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Stadtentwicklung: Für das ehemalige EKZ-Gelände muss ein Investor ausgewählt werden / Fraktionen beraten über Entwürfe

Ein neues Viertel mit 250 Bewohnern

Von unserem Redaktionsmitglied Dirk Rosenberger

Das ehemalige Edeka-Gelände an der Ecke Wormser Straße/Moselstraße soll bebaut werden.

© Funck

Bensheim. Das alte EKZ-Gelände an der Ecke Wormser Straße/Moselstraße liegt seit fast zwei Jahren brach. Zum Dauerzustand soll der trostlose Anblick allerdings nicht werden. Das 13 000 Quadratmeter große Grundstück wird bebaut (wir haben berichtet).

Zwar wird es noch einige Zeit dauern, bis die ersten Bewohner einziehen können, ein grobes Rahmenkonzept liegt allerdings vor. Fest steht, dass der Anteil an Sozialwohnung bei 20 Prozent liegen muss. Das haben die Stadtverordneten entsprechend verfügt. Insgesamt werden voraussichtlich zwischen 100 und 120 Wohneinheiten auf dem Areal Platz haben - macht unterm Strich statistisch gesehen zwischen 250 und 300 Bewohner für das neue Viertel.

Entscheidung am 23. März

Aktuell läuft das Auswahlverfahren der Investoren. Die Kommunalpolitik ist am Zug und muss die Anzahl der Kandidaten reduzieren und dem Grundstückseigentümer Edeka einen Vorschlag unterbreiten. In einer gemeinsamen Sitzung von Ortsbeirat West, Bau- sowie Sozialausschuss im Rathaus konnten die vier verbliebenen Bewerber ihre Konzepte präsentieren - wobei der Magistrat sich bereits vorher auf zwei Entwürfe festgelegt hatte. Die Gremien kamen jedoch bei besagter Runde nicht zu einem Ergebnis.

Die endgültige Entscheidung fällt nun in einer Sondersitzung am 23. März. Möglich wäre, dass beide vom Magistrat ausgewählte Investoren an Edeka weiterempfohlen werden - oder die Runde einigt sich auf einen Gewinner, was nach Auskunft von Erstem Stadtrat Helmut Sachwitz ebenfalls denkbar wäre.

Wer auch immer in welcher Konstellation das Rennen macht, wird mit der verantwortlichen Edeka-Gesellschaft in die finalen Verhandlungen gehen. Wie der weitere Zeitplan danach aussieht und wann mit einem Baubeginn zu rechnen ist, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden. "Das hängt von verschiedenen Faktoren ab", wollte sich Sachwitz auf Anfrage nicht an Spekulationen beteiligen. Letztlich kommt es auch darauf an, wie schnell sich die Verhandlungspartner auf einen Kaufpreis einigen können und ob die Pläne überarbeitet werden müssen.

Losgelöst vom Blick auf den Kalender wird sich Bensheim an dieser Stelle in den nächsten Jahren deutlich verändern. Das zeigen die Arbeiten der beteiligten Architekturbüros. Entlang der Wormser Straße wird es einen mehrgeschossigen Bau geben, der das dahinterliegende Quartier zur viel befahrenen Straße abschirmt. Auch an der Moselstraße ist zumeist Geschosswohnungsbau vorgesehen, während im Herzen der Fläche Platz für Einfamilien- oder Reihenhäuser sowie Grünflächen vorhanden ist. Vom Magistrat favorisiert werden die Konzepte von Bonava (mit JSK Architekten) und BPD, die zurzeit in Bensheim das Euler-Gelände bebauen.

Keine Abschottung

Der Entwurf von JSK sieht eine Wohnfläche von 13 100 Quadratmetern vor (87 Wohnungen). Die Planer setzen auf eine offene Struktur, wollen keine Abschottung des Gebiets nach außen. Im Erdgeschoss an der Wormser Straße könnten kleine Läden einziehen. Parkplätze sind zum Teil oberirdisch, aber auch in einer Tiefgarage vorgesehen. Der Anteil an Sozialwohnungen liegt bei 25 Prozent. Kleine Parks auf dem Grundstück sollen Anwohnern und Besuchern zur Erholung dienen.

BPD kalkuliert mit 119 Wohnungen (22 Prozent Sozialwohnungen) und möchte mit einem autofreien Quartier punkten. Über die Mosel- sowie eine Erschließungsstraße soll der Anwohnerverkehr in eine Tiefgarage mit 170 Stellplätzen geleitet werden. Das unterirdische Parkhaus soll oberirdisch mit Bäumen bepflanzt werden.

An der Ecke Moselstraße/Wormser Straße könnte eine Sozialstation untergebracht werden. Gespräche mit der Caritas hat es laut BPD bereits gegeben. Bis zum 23. März wollen die Fraktionen die Präsentationen besprechen, um dann zu einem Resultat zu kommen. Helmut Sachwitz bescheinigte beiden Entwürfen, dass sie wesentliche Kriterien für eine gute städtebauliche Planung erfüllen. Zum einen sei die Anbindung an die Umgebung gegeben, zum anderen verfügen die Planungen über eine Struktur, was die Anordnung der Gebäude und Grünflächen betrifft.

Der Baudezernent könnte demnach mit beiden Investoren leben. Wer letztlich die Nase vorn hat, entscheiden entweder die Stadtverordneten - oder, sollten diese beide Arbeiten an Edeka weiterreichen - der Konzern in den abschließenden Verhandlungen mit den Investoren.

© Bergsträßer Anzeiger, Mittwoch, 15.03.2017

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