DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

Montag, 21.04.2014

Suchformular
 
Bensheim Einhausen Heppenheim Lautertal Lindenfels Lorsch Zwingenberg Lampertheim Bürstadt Biblis Viernheim Groß-Rohrheim Worms

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden

Natur: Der Jäger Rolf Stadler erklärt, warum es nicht so leicht ist, Schäden wie die im Weinberg auf dem Steinkopf zu verhindern

Gezielte Wildschweinjagd ist schwierig

Heppenheim. Die Wildschweinpopulation hat in den vergangenen Jahren im gesamten mitteleuropäischen Raum zugenommen. An der Bergstraße klagen vor allem Winzer in letzter Zeit vermehrt darüber, dass Schwarzwild auf der Suche nach Nahrung ihre Wingerte umgräbt. Der jüngste Fall wurde vom Heppenheimer Steinkopf gemeldet (wir haben gestern berichtet). Deshalb fordern die Winzer, dass die Rotten verstärkt bejagt werden.

Doch so einfach ist das nicht, wie Rolf Stadler vom Jagdklub Sankt Hubertus Bergstraße erklärt. Wildschweine können in einer Nacht bis zu 50 Kilometer zurücklegen. "Wie sollen die Jäger eine solche Rotte, die permanent unterwegs ist, gezielt und wirksam bejagen?" Wann die Tiere wo auftauchen, sei nicht planbar, Jagderfolg oft Glückssache. "Das ist genauso Glück wie das bedauerliche Pech, das der Winzer jetzt hatte", sagt Stadler.

Wild kann keine Schilder lesen

Die Wingerte seien nun mal in der offenen Kulturlandschaft angelegt, und "das Wild kann leider keine Schilder lesen, um nicht dort nach Nahrung zu suchen, wo sie offenbar geradezu finden ist", sagt Stadler. "Irgendwo müssen die Tiere ja was zu fressen suchen, was sie meist nachts tun". Somit werde die Jagd zusätzlich erschwert.

Stadler versteht den Unmut der Winzer, die berechtigte Interessen hätten, "aber man kann nicht sagen, dass die Jäger nichts tun". Vielmehr versuchten sie mit revierübergreifenden Drückjagden sowie mit Ansitzjagden, die Wildschweinpopulation zu reduzieren. Die Reviere werden in der Regel bewusst gewählt. "Wir gehen dahin, wo vermehrt Schäden durch Wildschweine auftreten oder aufgetreten sind."

Im letzten Jahr hätten die Jäger die Anzahl der Jagden erhöht und zugleich die Abstände zwischen den einzelnen Einsätzen verringert. Bei einer Drückjagd in den Tongruben im Januar waren zehn Wildschweine geschossen worden, Anfang Dezember am Schlossberg waren es rund 30. Insgesamt hätten die Jäger in der Zeit von November bis Februar zwischen Auerbach und Laudenbach mehr als 150 Wildschweine erlegt. Dabei muss auch auf die Balance geachtet werden. "Wir wollen die Tiere ja nicht ausrotten", sagt Stadler, "aber dennoch den Bestand deutlich reduzieren".

Eine Drückjagd ist indes auch kein Spaziergang. Insbesondere der Einsatz der Treiber ist anstrengend. Oft müssen sie sich durch dichte Hecken kämpfen, manchmal auf allen Vieren.

Erschwert wird die Jagd auch, weil die Tiere hinzulernen und in Deckung bleiben. Und aufs Geratewohl darf nicht geschossen werden. "Selbst wenn der Jäger genau weiß, dass im Unterholz Wildschweine sind, selbst wenn er sie hört, darf er nicht einfach schießen." Das ist aus Tierschutzgründen nur erlaubt, wenn das jeweilige Tier gut zu sehen und sicher zu erlegen ist. Das sei in unebenen und unübersichtlichen Gebieten wie in den Weinbergen nicht immer einfach.

"Wer hundertprozentigen Schutz in seinen Wingerten will, müsste sie einzäunen - was allerdings mit hohen Kosten verbunden wäre", sagt Stadler. Gleichzeitig betont er das Angebot der Jäger, mit Betroffenen an einem Runden Tisch nach Lösungen zu suchen. schu

© Bergsträßer Anzeiger, Freitag, 15.02.2013

Kommentar schreiben

Jeder Kommentar wird mit dem Vor- und Nachnamen des Autors veröffentlicht.

Sie müssen sich einloggen, um einen Kommentar zu verfassen.

Leser-Kommentare  

Aufgrund von nicht freigegebenen Kommentaren kann die Anzahl dargestellter Kommentare abweichen

    • via Facebook teilen
    • Drucken
    • Senden
     
     
    TICKER

    Das Wetter in Heppenheim

    Heppenheim (Bergstraße) - Prognose für 3 Uhr

    Das Wetter am 21.4.2014 in Heppenheim (Bergstraße): klar
    MIN. 6°
    MAX. 21°
     

    Kinderpornografie

    OSO-Lehrer unter Verdacht

    Ein Lehrer der Odenwaldschule (OSO) in Heppenheims Stadtteil Ober-Hambach steht im Verdacht, über das Internet kinderpornografisches Material gekauft zu haben. Auf die Spur des Lehrers kamen die deutschen Fahnder durch einen Tipp der australischen Polizei. [mehr]

    Passionsspiele

    Sofa verschwunden

    Die italienische Gemeinde vermisst nach der Aufführung des Kreuzwegs am Freitag ein Sofa. Es dient seit 25 Jahren als Requisit und hat einen hohen ideellen Wert. Der unrechtmäßige Besitzer soll es einfach wieder am Hospitalbrunnen abstellen. [mehr]

    Asylbewerber

    Flüchtlinge greifen in Lorsch zu Harke und Schaufel

    Lorsch. An die Namen von fünf Männern aus Eritrea muss man sich erst noch gewöhnen - von ihrem Fleiß und ihrem Arbeitseifer sind die Mitglieder der Lorscher Kolpingsfamilie aber schon überzeugt. Rosenstrauch gesetzt Gemeinsam mit Abraham Tekle, Yosef Haddish, Gebremariam Aregay, Yosef Gebreselase… [mehr]

    Ihr Kontakt zu uns

    Fragen? Lob? Kritik?

    So erreichen Sie das Kompetenzteam Heppenheim:

    Hans-Joachim Holdefehr

    06251/1008-82

    Fax

    06251/1008-76

    E-Mail

    ba-heppenheim@bergstraesser-anzeiger.de

    BRE_JAZZ_FESTIVAL_2_20080509200701.jpg

    Bergsträßer Jazz-Festival

    Jazz am Maifeiertag

    Bensheim. Die Weinlagenwanderung gehört in der Region traditionell zum 1. Mai dazu. Seit einigen Jahren ist auch das Bergsträßer Jazz-Festival eine feste Größe bei der beliebten Freiluft-Veranstaltung. In diesem Jahr sind zum Auftakt des Jazz-Festivals wieder zwei Marching-Bands mit von der Partie… [mehr]

    Überblick

    Schnell eingelebt

    Die Bergsträßer sind ein geselliges Völkchen. Geht man auf sie zu, wird man mit offenen Armen aufgenommen. Das gilt für die vielen Feste, das gilt aber auch sonst. Wer freundlich fragt, bekommt freundlich Antwort. [mehr]

    BA-Natürlich

    Faktencheck rund ums Frühlingsfest

    Bergstraße. In Massen strömten die Menschen am Sonntag zum Naturschutzzentrum Bergstraße (NZB): Mit einem Frühlingsfest für Familien startete die Reihe BA-Natürlich, die der Bergsträßer Anzeiger gemeinsam mit dem NZB auf die Beine stellt, in die neue Saison. Der BA überprüft fünf Fakten. [mehr]

    Facebook Fans des Bergsträßer Anzeigers

    Mitmach-Aktion

    Baby-Beilage zum Jahresende

    Bergstraße. Weihnachten rückt immer näher und allerorten machen sich die Menschen schon Gedanken über die richtigen Präsente, feine Menüs und prächtige Christbäume. Das schönste Geschenk in diesem Jahr war für viele junge Familien aber sicher die Geburt ihres Kindes. Und die erlebte Freude können… [mehr]

    Berliner Ring

    Autofahrer müssen lernen, wie man im Kreisel fährt

    Erste Kritik am neuen Kreisel, BA vom 16. April Immer nur meckern, das kann es nicht sein! Lasst doch erst mal ein paar Wochen vergehen, dann kann man vielleicht ein Resümee ziehen. Bis dahin sollten die Kraftfahrer gelernt haben, wie man in einen Kreisel fährt - und vor allem wieder hinaus, denn… [mehr]

    Nichts dazugelernt

    Karl-Heinz Schlitt wirft der Führung der Odenwaldschule vor, lieber zu vertuschen als transparent zu informieren [mehr]

    Rezept

    Spargelsalat

    Nach dem Rezept der Landwirtschaftsmeisterin Sigrid Wendel. [mehr]

    Rund 300 Jobs, Praktika und Ausbildungsplätze in Heppenheim und Umgebung finden Sie hier

     

    DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR