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Sport aktiv: Bensheimer Adam Schütz kann auf eine bewegte und erfolgreiche Laufbahn zurückblicken

Das Ringen ist athletischer geworden

Von unserem Redaktionsmitglied Ronald Schwinn

Bensheim. Der KSV Bensheim war schon immer ein Sammelbecken vielversprechender und erfolgreicher Talente, die auf den Ringermatten hierzulande viele Titel und Trophäen einheimsten. So sind Athleten wie Cedric Samstag, Lorenz Gölz oder Noah Schäfer auch in die Fußstapfen eines Adam Schütz getreten, der zu den erfolgreichsten Ringern der so lebendigen und traditionsreichen Historie des KSV Bensheim zählt. Allerdings wäre es heute undenkbar, dass die Nachfolger des Beamten bereits als 14-Jährige, wie das bei ihm 1974 der Fall gewesen war, für die erste Garnitur freigemacht würden.

Überhaupt hat sich der Ringsport im Vergleich zu den 70er-, und 80er-Jahren erheblich verändert. Das kann Adam Schütz besonders gut beurteilen. "Die gravierendste Änderung im Ringsport erfolgte meiner Ansicht nach durch die Öffnung der Grenzen, stießen doch Athleten aus der ehemaligen DDR, Russland und Polen hinzu, die dann halt in der Breite eine große Konkurrenz zu den deutschen Ringern darstellten. Deswegen haben sich viele Vereine nach der Wende kostengünstig verstärken können. Vor allem in den höheren Klassen gibt es mehr Ausländer als früher. Da spielt das Geld auch eine immer größere Rolle ", hat der frühere Ausnahme-Ringer erkannt. Außerdem hat Adam Schütz festgestellt: "Der Ringsport ist insgesamt athletischer geworden - das fängt schon im Nachwuchsbereich an. Zu meiner Zeit gab es auch noch kein Frauenringen. Ich habe mir nur einmal ein Turnier mit dem kämpfenden schwachen Geschlecht im Spessart angeschaut und betrachte diesen Sport etwa aus dem Blickwinkel Frauenfußball", stellt er fest.

Starkes Schüler-Team Grundstock

Adam Schütz Junior startete 1969 beim KSV Bensheim in der 40-kg-Klasse. Adam Schütz Senior und Onkel Wilhelm waren erfolgreiche und beliebte Bensheimer Ringer-"Galionsfiguren", die in den 60er- und 70er-Jahren so manchen spektakulären Fight geliefert haben. Der Vater sowie Walter Gölz waren die ersten Lehrmeister des Ausnahmetalents, das zu Beginn der 70er-Jahre mit Weggefährten wie Heinfried Eichheimer (später KSV Seeheim), Hans-Peter Gölz, Heinz Schmidt und Philipp Kraft eine starke Schülermannschaft bildete. Diese stellten ein paar Jahre später auch das Gerüst der ersten Mannschaft, der bis 1978 der Durchmarsch in die hessische Oberliga gelungen war. Aber auch Adam Schütz konnte die beiden Abstiege des KSV-Teams nicht verhindern.

Diesem gehörten damals u.a. Ludwig Petermann, Markus Finn, Gerhard Gölz, Frank Krastel sowie die Brüder Manfred und Andreas Seitz an. Adam Schütz erinnert sich gerne daran, Ende der 70er-Jahre noch zwei Jahre Onkel Wilhelm an seiner Seite gehabt zu haben.

Beachtliche Titelsammlung

Die eindrucksvolle Titelsammlung von Adam Schütz junior kann sich sehen lassen. Immerhin holte er drei Hessentitel, und zwar 1974 (bei den Schülern), 1978 bei den Junioren im griechisch-römischen Stil (bis 82 kg) und 1984 bei den Senioren im Halbschwergewicht (bis 90 kg). Als sein Heimatverein in der Bezirksliga angekommen war, da hatte sich Adam Schütz bereits eine neue sportliche Herausforderung gesucht, und zwar 1991 bei der SKG Ober-Ramstadt, überwiegend als Trainer. Als Coach hatte er großen Anteil an deren "Höhenflug", gelangen doch Aufstiege in die Gruppenliga (1992), Landesliga (1993) und Hessenliga (1994). Als sich Adam Schütz 1995 in einem Kampf einen Ellenbogenbruch zuzog, beendete er kurzerhand das Kapitel Ringen und widmete sich der Politik.

Bergsträßer Anzeiger
31. Juli 2010



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