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Sport aktiv: Die Supercamps gibt's seit 1984 - und jetzt sogar für Kinder im Kindergartenalter

Ferien auf dem Mond und im Dschungel

Bensheim. Sie sind sich zunächst nicht ganz einig, die beiden Jungs. Die Zwei, der eine ist fünf, der andere sechs Jahre alt, sitzen auf dem Boden der Sporthalle am Weiherhausstadion und betrachten ihre Turnschuhe, ziehen verlegen daran herum. Einige Minuten zuvor haben sie noch miteinander gerungen, aus Spaß. Nun diskutieren die beiden kurz, intensiv, flüsternd. Es sind nur einzelne Wortfetzen zu verstehen. Schließlich verkündet der Sechsjährige das Ergebnis des Disputs: Sie würden hier alles gut finden, alles würde Spaß machen. Der Fünfjährige nickt.

Weiteren Fragen zu ihrer sportlichen Betätigung hier und heute begegnen die Kleinen eher ausweichend: "In zwei Wochen komm ich in die Schule" sagt der eine. "Ich geh in den Kindergarten", sagt der andere.

Zwanzig Sportler/innen im Kindergartenalter tummeln sich in einem Drittel der Sporthalle. "Heute ist Dschungeltag", sagt Julia Szabo vom Bensheimer-Supercamp-Team, das den Kurs für Kinder im Alter zwischen vier und sechs Jahren veranstaltet. Dschungeltag heißt: viel klettern, an den Ringen schwingen und jede Menge Hindernisse überwinden. An den einzelnen Stationen sind die Jungen und Mädchen stets in Begleitung eines Trainers, zwei Betreuer kommen auf zehn Kinder.

Die sportlichen Herausforderungen sind so angelegt, dass sie von jedem Teilnehmer zu bewältigen sind, erläutert Supercamps-Chef Christian Roth. Das Konzept für die Kiga-Kids hat der Diplom-Sportlehrer, der sein erstes Sport-Ferienlager für Kinder 1984 leitete, selbst entwickelt. Im Mittelpunkt steht bei dieser Altersgruppe die Schulung der allgemeinen motorischen Grundlagen, erklärt Julia Szabo.

Tränen gibt's erst beim Gehen

Jeder Kurs-Tag steht dabei unter einem besonderen Motto. Dienstag war Dschungeltag, Mittwoch Mondtag, inklusive spielerischer Mondfahrt. Der dem Motto angepasste Sport-Parcours wird wetterunabhängig in der Sporthalle aufgebaut. Zweiter täglicher Programmpunkt sind verschiedene Spielformen, die, sofern das Wetter es zulässt, im Weiherhausstadion abgehalten werden.

Das Arbeiten mit den Vier- bis Sechsjährigen unterscheidet sich erheblich von den Camps für Kinder im Grundschulalter und Jugendliche. "Die Betreuung ist viel intensiver", berichtet Julia Szabo, eine gelernte Grundschullehrerin. "Mehr reden, mehr kuscheln, mehr Pippi gehen." Tränen gibt es eher selten, wenn die Kinder morgens von ihren Eltern in die Halle gebracht werden. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sei der Abschiedsschmerz meist schnell vergessen. Tränen kommen übrigens auch beim Abholen vor. "Gestern", erzählt Julia Szabo lachend, "haben zwei Jungs geweint, weil sie nicht weg wollten." eh

Bergsträßer Anzeiger
07. August 2010

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