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Das geistliche Wort:

Partnerschaften segnen, egal ob hetero oder homo

Archiv-Artikel vom Samstag, den 22.06.2013

Von Pfarrerin Monika Bertram

"Kirche stellt Homo-Ehe vor Altar gleich" - so oder so ähnlich titelten hessischen Medien am vergangenen Wochenende. Denn die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat eine neue Lebensordnung beschlossen, in der unter anderem die traditionelle Trauung und die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare weitgehend gleichgestellt werden.

Damit bezieht die Landeskirche klar Position. Die Segnung für lesbische und schwule Partnerschaften gibt es zwar bereits seit mehr als zehn Jahren in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, aber bisher wurde sie nicht in den Kirchenbüchern beurkundet.

Bereits in den 90er Jahren begann in den Kirchengemeinden das Gespräch über Homosexualität. Das Thema war bis dahin noch weitgehend tabuisiert. Lesbische und schwule Partnerschaften in Kirchengemeinden gab es einfach nicht.

Zu diesen ersten Gesprächen wurden immer häufiger auch Lesben und Schwule selbst eingeladen. Es waren nicht immer einfache Debatten, denn das Thema ließ die Emotionen hochkochen.

Aber Vorurteile bekamen konkrete Gesichter und wurden durch lebendige Lebensgeschichten ersetzt. Die offen erzählten Geschichten im geschützten Raum haben viele Frauen und Männer nachdenklich gemacht und zu veränderten Positionen und Haltungen zum Thema geführt.

Die Offenheit der beteiligten Kirchenbasis und die couragierte Position von unserer Kirchenleitung haben den Weg dafür bereitet, dass sich unsere Kirche 2002 im Dezember für die Segnung von lesbischen und schwulen Partnerschaften ausgesprochen hat.

Damit setzte die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau als eine der ersten Evangelischen Kirchen in Deutschland ein frühes Signal für Lesben und Schwule, dass sie in der Kirche willkommen sind und ihre Partnerschaft unter Gottes Segen stellen können.

Die Segnungsgottesdienste für lesbische und schwule Paare sind ein wichtiger Meilenstein. Sie zeigen, dass Lesben und Schwule Teil von Gottes guter Schöpfung sind. Aber bis zur Gleichberechtigung in Kirche und Gesellschaft ist es noch ein weiter Weg. Die am vergangenen Samstag beschlossene Lebensordnung ist ein weiterer Schritt in diese Richtung! Was zum Beispiel noch zu tun ist:

Die Gleichstellung von "Eingetragener Lebenspartnerschaft" mit der Ehe!

Wo immer es nötig ist, theologisch klar Stellung zu beziehen, dass auch Lesben und Schwule Gottes Ebenbilder und Teil von Gottes guter Schöpfung sind.

Sachliche Informationen und Aufklärung im Hinblick auf lesbische und schwule Lebensformen anzubieten in der Arbeit mit Schüler/innen und Konfirmand/innen und in der Erwachsenenbildung.

Schutz für Jugendliche und Erwachsene anbieten, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung beleidigt, ausgegrenzt oder (physisch und psychisch) bedroht werden.

Ich wünsche mir, dass in allen Kirchen dieser Welt möglich ist, was die hessische Kirche schon geschafft hat, dass alle Menschen, egal welcher Herkunft, egal welchen Geschlechts, egal welcher sexuellen Orientierung, die verantwortlich eine Partnerschaft leben, diese auch unter Gottes Segen stellen dürfen!

© Bergsträßer Anzeiger, Samstag, 22.06.2013

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