DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

Montag, 31.08.2015

Suchformular
 
 
Bensheim Einhausen Heppenheim Lautertal Lindenfels Lorsch Zwingenberg Lampertheim Bürstadt Biblis Viernheim Groß-Rohrheim Worms

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • Drucken
  • Senden

Natur: Der Jäger Rolf Stadler erklärt, warum es nicht so leicht ist, Schäden wie die im Weinberg auf dem Steinkopf zu verhindern

Gezielte Wildschweinjagd ist schwierig

Heppenheim. Die Wildschweinpopulation hat in den vergangenen Jahren im gesamten mitteleuropäischen Raum zugenommen. An der Bergstraße klagen vor allem Winzer in letzter Zeit vermehrt darüber, dass Schwarzwild auf der Suche nach Nahrung ihre Wingerte umgräbt. Der jüngste Fall wurde vom Heppenheimer Steinkopf gemeldet (wir haben gestern berichtet). Deshalb fordern die Winzer, dass die Rotten verstärkt bejagt werden.

Doch so einfach ist das nicht, wie Rolf Stadler vom Jagdklub Sankt Hubertus Bergstraße erklärt. Wildschweine können in einer Nacht bis zu 50 Kilometer zurücklegen. "Wie sollen die Jäger eine solche Rotte, die permanent unterwegs ist, gezielt und wirksam bejagen?" Wann die Tiere wo auftauchen, sei nicht planbar, Jagderfolg oft Glückssache. "Das ist genauso Glück wie das bedauerliche Pech, das der Winzer jetzt hatte", sagt Stadler.

Wild kann keine Schilder lesen

Die Wingerte seien nun mal in der offenen Kulturlandschaft angelegt, und "das Wild kann leider keine Schilder lesen, um nicht dort nach Nahrung zu suchen, wo sie offenbar geradezu finden ist", sagt Stadler. "Irgendwo müssen die Tiere ja was zu fressen suchen, was sie meist nachts tun". Somit werde die Jagd zusätzlich erschwert.

Stadler versteht den Unmut der Winzer, die berechtigte Interessen hätten, "aber man kann nicht sagen, dass die Jäger nichts tun". Vielmehr versuchten sie mit revierübergreifenden Drückjagden sowie mit Ansitzjagden, die Wildschweinpopulation zu reduzieren. Die Reviere werden in der Regel bewusst gewählt. "Wir gehen dahin, wo vermehrt Schäden durch Wildschweine auftreten oder aufgetreten sind."

Im letzten Jahr hätten die Jäger die Anzahl der Jagden erhöht und zugleich die Abstände zwischen den einzelnen Einsätzen verringert. Bei einer Drückjagd in den Tongruben im Januar waren zehn Wildschweine geschossen worden, Anfang Dezember am Schlossberg waren es rund 30. Insgesamt hätten die Jäger in der Zeit von November bis Februar zwischen Auerbach und Laudenbach mehr als 150 Wildschweine erlegt. Dabei muss auch auf die Balance geachtet werden. "Wir wollen die Tiere ja nicht ausrotten", sagt Stadler, "aber dennoch den Bestand deutlich reduzieren".

Eine Drückjagd ist indes auch kein Spaziergang. Insbesondere der Einsatz der Treiber ist anstrengend. Oft müssen sie sich durch dichte Hecken kämpfen, manchmal auf allen Vieren.

Erschwert wird die Jagd auch, weil die Tiere hinzulernen und in Deckung bleiben. Und aufs Geratewohl darf nicht geschossen werden. "Selbst wenn der Jäger genau weiß, dass im Unterholz Wildschweine sind, selbst wenn er sie hört, darf er nicht einfach schießen." Das ist aus Tierschutzgründen nur erlaubt, wenn das jeweilige Tier gut zu sehen und sicher zu erlegen ist. Das sei in unebenen und unübersichtlichen Gebieten wie in den Weinbergen nicht immer einfach.

"Wer hundertprozentigen Schutz in seinen Wingerten will, müsste sie einzäunen - was allerdings mit hohen Kosten verbunden wäre", sagt Stadler. Gleichzeitig betont er das Angebot der Jäger, mit Betroffenen an einem Runden Tisch nach Lösungen zu suchen. schu

© Bergsträßer Anzeiger, Freitag, 15.02.2013

Kommentar schreiben

Jeder Kommentar wird mit dem Vor- und Nachnamen des Autors veröffentlicht.

Sie müssen sich anmelden, um einen Kommentar zu verfassen.

Leser-Kommentare  

Aufgrund von nicht freigegebenen Kommentaren kann die Anzahl dargestellter Kommentare abweichen

    • Drucken
    • Senden
     
     
    TICKER

    Das Wetter in Heppenheim

    Heppenheim (Bergstraße) - Prognose für 15 Uhr

    33°

    Das Wetter am 31.8.2015 in Heppenheim (Bergstraße): sonnig
    MIN. 19°
    MAX. 34°
     

    Frauenpower

    „Musik verbindet die Menschen“

    Bergstraße. Violinistin Irene Mauruschat ist eine vielfältige Künstlerin. Längst ist die gebürtige Tschechin an der Bergstraße heimisch geworden, sie wohnt in Zwingenberg. Im Interview mit dieser Zeitung stellte sie sich nicht nur Fragen zu musikalischen Themen. [mehr]

    Vogel der Nacht

    Kinder-Woodstock im Stadtpark

    Die Jüngsten kamen voll auf ihre Kosten: Der Samstagvormittag stand beim Stadtpark-Festival Vogel der Nacht im Zeichen des Kinder-Woodstock. Eine buntes Programm mit Musik und jeder Menge Lacher. [mehr]

    Riedring-Revival

    Heiße Öfen knattern über glühenden Asphalt

    Mit gut 5000 Besuchern rechneten die Organisatoren des Riedring-Revivals in Lorsch. Allerdings litt die zweite Auflage der Veranstaltung unter den enormen Temperaturen von deutlich über 30 Grad. Die rund 140 Fahrer hatten dennoch viel Spaß. [mehr]

     
     

    Ihr Kontakt zu uns

    Fragen? Lob? Kritik?

    So erreichen Sie das Kompetenzteam Heppenheim:

    Hans-Joachim Holdefehr

    06251/1008-82

    Fax

    06251/1008-76

    E-Mail

    ba-heppenheim@bergstraesser-anzeiger.de

    Bergsträßer Jazz-Festival

    Zwölf Stunden lang swingte die Stadt

    Bergstraße/Bensheim. Bensheim gilt nicht unbedingt als Hochburg des Jazz. Doch wenn das Bergsträßer Jazz-Festival zum "Jazz von 10 bis Zehn" einlädt, dann swingt die ganze Stadt. Rund um den Bürgerwehrbrunnen war am Samstag zwölf Stunden lang gute Laune bei einer Jazz-Session angesagt, bei der die… [mehr]

    Überblick

    Schnell eingelebt

    Die Bergsträßer sind ein geselliges Völkchen. Geht man auf sie zu, wird man mit offenen Armen aufgenommen. Das gilt für die vielen Feste, das gilt aber auch sonst. Wer freundlich fragt, bekommt freundlich Antwort. [mehr]

    BA-Natürlich

    Gekrabbel und Gewusel an der Erlache

    Bergstraße. Derzeit brauchen die erwachenden Pflanzen neben Sonne und Wärme auch Wasser, damit sie richtig wachsen können. Nach einem viel zu trockenen Februar und März hatte sich zum Wochenende ein Wetterumschwung angekündigt, um den Durst der Natur zu stillen. Doch irgendwie hatte man da oben… [mehr]

    Wasser

    „Heilige“ Brühe soll sauber werden

    Der Fluss ist der halben Menschheit heilig, aber tatsächlich eine ziemlich stinkige Brühe. Israelische, palästinensische und jordanische Umweltschützer wollen ihn mit einem Sanierungsplan retten. Der kleine Prinz George soll nicht mit der Wimper gezuckt haben, als ihm im zarten Alter von drei… [mehr]

    Großer Auftritt für kleine Leute

    Die im Jahr 2015 geborenen Mädchen und Jungen haben in der BA-Beilage "Babys 2015" ihren großen Auftritt. Auf 40 Seiten werden Bilder von Neugeborenen gezeigt, die von ihren Eltern, Großeltern, Paten oder Verwandten eingesandt wurden - eine gute Gelegenheit, die große Freude der Geburt mit allen… [mehr]

    Rund 300 Jobs, Praktika und Ausbildungsplätze in Heppenheim und Umgebung finden Sie hier

     

    DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR