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Präsentation: Arbeitskreis Dorfgeschichte stellte „Familienbuch Zell – 1551 bis 1939“ vor / Peter Hofmann und sein Team suchten „in den Krümeln“

Eine Fleißarbeit, erledigt mit großer Präzision

Archiv-Artikel vom Montag, den 21.09.2015

Am Freitagabend wurde im Dorfgemeinschaftshaus von Zell das "Zeller Familienbuch - 1551 bis 1939" vorgestellt. Unser Bild zeigt (v.l.) Erster Stadtrat Helmut Sachwitz, Volker Feick (Vorsitzender des AK Dorfgeschichte), Elke Hofmann, Ulrich Kirschnick, Peter Hofmann, Herbert Koschorrek und Ortsvorsteher Ferdinand Rausch.

©  Lotz

Zell. Man braucht kein Hellseher zu sein, um beim Blättern im druckfrischen "Familienbuch Zell - 1551 bis 1939" auf den ersten Blick zu erkennen, dass es sich bei der Recherche, Auflistung und Zusammenstellung unzähliger Daten, Jahreszahlen und familiären Verästelungen um eine unglaubliche statistische Sisyphusarbeit handelt: Eine Fleißarbeit sondergleichen, die große Präzision und Ausdauer voraussetzt.

Unter Federführung von Peter Hofmann, der von sich selbst behauptet, jemand zu sein, "der in den Krümeln sucht", ist unter dem Dach des Arbeitskreises Zeller Dorfgeschichte innerhalb von gerade einmal zwei Jahren ein umfangreiches örtliches Nachschlagewerk und Lexikon entstanden. Am Freitag hatte der Arbeitskreis Zeller Dorfgeschichte der Stadtteildokumentation zur Vorstellung des Familienbuchs in das Dorfgemeinschaftshaus eingeladen. Bevor Peter Hofmann, Regisseur und Initiator des Fachbuchs "mit relativ hohem Erklärungsbedarf", und der Experte Ulrich Kirschnick den Gästen das umfangreiche Werk erläuterten, sprach Vorsitzender Volker Feick all jenen seinen Dank aus, die bei der Realisierung und Finanzierung des anspruchsvollen Projekts mitgewirkt haben. Erfreulicherweise konnte er unter den Besuchern auch zahlreiche Vertreter benachbarter Stadtteildokumentationen sowie Ersten Stadtrat Helmut Sachwitz und Ortsvorsteher Ferdinand Rausch willkommen hießen.

Sachwitz sprach in seinem Grußwort ein hoch aktuelles Thema an und zeigte die Wandlungsfähigkeit der Begriffe Heimat und Familie auf. Rausch dankte dem Arbeitskreis Zeller Dorfgeschichte für den enormen Arbeitsaufwand bei der Herstellung des Familienbuches.

Kondolenzanzeigen dienten als Quellen

Nachhaltig unterstützt haben den Hobby-Familienforscher Peter Hofmann und sein Team eine ganze Reihe von Personen, allen voran Ulrich Kirschnick aus Brandau, Herbert Koschorrek, Dr. Helmut Bitsch, Willi Schmitt, Pfarrer Peter Voß, Dr. Norbert Hartmann, Stadtarchivar Manfred Berg, Markus Schader sowie Manfred Bräuer (Heppenheim), Heidi Banse (Michelstadt), Ludwig Knapp (Fürth), Claudia Sosniak (Hochstädten), Rolf Vollrath und Heinrich Wolf.

Bis 1875 waren die persönlichen Daten in Kirchenbüchern, ab 1876 dann in Standesamtsregistern festgehalten. Die Hobbyforscher haben für ihre lückenlose Darstellung der Ahnentafeln Kirchenbücher gewälzt und Publikationen studiert, Standesamtsregister, Kondolenzanzeigen und Grabsteininschriften ausgewertet, in einigen Fällen Angehörige befragt und die Informationen im Anschluss digital gespeichert.

Das "Familienbuch Zell - 155 1 bis 1939" kann auf dem Dorfmarkt am 4. Oktober, Sonntag, am Stand der Stadtteildokumentation käuflich erworben werden. Die Gesamtauflage beträgt 210 Stück. Vierzig Bücher wurden bereits bei der Premierenvorstellung verkauft. gs

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Ganz unvorbereitet und blauäugig lässt sich die alphabetisch angeordnete Zeller Familien-Statistik über vier Jahrhunderte allerdings nicht ad hoc entschlüsseln. Zum besseren Verständnis empfiehlt es sich, die Vorbemerkungen und Erläuterungen genau zu studieren, damit die nachfolgenden 430 Seiten "kein Buch mit sieben Siegeln" bleiben. Auf zusammenhängende Textbeiträge hat man komplett verzichtet. Das Nachschlagewerk ist eine rein statistische Auflistung derjenigen Personen, die in Zell geboren wurden, geheiratet und Kinder bekommen haben und hier begraben wurden.

Die Ahnenforschung geht bis auf das Jahr 1543 zurück und beginnt mit der Familie Hanß Adam. Von Hanß und seiner Ehefrau Margarete ist nur das ungefähre Geburtsdatum bekannt und dass sie eine Tochter mit Namen Anna hatten, die am 20. April 1569 geboren wurde. Die folgenden Familienaufstellungen werden von Jahr zur Jahr detaillierter und vollständiger und enden am 1. April 1939, exakt dem Datum, an dem Zell seine Selbstständigkeit aufgab und Stadtteil von Bensheim wurde. Neben Vor- und Familiennamen der Zeller Bürgerinnen und Bürger, Geburts-, Taufe-, Heirats- und Todesdatum hat das Doku-Team Konfession und Beruf vermerkt.

Von ziemlich komplizierten "Fällen" und den unterschiedlichsten Kombinationen, deren Hintergründe und Einzelheiten erst in mühevoller Kleinarbeit und vielen Telefonaten ausgetüftelt werden konnten, berichtete Peter Hofmann dem interessierten Publikum bei der Buchpremiere. Den häufigsten Zeller Familiennamen ist man bei der Detektivarbeit ebenfalls auf die Spur gekommen. Die Schmitts stehen ungeschlagen und uneinholbar an der Spitze, gefolgt von Steinbacher, Röder, Stephan, Volk und Grohrock.

Im Anschluss an die Vorstellungsrunde und einer lebhaften Diskussion überreichte Feick Freiexemplare beziehungsweise Präsente unter anderem an den Leitwolf Peter Hofmann und an seine Ehefrau Elke, Waltraud Bitsch für den Blumenschmuck und an die Autoren Ulrich Kirschnick und Herbert Koschorrek. Ein Dankeschön richtete er an die Adresse der Freiwilligen Feuerwehr für die Überlassung der Räumlichkeiten. gs

© Bergsträßer Anzeiger, Montag, 21.09.2015

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