Alljährlich rufen die christlichen Kirchen am Aschermittwoch zu 40-tägigen Fastaktionen auf.
Die evangelische Kirche hat ihr Motto in diesem Jahr erweitert: Statt "Sieben Wochen ohne" ermuntern die Protestanten zu "Sieben Wochen ohne Vorsicht". "Riskier was, Mensch!" - mit diesem Appell will die evangelische Kirche ihre Mitglieder in der Fastenzeit dazu aufrufen, die schützende Vorsicht, die Menschen untätig macht, hinter sich zu lassen und auch einmal ein Risiko einzugehen. Menschen dazu aufrütteln, neue Wege einzuschlagen, ist das Ziel der Fastenzeit.
Doch niemand muss tausende Kilometer mit dem Rad fahren oder wie Felix Baumgartner aus dem Weltall springen, um das Leben zu spüren. Einen alten Freund anrufen, den man schon lange nicht mehr gesprochen hat, der Traumfrau die Liebe gestehen oder ehrlich sein - auch alltägliche Aktionen bringen Menschen in Bewegung.
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Darum fällt es den meisten auch nicht leicht, alte, vielleicht schon ausgetretene Pfade zu verlassen und neue Wege einzuschlagen. Sobald feste Rituale eingehalten werden, ist man nicht gezwungen, neue Entscheidungen zu treffen. Das Gehirn wird dadurch entlastet und schüttet zum Dank körpereigene Belohnungsstoffe aus.
Psychologen und Neurobiologen raten darum, keine allzu großen Veränderungen einzugehen. Kleine Schritte sind effektiver als ein zu plötzlicher Tapetenwechsel. Die Zeit vor Ostern kann dazu dienen, den eigenen Horizont zu erweitern oder den ersten Schritt in eine neue Richtung zu wagen. Vanessa Vogel
Leser-Kommentare
Aufgrund von nicht freigegebenen Kommentaren kann die Anzahl dargestellter Kommentare abweichen