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Die LA Reed Big Band eröffnete beim Frühlingsmarkt in Lorsch die Reihe Bergsträßer Jazzfestival. (Bild: Dietmar Funck)
Von unserem Mitarbeiter Thomas Tritsch
Lorsch. Vielleicht waren die satten Bläsersätze schuld an dem frischen Lüftchen, das gestern so ausdauernd über den Benediktinerplatz gefegt ist? Ein spielfreudiges Ensemble aus der Spargelstadt eröffnete das diesjährige Bergsträßer Jazzfestival mit einem dreistündigen Musikmarathon aus süffigem Swing, lässig servierten Standards und zeitgenössischem Mainstream. Genau die richtige Mischung für einen entspannten Sonntagmittag in der Lorscher Innenstadt.
Die LA Reed Big Band kommt natürlich nicht aus Los Angeles, wie man angesichts des Namens beinahe vermuten könnte, sondern aus dem nicht weniger sonnigen Lampertheim, wo die Combo um Bandleader Rainer Heute ihre musikalischen Wurzeln hat. Das Jazzorchester zählt seit 1987 zu den Institutionen der regionalen Szene.
Der gute Ruf ist ausgezeichneten Instrumentalisten und einem betont vielseitigen Repertoire geschuldet: Traditioneller Swing cooler Latin-Jazz und saftige Big-Band-Sounds werden in anspruchsvolle wie zeitgemäße Arrangements verpackt. Der Baritonsaxofonist Heute, Mitglied der renommierten Big Band des Hessischen Rundfunks, bürgt als Orchesterchef für hörbare Qualität. Seit 1994 hat er seine Musiker, die fast allesamt aus dem Amateurlager kommen, zu einem homogenen, virtuosen und hoch dynamischen Klangkörper geformt, der dem Lorscher Publikum keine Chance für Langeweile gelassen hat.
Gleich mit dem ersten Stück "Basie Straight Ahead" flog der Big-Band-Turbo flott drauf los. Die üppige Saxofon-, Posaunen- und Trompetenfraktion war Garant für einen dichten, fleischigen und sauber konturierten Sound, den man benötigt, um bei einem innerstädtischen Open-air-Konzert nicht baden zu gehen.
Flankiert wurde die Band durch das famose Bassspiel von Hans Heer und das Piano von Hans Marquard. Der ehemalige Musiklehrer des Bensheimer AKG ist den Bergsträßer Jazzfans auch als Unterstützung der Members Only Group bekannt, in der gelegentlich auch der schlagfertige Viernheimer Trommler Walter "Kippe" Helbig musiziert. Das Anfang der 1980er Jahre vom damaligen Musikschullehrer Uli Preiß gestartete Jazz-Projekt war und ist eine Kaderschmiede für klasse Musiker, darunter Reinhard Kretschmer, Jörg Sebastian und Stefan Schütt. Der druckvolle Sound hat sich über die Jahre kaum verändert, aber spürbar perfektioniert. Rainer Heute versteht es, den Spaß am Swing und die Leidenschaft für den Jazz aus jedem einzelnen Instrument herauszukitzeln. Als Bandleader wie auch an Saxofon und Klarinette inszeniert er königlichen Spargel-Swing, der auch beim dritten Gang noch schmeckt.
Das in drei Sets servierte Konzert wurde von drei Gesangssolisten unterstützt: Die Mannheimerin Sigi Vorwalter, ebenfalls eine bekannte Chansonette, überzeugte mit Titeln wie "All Of Me", "Big Spender" und dem verträumten "I Left My Heart In San Francisco". Soulig und kraftvoll hatte die Sängerin der dominanten Big Band einiges entgegen zu setzen. Etwas zurückhaltender fielen die Vokalparts von Matthias Braun aus, der aber mit einer schönen Version von Michael Bublés "Sway" aufhorchen ließ. Als dritte Stimme war Christine Gralow auf der Bühne. Sie interpretierte ein glänzendes "Lullaby Of Broadway" und brachte das Publikum mit einem teuflisch swingenden "Mr. Zoot Suit" in Bewegung.
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