DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

Montag, 06.07.2015

Suchformular
 
 
Bensheim Einhausen Heppenheim Lautertal Lindenfels Lorsch Zwingenberg Lampertheim Bürstadt Biblis Viernheim Groß-Rohrheim Worms

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • Drucken
  • Senden

Natur: Der Jäger Rolf Stadler erklärt, warum es nicht so leicht ist, Schäden wie die im Weinberg auf dem Steinkopf zu verhindern

Gezielte Wildschweinjagd ist schwierig

Heppenheim. Die Wildschweinpopulation hat in den vergangenen Jahren im gesamten mitteleuropäischen Raum zugenommen. An der Bergstraße klagen vor allem Winzer in letzter Zeit vermehrt darüber, dass Schwarzwild auf der Suche nach Nahrung ihre Wingerte umgräbt. Der jüngste Fall wurde vom Heppenheimer Steinkopf gemeldet (wir haben gestern berichtet). Deshalb fordern die Winzer, dass die Rotten verstärkt bejagt werden.

Doch so einfach ist das nicht, wie Rolf Stadler vom Jagdklub Sankt Hubertus Bergstraße erklärt. Wildschweine können in einer Nacht bis zu 50 Kilometer zurücklegen. "Wie sollen die Jäger eine solche Rotte, die permanent unterwegs ist, gezielt und wirksam bejagen?" Wann die Tiere wo auftauchen, sei nicht planbar, Jagderfolg oft Glückssache. "Das ist genauso Glück wie das bedauerliche Pech, das der Winzer jetzt hatte", sagt Stadler.

Wild kann keine Schilder lesen

Die Wingerte seien nun mal in der offenen Kulturlandschaft angelegt, und "das Wild kann leider keine Schilder lesen, um nicht dort nach Nahrung zu suchen, wo sie offenbar geradezu finden ist", sagt Stadler. "Irgendwo müssen die Tiere ja was zu fressen suchen, was sie meist nachts tun". Somit werde die Jagd zusätzlich erschwert.

Stadler versteht den Unmut der Winzer, die berechtigte Interessen hätten, "aber man kann nicht sagen, dass die Jäger nichts tun". Vielmehr versuchten sie mit revierübergreifenden Drückjagden sowie mit Ansitzjagden, die Wildschweinpopulation zu reduzieren. Die Reviere werden in der Regel bewusst gewählt. "Wir gehen dahin, wo vermehrt Schäden durch Wildschweine auftreten oder aufgetreten sind."

Im letzten Jahr hätten die Jäger die Anzahl der Jagden erhöht und zugleich die Abstände zwischen den einzelnen Einsätzen verringert. Bei einer Drückjagd in den Tongruben im Januar waren zehn Wildschweine geschossen worden, Anfang Dezember am Schlossberg waren es rund 30. Insgesamt hätten die Jäger in der Zeit von November bis Februar zwischen Auerbach und Laudenbach mehr als 150 Wildschweine erlegt. Dabei muss auch auf die Balance geachtet werden. "Wir wollen die Tiere ja nicht ausrotten", sagt Stadler, "aber dennoch den Bestand deutlich reduzieren".

Eine Drückjagd ist indes auch kein Spaziergang. Insbesondere der Einsatz der Treiber ist anstrengend. Oft müssen sie sich durch dichte Hecken kämpfen, manchmal auf allen Vieren.

Erschwert wird die Jagd auch, weil die Tiere hinzulernen und in Deckung bleiben. Und aufs Geratewohl darf nicht geschossen werden. "Selbst wenn der Jäger genau weiß, dass im Unterholz Wildschweine sind, selbst wenn er sie hört, darf er nicht einfach schießen." Das ist aus Tierschutzgründen nur erlaubt, wenn das jeweilige Tier gut zu sehen und sicher zu erlegen ist. Das sei in unebenen und unübersichtlichen Gebieten wie in den Weinbergen nicht immer einfach.

"Wer hundertprozentigen Schutz in seinen Wingerten will, müsste sie einzäunen - was allerdings mit hohen Kosten verbunden wäre", sagt Stadler. Gleichzeitig betont er das Angebot der Jäger, mit Betroffenen an einem Runden Tisch nach Lösungen zu suchen. schu

© Bergsträßer Anzeiger, Freitag, 15.02.2013

Kommentar schreiben

Jeder Kommentar wird mit dem Vor- und Nachnamen des Autors veröffentlicht.

Sie müssen sich anmelden, um einen Kommentar zu verfassen.

Leser-Kommentare  

Aufgrund von nicht freigegebenen Kommentaren kann die Anzahl dargestellter Kommentare abweichen

    • Drucken
    • Senden
     
     
    TICKER

    Das Wetter in Heppenheim

    Heppenheim (Bergstraße) - Prognose für 21 Uhr

    18°

    Das Wetter am 6.7.2015 in Heppenheim (Bergstraße): klar
    MIN. 18°
    MAX. 29°
     

    Bildung

    Letzter Schultag der Odenwaldschule

    Bergstraße. Kurz vor dem letzten Schultag hängt die Zukunft der Odenwaldschule nach Missbrauchsskandal und Missmanagement an einem seidenen Faden. Wenn die Schüler an diesem Donnerstag, 9. Juli, in die Ferien gehen, scheint es trotz vieler Rettungsversuche keine wirkliche Chance mehr zu geben. [mehr]

    Flohmarkt

    Sonnenbeschirmte Schnäppchenmeile

    Bensheim. Europa streitet übers Freihandelsabkommen - in Bensheim wird grenzenlos gedealt. Griechenland wackelt am Rand der Währungsunion - auf dem Beauner Platz verkauft einer ungeöffnete Euro-Starterkits von 2002. Preis: Verhandlungssache. Monetäre Melancholie kam dennoch nicht auf. Es war am… [mehr]

    Festival

    Woodstock-Flair im Birkengarten

    Lorsch. "Wollt ihr Elvis hören?" Natürlich wollte das Publikum - und die fünfköpfige Band Sam's Living-Room legte dem Publikum einen fetzigen Rock'n'Roll-Rhythmus in der gefühlten Sauna zu Füßen. Auch wenn die Klänge nicht immer so hitzig und feurig ausfielen wie etwa in eher schmusigen Beatles… [mehr]

     
     

    Ihr Kontakt zu uns

    Fragen? Lob? Kritik?

    So erreichen Sie das Kompetenzteam Heppenheim:

    Hans-Joachim Holdefehr

    06251/1008-82

    Fax

    06251/1008-76

    E-Mail

    ba-heppenheim@bergstraesser-anzeiger.de

    BRE_JAZZ_FESTIVAL_2_20080509200701.jpg

    Jazz-Festival

    Bach in St. Georg richtig jazzig

    Bergstraße. Nach dem Auftakt bei der Weinlagenwanderung geht das Bergsträßer Jazz-Festival beim Maiway-Musikfestival morgen (Mittwoch) in Bensheim weiter. Ab 21 und noch einmal ab 22 Uhr ist jeweils rund 40 Minuten lang das Programm "Chattin' with Bach - Bach, Jazz & more" in der Kirche St… [mehr]

    Überblick

    Schnell eingelebt

    Die Bergsträßer sind ein geselliges Völkchen. Geht man auf sie zu, wird man mit offenen Armen aufgenommen. Das gilt für die vielen Feste, das gilt aber auch sonst. Wer freundlich fragt, bekommt freundlich Antwort. [mehr]

    BA-Natürlich

    Gekrabbel und Gewusel an der Erlache

    Bergstraße. Derzeit brauchen die erwachenden Pflanzen neben Sonne und Wärme auch Wasser, damit sie richtig wachsen können. Nach einem viel zu trockenen Februar und März hatte sich zum Wochenende ein Wetterumschwung angekündigt, um den Durst der Natur zu stillen. Doch irgendwie hatte man da oben… [mehr]

    Griechenland-Krise

    Die Probleme nehmen zu – wie gefährdet ist Europa?

    Der Fall Griechenland gilt als eine der schwersten Bewährungsproben in der Geschichte der Europäischen Union. Scheitert der Friedensnobelpreisträger EU? Erbitterter Streit über den Umgang mit Flüchtlingen, wahrscheinlich unerfüllbare Reformforderungen der Briten und nicht zuletzt die eskalierte… [mehr]

    Großer Auftritt für kleine Leute

    Die im Jahr 2015 geborenen Mädchen und Jungen haben in der BA-Beilage "Babys 2015" ihren großen Auftritt. Auf 40 Seiten werden Bilder von Neugeborenen gezeigt, die von ihren Eltern, Großeltern, Paten oder Verwandten eingesandt wurden - eine gute Gelegenheit, die große Freude der Geburt mit allen… [mehr]

    Rund 300 Jobs, Praktika und Ausbildungsplätze in Heppenheim und Umgebung finden Sie hier

     

    DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR