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Tag der Mathematik: 90 Oberstufenschüler knobelten bei DentsplySirona / Tageswettbewerb an elf Standorten

Geistige Sprints und mathematische Hürden

Von unserem Mitarbeiter Thomas Tritsch

Knifflige Mathe-Aufgaben ließen die jungen Köpfe rauchen.

©  Neu

Bensheim. Der Spaß am Knobeln war ihr anzumerken: Kathrin Kirschbaum lächelt noch immer. Auch nach 16 anspruchsvollen Matheaufgaben in knapp drei Stunden. Die 17-jährige Schülerin besucht das Alte Kurfürstliche Gymnasium und war eine von mehr als 1300 Oberstufenschülern, die sich am Samstag an elf Standorten zum außerschulischen Kopfzerbrechen getroffen haben. In Bensheim sicherte sie sich den zweiten Platz im Einzelwettbewerb.

Das Interesse am Tag der Mathematik ist ungebrochen. Auch in der 26. Auflage. Veranstaltet wird der Tageswettbewerb vom Zentrum für Mathematik (ZFM) mit Sitz in Bensheim. Lokaler Gastgeber war bereits zum dritten Mal das Unternehmen DentsplySirona. Am weltweit größten Entwicklungs- und Produktionsstandort der Dentalindustrie erwarteten die Teilnehmer beste Bedingungen. Und knifflige Aufgaben, die junge Köpfe rauchen ließen.

"Diesmal ganz besonders knackig", so Dominic Lenhart vom Korrekturteam über die Hürden und Herausforderungen, die der Aufgabenausschuss des ZFM vorbereitet hatte. Die waren an allen Standorten identisch. Die Schüler im Jahr vor dem Abitur freuten sich über die mathematischen Kollisionen zum Wochenende. Sie alle vereinte eine besondere Begabung, vor allem aber - ja, das gibt es - ließen sie ihrem Spaß an der Mathematik freien Lauf. Die Stimmung war entsprechend locker und ausgelassen. Hier saßen keine in sich gekehrten Außenseiter, sondern aufgeweckte und coole Jugendliche, die gerne eine mathematische Sonderschicht einlegen. Ihre Faibles: Geometrie und Kombinatorik, Zahlentheorie und Algebra, Wahrscheinlichkeitsrechnung, räumliches Denken und logische Systeme. Auf den Tischen Schreibzeug, Geodreiecke und Zirkel. Dazwischen Obst, Schokoriegel und andere Energielieferanten. Taschenrechner waren tabu. Das Team um Esther Schmitt (ZFM) kümmerte sich um die Organisation.

„Die Leidenschaft für Mathe fördern“

Herr Meyer, 1992 fand die Premiere statt. Was hat sich seither verändert?

Michael Meyer: Erfreulicherweise fast gar nichts. Die Begeisterung der Schüler ist nach wie vor hoch. Es herrscht der gleiche Enthusiasmus. Lediglich die äußeren Bedingungen haben sich leicht verändert, aber sicherlich nicht zum Nachteil des Wettbewerbs. Wir könnten sehr viel mehr Teilnehmer aufnehmen, aber das würde die Kapazitäten des Vereins sprengen.

Ein Mathewettbewerb an einem schulfreien Samstag. Was will das ZFM damit bewirken?

Michael Meyer: Es geht um eine stärkere gesellschaftliche Akzeptanz und positive Wahrnehmung der Mathematik als vielseitiges Instrument. Wir möchten die Freude und Leidenschaft an der Mathematik fördern und Schüler motivieren, am Ball zu bleiben. Der Tag der Mathematik hilft dabei, diese Idee in die breite Öffentlichkeit zu tragen. Und wir spüren: Das Format kommt an. Bei Schülern und Schulen, aber auch bei der Politik und in der Wirtschaft.

Sie haben früher Lehrer ausgebildet. Was wünschen Sie sich von jungen Kollegen in der Mathematik?

Michael Meyer: Etwas mehr dauerhaftes Engagement für das Fach wäre begrüßenswert. Wenngleich ich weiß, dass junge Lehrer heute zusätzlich eine Menge anderer Aufgaben bewältigen und dafür viel Zeit aufbringen müssen. Für die Qualität des Mathematik-Unterrichts ist das nicht gerade förderlich. tr

[mehr...]

"Ohne Mathematik wären wir heute nicht hier", betonte Gregor Walter. Und der Leiter des Personalmanagements bei DentsplySirona meinte nicht nur den konkreten Anlass: "Ohne Mathematik wären unsere Dentalprodukte nicht denkbar." Umso mehr freute sich Walter über die Mathe-Cracks im Haus. Denn für seine innovativen Lösungen benötige das Unternehmen auch in Zukunft helle Köpfe. "Vielleicht sehen wir uns mal wieder", so der Personalchef der Sparte Dental Systems.

Sein Kollege Reinhard Pfeifer, Ausbildungsleiter bei Dental Services, informierte die Schüler über die verschiedenen Karrieremöglichkeiten des Global Players. Die Studenten Marcel Rudolph (25, Maschinenbau) und Murat Kivci (21, Elektrotechnik) berichteten aus erster Hand aus dem Hochschulalltag. "Ohne Mathe läuft überhaupt nichts", so der Tenor des Nachwuchses. "Wenn ihr Spaß dran habt, seid ihr im Vorteil", so Marcel Rudolph wenige Minuten nach Ende der "Mathematischen Hürden" - dem sportlichsten Teil des Wettbewerbs.

Hier ging es darum, im Team möglichst flott nacheinander acht Aufgaben zu lösen. Die Schüler schalteten auf Turbo. Geistige Sprints gegen den Sekundenzeiger, um die Ecke Denken unter Zeitdruck. Geistesblitze und Siegesschreie.

Angefeuert von den Teamkollegen, zufrieden beobachtet von den begleitenden Lehrern, für die beim Tag der Mathematik ebenfalls gesorgt ist. Prof. Regina Bruder von der Technischen Universität Darmstadt führte durch das parallel stattfindende Fortbildungsseminar. Thema: Mathematisches Argumentieren.

Begründen und Beweisen - das übernahm am Samstag Lukas Michel von der Martin-Luther-Schule Rimbach. Das Mathe-As war Einzelsieger im vergangenen Jahr. Mit der vollen Punktzahl. Diesmal erklärte er den Teilnehmern, wie man die Aufgaben geschickt lösen kann.

Nach dem Gruppenwettbewerb, den ein Team des Heppenheimer Starkenburg-Gymnasiums für sich entscheid, wartete die Einzelwertung. Parabeln und Oberflächen, Kehrwerte und y-Achsen.

Auch die Gäste waren beeindruckt. "Sie sind alles Gewinner", lobte so der ehrenamtliche Stadtrat Joachim Uhde (BfB) das Können der Teilnehmer. Er betonte die Mathematik als zentrale Grundlage in Wissenschaft und Philosophie.

Auf die Erstplatzierten warteten neben Urkunden und Sachpreisen auch Gutscheine zur Teilnahme an einer mathematischen Modellierungswoche des ZFM. Auch Kathrin Kirschbaum hat ein Ticket. Bereits vor ein paar Jahren hat die Schülerin an der Mathematik-Olympiade des Zentrums teilgenommen. Nach dem Abitur am AKG will sie studieren. Medizin. Oder vielleicht doch lieber Mathematik.

© Bergsträßer Anzeiger, Montag, 13.03.2017

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