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„Drop In“: Offener Treff für junge Familien in der Bensheimer Weststadt / Spende aus der BA-Aktion „Babys 2012“ wird für Ausbau des Bewegungsangebotes eingesetzt

Einfach reinschauen und Spaß haben

Von unserem Redaktionsmitglied Annette Kunz

Malen, spielen und miteinander ins Gespräch kommen - im "Drop In" haben Kinder und Eltern ihren Spaß.

© Lotz

Bensheim. Rund um den großen Tisch sitzt eine fröhliche, bunt gemischte Runde. Zufrieden beobachtet die kleine Maria in ihrem Kinderstuhl das bunte Treiben im Gruppenraum der Bensheimer Laurentiusgemeinde. Der zweijährige Julian hat es eilig, er futtert schnell noch sein Wurstbrot und saust dann flott in den Turnraum nebenan zum Toben.

Im "Drop In" kann jeder gehen und kommen, wann er will und sich damit beschäftigen, wonach ihm der Sinn steht. "Die Freiwilligkeit und Unverbindlichkeit des Angebots ist ein wichtiger Grundsatz", erläutert Inka Kuusela, die den Offenen Treff betreut. Trotzdem entwickeln alle schnell ein Zugehörigkeitsgefühl: "Wir gehen heute zu Inka", heißt es dann in den Familien.

Es gibt zwei Treffpunkte in der Bensheimer Weststadt: im Pfarrzentrum von Sankt Laurentius, Hagenstraße 22 und in der Stephanusgemeinde, Eifelstraße 37. Mittlerweile hat sich ein "fester Kern" von acht bis zehn Familien gebildet, der wöchentlich vorbeischaut. Zwischen 8.30 und 10.30 Uhr wird gefrühstückt, gespielt, gelacht und erzählt. Jeder bringt etwas zu essen mit, das ergibt eine große Auswahl auf dem Frühstücksbuffet.

Freiwillig und unverbindlich

"Wir sind eine bunt zusammengewürfelte Truppe", erzählt die Pädagogin - was Nationalität, Alter, Anzahl der Kinder und Bevölkerungsgruppe anbetrifft.

Die jungen Frauen der Weststadt - nur selten ist auch einmal ein Vater dabei - knüpfen im "Drop In" Kontakte und tauschen ihre Erfahrungen aus. "Es darf nicht verpflichtend sein. Das ist wichtig", weiß Frau Kuusela.

Bei den Gesprächen geht es meist um den Alltag mit Kindern. Was muss ich beim ersten Schuhkauf beachten? Wo ist der nächste Flohmarkt für Kindersachen? Gibt es einen Kinderarzt, der Hausbesuche macht? Hat jemand noch Gummistiefel in Größe 24? Viele Probleme lassen sich in der Gruppe, unter Gleichgesinnten leichter lösen. "Man hat auch mal ein bisschen Zeit, ein paar ruhige Worte mit anderen zu wechseln", ist für eine junge Mutter der Austausch mit anderen Frauen eine wichtige Motivation. Sie sieht den Offenen Treff als "Mini-Kindergarten" für ihre Tochter.

Die Mädchen und Jungen spielen im Turnzimmer, die Mütter sind gleich nebenan. "Die Kinder können hier lernen, sich von der Mutter zu lösen - ganz ohne Stress", sagt sich eine junge Frau. Und ihr Kleiner ist begeistert, weil er hier mit anderen Kindern zusammenkommt.

Deutsch lernen ganz nebenbei

Und noch einen positiven Nebeneffekt hat das Beisammensein: "So ganz nebenbei kann ich hier mein Deutsch verbessern", freut sich eine Mutter über diese Möglichkeit, die ihr die Integration erleichtert.

Mit der Spende von Sparkasse Bensheim und Bergsträßer Anzeiger im Rahmen der Mitmach-Aktion "Babys 2012" soll das Bewegungsangebot im "Drop In" reaktiviert werden. "Das ist super, das können wir prima gebrauchen", freut sich Inka Kuusela über die "frohe Botschaft". Eine Übungsleiterin, die noch gefunden werden muss, soll den Kleinen in Zukunft vermehrt Bewegungsanreize bieten.

Ob es ums Hüpfen, Spingen oder Krabbeln geht - wichtig ist die Vielfältigkeit des sportlichen Tuns. Durch Geräte wie Tücher, Bänder, Bälle und Seile kann das Bewegungsangebot unterstützt werden.

Es gibt Spielanregungen sowie eine altersgerechte Bewegungsbaustelle, die zum aktiven Tun und Bewegen (mit und ohne Unterstützung der Mutter oder der Kursleiterin) anregt. Eltern können gemeinsam mit der Kursleiterin die Entwicklung der Kinder beobachten und positiv unterstützen. Die Kinder haben die Möglichkeit, sich im geschützten Rahmen nach ihren eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erproben, Hürden zu überwinden und Spaß an Bewegung zu erlangen.

© Bergsträßer Anzeiger, Montag, 10.12.2012

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