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Flüchtlingsunterkünfte: Häuser in der Friedhofstraße bieten Platz für 66 Personen / Erste Bewohner sind Familien aus Afghanistan

Am Mittwoch ist Einzugstermin

Archiv-Artikel vom Samstag, den 03.09.2016

Von unserem Redaktionsmitglied Nina Schmelzing

Ohne die Hilfe der Ehrenamtlichen wäre Integration kaum so gut gelungen, lobte Bürgermeister Glanzner die Aktiven bei der Einweihung der Flüchtlingshäuser.

© Lotz

Blick in eine der Wohnungen, die jeweils drei Zimmer haben.

© Lotz

Einhausen. Die neuen Flüchtlingsunterkünfte sind fertig. In der Friedhofstraße 31-37 wurden drei zweigeschossige Häuser errichtet. Die Flachbauten bieten insgesamt Platz für 66 Bewohner. Schon in der kommenden Woche sollen die ersten Wohnungen belegt werden. Drei kleine Familien sowie Einzelpersonen sollen ab Mittwoch einziehen. Die ersten Bewohner - zugewiesen werden insgesamt elf Personen - stammen allesamt aus Afghanistan.

Die Standard-Wohnungen haben drei Zimmer, Küche und Bad. In den Häusern stehen Waschmaschinen und Trockner zur Verfügung. Es gibt zudem einen Gemeinschafsraum. Das Außengelände mit Freisitzen wird noch begrünt, auch Stellplätze und Radständer folgen noch.

Als "besonderen Tag" bezeichnete Landrat Christian Engelhardt die Einweihungsfeier. Viele der derzeit 3800 Flüchtlinge im Kreis Bergstraße lebten mangels Alternative zunächst in großen Unterkünften wie Hallen oder Hotels. Die neuen Wohnungen in Einhausen dagegen seien so konzipiert, dass jede von ihnen später auch für den üblichen sozialen Wohnungsbau genutzt werden könne. "Wir werden eine verschärfende Diskussion um den sozialen Wohnungsbau bekommen", so Engelhardt mit Blick auf den angespannten Immobilienmarkt und fehlendes Bauland. Es sei zwar zu hoffen, dass die Flüchtlingsströme nicht mehr das Ausmaß vom Vorjahr erreichen. Festzustellen aber sei dennoch; "Wir brauchen Wohnraum."

Zuerst gab es nur Container

Engelhardt lobte die Gemeinde dafür, dass sie ein Grundstück günstig im Erbbaurecht zur Verfügung gestellt habe. 2000 Quadratmeter groß ist das Gelände am Ortsrand. Einhausen war 2014 die einzige Kommune im Kreis, die Flüchtlinge zunächst in Containern unterbringen musste. Daran erinnerte Bürgermeister Helmut Glanzner in seiner Rede. "Das war unbefriedigend", so der Verwaltungschef.

Zwar leben die derzeit 100 Einhäuser Flüchtlinge inzwischen längst an verschiedenen anderen Adressen in der Weschnitzgemeinde und die Container konnten verschwinden. Weil aber auch an den weiteren Bedarf gedacht werden muss, wurde das Areal in Friedhofsnähe als Wohngebiet ausgewiesen. Jetzt gehört Einhausen zu den ersten Kommunen, die Neubauten anbieten können.

Glanzner blickte zurück auf die Diskussionen, die es zunächst bei anderen angedachten Standorten gab. Die Entscheider hätten "viel aushalten" müssen. Das sei "unangenehm" gewesen. Mit Unterstützung der hervorragend arbeitenden Aktiven im Flüchtlingsnetzwerk sei die Akzeptanz aber schnell größer geworden. "Wir können mit Stolz sagen, dass die Menschen integriert sind", erklärte Glanzner: "Wir freuen uns auf dieses neue Zuhause."

Gernot Jakobi, Vorsitzender der Christophoros Wohnheime eG, informierte darüber, dass die Wohnungen 60 Quadratmeter groß sind. Der Energieverbrauch in den Steinhäusern mit Photovoltaikanlage auf den Dächern sei gering, es sei mit modernster Technik gebaut worden. Der Haustyp - Wohnungen mit drei gleich großen Zimmern - sei gesucht im Kreis Bergstraße und ideal auch für die Bedürfnisse von Alleinerziehenden und ältere Ehepaare.

Einig waren sich Engelhardt, Glanzner und Jakobi in der Einschätzung, dass die Zusammenarbeit der drei Partner Kreis, Gemeinde und Wohnheime eG gut funktioniert habe. Unter dem Beifall der Gäste bei der Schlüsselübergabe kündigte Jakobi am Donnerstagabend an, dass er außerdem die Einrichtung der Unterrichtsräume spendieren werde.

© Bergsträßer Anzeiger, Samstag, 03.09.2016

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