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Persönlich: Claudia Richter bereicherte vor genau 30 Jahren die Bensheimer Frauenhandball-Szene

Töchter eifern Mutter in vielen Belangen nach

Von unserem Redaktionsmitglied Ronald Schwinn

Bensheim. Wenn Claudia Richter den bisherigen sportlichen Werdegang ihrer beiden Töchter mit ihrem eigenen in jungen Jahren vergleicht, dann fallen ihr doch gewisse Gemeinsamkeiten auf. Handball, Leichtathletik und Turnen - das sind die drei Sportarten, denen sich die drei weiblichen Vertreter der Familie Richter verschrieben haben.

Die Leichtathletik diente Claudia Richter 1974 als Sprungbrett dazu, dass sie in den 80er-Jahren zu den besten deutschen Handballerinnen gehörte. Der Ballweitwurf innerhalb der Leichtathletik-Abteilung der TG Laudenbach diente ihr quasi als Einstieg, wenngleich sie auch tolle Zeiten über die 800-m-Distanz und gute Weiten im Weit- und Hochsprung - auch bei badischen Leichtathletik-Meisterschaften - erzielte. "Eine Laudenbacher Spielerin fragte mich einmal, ob ich nicht als Handballerin bei ihnen einsteigen wolle, weil ich doch den Ball so weit werfen könne", erinnert sich die Studienrätin, die sich zum Wechsel ins andere Sport-Metier entschloss, bereits mit 15 Jahren für die erste Handball-Frauenmannschaft freigemacht wurde und auf viele Einsätze in der deutschen Jugend-Nationalmannschaft zurückblicken kann.

Getrost kann sich Erika Walthes-Friton, ebenfalls Nationalspielerin in Diensten der TSV Auerbach, als Entdeckerin von Claudia Richter bezeichnen. "Erika sah mich 1980 bei einem Schulmannschaften-Turnier in Heppenheim. Während ich für das Starkenburg-Gymnasium im Einsatz war, betreute sie das AKG-Schulteam", erinnert sich Claudia Richter, wie es dazu kam, dass sie die beste Handballerin Bensheims wurde. Die Leichtathletik blieb aber zwischen 1974 und 1978 ihr zweites sportliches Standbein.

Sportliches Allround-Talent

Gesine Richter fand ab 1993 Gefallen am Turnen, wobei das Bodenturnen hier ihre Lieblingsdisziplin war. Ab 2000 kam die Leichtathletik hinzu. Ihrem Engagement bei der LG VfL/SSG Bensheim unter der Regie von Trainer Markus Forster opferte sie 2001 die Turnerei und zog es nun vor, Hochsprung-Rekorde zu jagen oder über die Hürden zu laufen.

Das Jahr 2006 verbrachte sie auf der High School in Honeyoi im Staat New York. "Damals wurde sie sogar Schulsiegerin in der Leichtathletik", verweist Claudia Richter auf ein Highlight der Tochter während deren USA-Aufenthaltes. Die 21-Jährige belegte 2007 Platz drei bei den Hessenmeisterschaften im Blockwettkampf. Im gleichen Jahr wurde sie auch hessische Hallen-Vizemeisterin im Hochsprung. Zuletzt gab es keine Leichtathletik-Starts mehr.

"Gesine ist ein sportliches Allroundtalent, macht sie doch auch im Basketball und Volleyball eine gute Figur. Im Handball hat sie nur einmal kurz reingeschnuppert, sich dann aber letztlich doch von den Eltern abgegrenzt und sich ihre Nische gesucht", ist Claudia Richter stolz auf ihre Tochter, die zudem seit 2007 Ski-Übungsleiterin bei der TSV Auerbach ist und am AKG den SportLeistungskurs belegt hatte. Und auch in beruflicher Hinsicht scheint Gesine Richter in die Fußstapfen der Mutter zu treten, studiert sie - doch genau wie diese - Sport und Biologie in Darmstadt, wo sie gerade ihr zweites Semester beendet hat.

Vater war lange Zeit der Trainer

Auch Celina Richter (16) war zuerst Turnerin bei der TSV Auerbach - und zwar von 1998 bis 2003. "Celina war im Turnen nicht so gut wie Gesine und fand deshalb schneller zum Handball", berichtet Claudia Richter. Unter Trainer Helmut Richter durchwanderte sie die weiblichen HSG-Teams bis zur B-Jugend, ehe der Vater 2009 seine Trainertätigkeit beendete.

Obwohl die Schülerin der Jahrgangsstufe 11 am Alten Kurfürstlichen Gymnasium mit den Schwerpunktfächern Sport und Englisch noch in dieser Altersstufe mitwirken könnte, zog sie Einsätze in der weiblichen A-Jugend der HSG Bensheim/Auerbach vor. Mit den Flames-Talenten will die großgewachsene Rückraum-links-Spielerin unter Trainer Joachim Rath in der Regionalliga für Furore sorgen.

Schon jetzt darf man gespannt darauf sein, ob Celina Richter einmal der Sprung in den Flames-Kader gelingt und sie damit an die erfolgreiche Laufbahn der Mutter anknüpft. Erika Walthes-Friton und Mara Friton haben das ja schon vorgemacht.

Bergsträßer Anzeiger
14. August 2010

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