo sie sich in einem Dienst für andere engagieren. Für die Arbeit mit Touristen können manchmal auch noch ganz neue Mitarbeiter gewonnen werden, die für andere Angebotsfelder einer Gemeinde nicht ansprechbar sind."

Heike Kuhn berichtete dann von konkreten Schritten in der hiesigen Region. Hier sollen die Kirchen am beliebten Radweg "Der Klassiker" von Freudenberg nach Rothenburg als Radwegkirchen deklariert werden. Die am "Klassiker" befindlichen Kirchen sollen den Radfahrern offen stehen und die Möglichkeit des körperlichen und auch des geistlichen Auftankens ermöglichen. Neben Getränken und Obst sollen auch meditative Texte bereitliegen und vielleicht findet man auch einen Mitarbeiter aus der Kirchengemeinde für ein Gespräch. Ganz praktische Dinge wie Flickzeug und eine Handyaufladestation sind auch vorgesehen.

Mit all diesen Komponenten kann "der Klassiker" vielleicht schon im Jahre 2014 zum Pilgerradweg werden so Kuhn. Als weiterer Schritt wird ein Flyer mit dem Titel "Kirche am Weg" zusammen mit dem Tourismusverband "Liebliches Taubertal" in Kürze veröffentlicht. Insgesamt 15 evangelische und katholische Kirchengemeinden haben bereits ihr Interesse als Radwegkirche signalisiert. Es soll auch ein regionaler Arbeitskreis aus Vertretern der Evangelischen und Katholischen Kirche sowie den Tourismusverbänden gegründet werden, der die Arbeit begleitet. Die Tourismusverbände sind beim Thema "Kirche und Tourismus im Lieblichen Taubertal" laut Kuhn sehr offen und kooperationsbereit.

Neben den beiden Impulsen von Kreplin und Kuhn gab es noch ausreichend Gelegenheit an den Tischen, über eigene Erfahrungen von Kirche und Tourismus ins Gespräch zu kommen. Es wurden auch unter den Vertretern der Gemeinden Kontakte geknüpft und weitere Ideen gesponnen, wie sich Kirche als gute Gastgeberin für Touristen zeigen kann. Auf die Ergebnisse darf man hoffnungsvoll gespannt sein. sb

Freitag, 15.02.2013
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