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Die Gospelband "The PresenCe" trat zum Finale des Bergsträßer Jazz-Festivals im ausverkauften Parktheater auf. (Bild: Ernst Lotz)
Das Finale des Bergsträßer Jazzfestivals am zweiten Weihnachtsfeiertag war eines, das geradezu nach einer Fortsetzung des Erfolgsmodells verlangte. Und Dr. Bruno Weis, künstlerischer Leiter und Motor der noch jungen Musikreihe, konnte alle eingefleischten Fans und solche, die sich in den vergangenen zwei Jahren mit dem Jazz-Virus infiziert haben, gleich zu Konzertbeginn beruhigen: Es wird weitergehen.
Für 2010 sind die Interpreten bereits gebucht, die Termine stehen. Schon am 27. Februar tritt im Pegaus in Bensheim die bekannte Jazz-Interpretin Greetje Kauffeld auf. Die Sponsoren - Sparkasse Bensheim, GGEW AG, Stadt Bensheim und der Bergsträßer Anzeiger - garantieren Kontinuität.
Zweifellos einer der emotionalen Höhepunkte des diesjährigen Festivals war das Gospelkonzert im ausverkauften Parktheater. Der Auftritt der Gospelband "The PresenCe" hatte rein gar nichts mit betulicher Frömmelei und gediegener Feiertagsmusikkost zu tun. Stattdessen überraschten Bandleader, Jazzpianist, Arrangeur und Sänger Dirk Raufeisen und seine Musiker das Publikum beim weihnachtlichen Endspurt mit Arrangements und Interpretationen von einer geradezu ansteckenden Fröhlichkeit und Lebenslust. Moderne Power-Gospels im Wechsel mit gefühlvollen Balladen und zeitgemäßen Weihnachtsklassikern, dargeboten von wunderbaren Künstlern, bestimmten das Programm. Statt mit großen Gesten überzeugte die junge Band mit großen Stimmen, ebensolchen Instrumentalisten und großartigen, jazzigen Arrangements: Und das Publikum ließ sich mitreißen von der Improvisationsfreude, der Spielfreude und dem Sound der Band.
Der amerikanische Blues- und Gospelsänger Tommie Harrris setzte besondere musikalische Akzente und drückte dem Konzert mit seiner rauchigen Soulstimme einen authentischen Stempel auf. Auch wenn er sein freundliches Kompliment an die Bensheimer, wonach im Parktheater eine ähnlich intime Gospel-Atmosphäre wie in einer Kirche herrsche, nicht ganz ernst meinte und mit einem kleinen Augenzwinkern präsentierte, freute sich das Publikum dennoch.
Und am guten Willen, die Band durch eigenes Mittun zu unterstützen, fehlte es keineswegs. Im Gegenteil: Sound- und Tastenkünstler Dirk Raufeisen, der auch als sympathischer Moderator und Leadsänger auftrat, musste die Zuhörer gar nicht erst lange dazu überreden.
Boogie, Blues, Jazz und Pop, fetzige und gefühlvolle Klänge, bekannte Spirituals, die sich erfolgreich einer Verjüngungskur unterworfen hatten ohne dabei ihr Gesicht zu verlieren, sowie traditionelle und zeitgemäße Gospels und ein temperamentvolles Weihnachtsmedley bestimmten das Repertoire der hochkarätig besetzten Band.
Dass die Saxofonistin Monika Marner kurzfristig absagen musste, war sicherlich ein Verlust, den Ralf Olbrich jedoch ohne Abstriche wettmachte. Mit einigen grandiosen Soli eroberte er sich die Sympathie der Besucher im Sturm und erhielt immer wieder Szenenapplaus. Die übrigen Bandmitglieder standen den Frontmusikern Olbrich und Raufeisen nicht nach, auch wenn sie naturgemäß etwas im Hintergrund agierten. Götz Ommert zählt zu den führenden Bassisten in Deutschland.
Drummer und Percussionist Tobias Schirmer ist der Benjamin der Band. Ein um das andere Mal Gänsehautfeeling: Dazu trugen die vier jungen Schweizer bei, die nicht nur als Begleitchor, sondern auch als Solisten eine gute Figur machten. Die beiden Schwestern Bettina Müller und Claudia Dahinden mit dem James Morrisson-Gospel "Just a closer Walk with thee".
Chorsängerin Kirsten Kunkel wechselte sich mit Raufeisen am Piano ab, und Beat Dahinden als einziger Mann im Chor setzte mit seinem Tenor den Kontrapunkt. Ohne Zugabe war für die Band kein Entkommen: Mit einer ganz speziellen, für sie typischen Version von "Happy day" (Jeder noch so glückliche Tag fängt mit dem vermaledeiten Klingeln des Weckers an) verabschiedete sich "The PresenCe" vom begeisterten Bensheimer Publikum. gs
Bergsträßer Anzeiger
28. Dezember 2009
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