Heppenheim.
Sie nennen sich Grüne Damen, und sie haben im Kreiskrankenhaus Bergstraße ihren festen Platz. Ehrenamtlich sind sie unterwegs, um Patienten zu besuchen. "Wir bringen das mit, was keiner mehr hat: Zeit", hat Ute Karger einmal gesagt.
Bei einem Gottesdienst in der Klinikkapelle wurde den Damen jetzt von den Klinikseelsorgenden beider Konfessionen fürs Engagement gedankt. Zugleich gab es Ermunterung für das weitere Wirken. Die Veranstaltung war zudem ein würdiger Rahmen, um Ute Karger für ihren Einsatz zu danken: Seit zehn Jahren dabei, organisiert und koordiniert sie federführend die Arbeit der Grünen Damen an der Klinik in Heppenheim.
Auch für eine zweite Dame gab es besondere Anerkennung und Respekt: Ruth Kutzmann. In diesem Jahr ist es dreißig Jahre her, dass sich die vielseitig auf sozialem Terrain engagierte Heppenheimerin für die ehrenamtliche Mitarbeit an der Klinik entschied. Sie ist das einzige noch aktive Mitglied aus den Anfangstagen der Gruppierung. "Mit 54 Jahren hast Du Dir noch den grünen Kittel übergezogen", erinnerte Ute Karger an den Beginn. Ruth Kutzmann zeichne heute noch ungewöhnlich große Sensibilität aus. "Du siehst wesentlich mehr als wir manchmal wahrnehmen", sagte Ute Karger anerkennend, verbunden mit einem von Herzen kommenden Dank.
Ihren Namen haben die Grünen Damen von ihrer grünen Dienstkleidung - im Kreiskrankenhaus Bergstraße sind dies lindgrüne Kittel.
Den Anfang nahm die Idee des ehrenamtlichen Engagements für die Patienten in den USA. Von dort hat vor mehr als vierzig Jahren Brigitte Schröder, Frau des früheren CDU-Bundesministers Gerhard Schröder, die Initiative nach Deutschland gebracht. In vielen Kliniken sind die Helferinnen heute nicht mehr wegzudenken. zg
Aktuell sind 17 Grüne Damen am Kreiskrankenhaus aktiv. Als neues Mitglied wurde Doris Schulz begrüßt. Die Tätigkeit der Ehrenamtlichen wurzelt in deren christlich-ökumenischem Selbstverständnis. Hilfe bieten sie jedem Patienten, losgelöst von der Religionszugehörigkeit, an. Selbstredend, dass auch Alter und Herkunft keine Bedeutung haben.
Zuhören, reden, trösten, helfen
Die Grünen Damen hören zu, sind Gesprächspartnerinnen, begleiten Kranke zu Untersuchungen im Haus oder zu den sonntäglichen Gottesdiensten, machen mit ihnen kleine Spaziergänge und übernehmen Besorgungen innerhalb der Klinik. Die Frauen spenden durch ihr Dasein und ihre Worte Trost, sie muntern auf, sind dabei immer freundlich und dezent. Und wenn gewünscht, knüpfen sie Kontakte zur Klinikseelsorge. Was immer in den Unterredungen gesagt wird - nichts davon dringt nach außen. Nicht selten entwickelt sich nämlich aus anfänglicher Zurückhaltung bei Patienten große Offenheit. Sorgen, Nöte, Ängste kommen zu Sprache.
Weitere Mitarbeiterinnen sind bei den Grünen Damen willkommen - und auch Männer können sich einreihen. zg
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