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Von wegen unbelastet

Von Florian Karlein

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© Jens Hackmann

Dass die Zukunft des FC Einhausen am seidenen Faden hängt, ist übertrieben. Aber doch schwebt die Rechnung über rund 299 000 Euro für den Ausbau der Kabinen über dem Verein wie das Schwert über Damokles - und das hing laut Überlieferung Ciceros auch nur an einem Rosshaar. Immerhin drücken den Verein bereits jetzt rund 50 000 Euro Schulden. Ob die Forderung der Firma ETI tatsächlich noch obendrauf kommt, wird wohl ein Gericht entscheiden. Bis diese Frage endgültig geklärt ist, sollte sich beim FCE aber niemand zu sicher sein. Zusätzliche Belastungen in dieser Höhe würden wohl das Aus für den kleinen Verein bedeuten.

Die Lage ist ernst. Von einer einzigen Frage hängt die Existenz des FC Einhausen ab: Hat der Vorstand um Michael Volk und Michael Wolf den Auftrag erteilt, die Kabinen zu sanieren oder nicht? War das der Fall - und kann das vor Gericht bewiesen werden -, wäre der Verein eindeutig der Adressat der 299 000-Euro-Forderung der ETI. Und dann gingen beim FCE die Lichter aus. Gab es jedoch keinen Bauauftrag, geht der Kelch an dem kleinen Verein vorüber; dann hätten die Einhäuser Verantwortlichen noch rechtzeitig die Notbremse gezogen.

Es bleiben Zweifel

Derzeit spricht vieles dafür. Ein schriftlicher Auftrag, den die Vorstandsmitglieder des Clubs unterzeichnet haben, ist nicht aufgetaucht. Das lässt vermuten, dass es tatsächlich keinen Auftrag gibt, denn für die Gegenseite (ETI) wäre das Schriftstück ein "Totschlagargument", dem der Verein nichts mehr entgegenzusetzen hätte. Michael Wolf und seine Vorstandskollegen bestreiten unterdessen, je einen Auftrag für den Ausbau der Kabinen erteilt zu haben.

Doch es bleiben Zweifel. Gab es vielleicht einen mündlichen Auftrag? Wenn ja, dann dürfte das schwierig zu beweisen sein. Hätten die Verantwortlichen "Halt" rufen müssen, als die Bauarbeiten begonnen haben? Immerhin wusste die Vereinsspitze ganz genau, dass für die Maßnahme kein Geld in der Kasse war und ist. All diese Fragen wird ein Richter beurteilen müssen.

Doch auch mit einem positiven Urteil für den FC Einhausen ist der Neuanfang noch nicht geschafft. Mögliche Manipulation von Spielerpässen, ein Jugendkonto, von dem keiner gewusst haben und von dem Geld verschwunden sein soll, und nicht zuletzt der Streit um die neuen Kabinen: Nach der gescheiterten Fußball-Ehe mit Manfred Hönig haben beide Seiten viel schmutzige Wäsche gewaschen. Selbst wenn der Club also finanziell unbeschadet aus den Streitereien hervorgeht - ein unbelasteter Neuanfang sieht anders aus.

© Bergsträßer Anzeiger, Mittwoch, 20.06.2012

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