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Persönlich: Rudolf Müllerklein aus Beedenkirchen organisiert seit vielen Jahren das Fahrtenangebot der Gemeinde Lautertal für die Senioren

Abseits der touristischen Trampelpfade

Archiv-Artikel vom Freitag, den 15.02.2013

Von unserer Mitarbeiterin Monika Hälker

Organisiert die Seniorenfahrten der Gemeinde Lautertal: Rudolf Müllerklein

© Neu

Beedenkirchen. Die Gemeinde unterbreitet seit vielen Jahren den Lautertaler Senioren das Angebot, gemeinsame Tages- oder Halbtagesfahrten zu unternehmen. Bürgermeister Josef Weitzel hatte seinerzeit die Idee in die Tat umgesetzt.

Zu Jahresbeginn bekommen die über 65-jährigen Bürger jeweils Post aus dem Rathaus mit der Liste der Termine. Die organisatorischen Fäden im Hintergrund knüpft in der Nachfolge von Margarete Sauer seit etlichen Jahren Rudolf Müllerklein.

Der passionierte Fotograf hat es sich zur Aufgabe gemacht, immer wieder schöne Orte zu finden, die abseits der touristischen Trampelpfade liegen und möglichst nicht bei professionellen Unternehmen gelistet sind.

Seine Ideen überreicht er Bürgermeister Jürgen Kaltwasser, der sein Okay zur Planung gibt, gegebenenfalls Verträge mit den Akteuren am Ort abschließt und verbindliche Anmeldungen übernimmt. Im Terminkalender des Rathauschefs sind die Ausflüge rot markiert. Er lässt es sich ungern nehmen, die älteren Bürger aus der Gemeinde zu begleiten.

Bis zu zwei Jahre Vorbereitung

Die Vorbereitung der Ausflüge lässt sich nicht von heute auf morgen erledigen. Eine Vorlaufzeit von bis zu zwei Jahren räumt Rudolf Müllerklein dafür ein. In Vortouren steckt er den zeitlichen Rahmen für die Unternehmungen ab und sucht geeignete Lokalitäten aus, die zu den Wünschen der älteren Generation passen. Dann spricht er mit den Inhabern sein Vorhaben ab. Denn als Bestandteil zu jedem Ausflug gehört die Rast mit Kaffee und Kuchen.

Beim gemütlichen Abschluss gibt es - gegen einen kleinen Obolus - die Begleitmusik dazu. Dann und wann greift Rudolf Müllerklein selbst in die Tasten seines Akkordeons und stimmt Lieder an, die auf der Wunschliste ganz oben stehen.

Das Angebot einer Tages- oder Halbtagesfahrt nehmen die Älteren in Lautertal gern wahr. Stets setzt sich ein voll besetzter Bus in Bewegung. Zum Beispiel nach Frankfurt, um dort auf ein Schiff umzusteigen und ein einmaliges Stadt- und Naturpanorama bis nach Seligenstadt zu genießen. An anderen Terminen schipperten die Senioren auf der Lahn und staunte in Würzburg über den fürstlichen Prunk im Schloss. Dann bewegte man sich auf den Spuren der Raubritter im Dahner Felsenland und brachte die Geschmackszellen in einer Lebkuchen- und Schokoladenfabrik in Schwung.

Immer wieder erweisen dem Reisetrupp die Stadtoberen des Zielortes ihre Reverenz. Der Bürgermeister in Gelnhausen habe sie gar mit einem Sektumtrunk begrüßt, erzählt Rudolf Müllerklein.

Auf der Suche nach Geheimtipps

Die Zeit setzt den Organisatoren enge Grenzen in der Auswahl. Die Ziele müssen in der näheren Umgebung liegen. Den Ausflüglern stets Neues zu bieten, erfordert Ideenreichtum und eine Portion Freude an Entdeckungen. Rudolf Müllerklein ist gern unterwegs. Dabei streckt er seine Fühler nicht so sehr nach dem Offensichtlichen aus, sondern nach dem, was unter dem Begriff "Geheimtipp" läuft.

Die Augen für das Besondere am Wegesrand zu öffnen, ist dem fast 80-Jährigen in seine berufliche Wiege gelegt. Als Fotograf war er an belebten Stätten wie auch in Feld und Flur auf Motivsuche mit der "Hasselblad". Schon Anfang der 50er Jahre fotografierte er mit seiner Kamera Fastnachtsveranstaltungen. Dabei setzte er Magnesiumpulver ein, denn Blitzgeräte gab es damals noch nicht.

In diesem Jahr wird Rudolf Müllerklein nicht nur auf einen runden Geburtstag schauen. Seit 50 Jahren ist er im OWK und ebenso lange in der Feuerwehr. Er war Mitbegründer des SPD-Ortsvereins in Beedenkirchen, der vor 40 Jahren aus der Taufe gehoben wurde.

Ein besonderes Anliegen ist dem Wanderer der Schutz der Tiere. Den Vögeln in der Wildnis hilft er zu überwintern, stellt Futterhäuschen auf und baut Nistkästen. Ein Begleiter im Alltag des Ehepaares ist der Hund, den man aus dem Tierheim holte.

© Bergsträßer Anzeiger, Freitag, 15.02.2013

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