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Gewerkschaft: Ingo Thaidigsmann und Horst Raupp informieren bei Veranstaltung im SSV-Vereinsheim / „Altersarmut ist eine tickende Zeitbombe“

DGB fordert: Sinkflug der Renten stoppen

Ingo Thaidigsmann (rechts) referierte bei einer Informationsveranstaltung des DGB Lautertal/Lindenfels im SSV-Vereinsheim in Reichenbach zum Thema "Zukunft der Rente".

© Lotz

Reichenbach. Für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik wirbt der DGB-Ortsverband Lautertal/Lindenfels. Bei einer Veranstaltung im SSV-Vereinsheim in Reichenbach machte er deutlich, dass "der Sinkflug der Renten gestoppt, sowie das Niveau der gesetzlichen Rente stabilisiert und wieder deutlich angehoben werden müsste".

Referent Ingo Thaidigsmann, Abteilungsleiter beim Bundesvorstand der IG BAU, bedauerte, dass "seit Anfang der 1980er Jahre an der Rente geschraubt" werde. Mit dem Ergebnis, dass die Renten heute immer kleiner würden. Daran änderten auch die zum Teil bis ins hohe Alter veränderten Eintrittsdaten nichts. Ein Rentenbeginn mit 73 Jahren, wie von Finanzminister Schäuble gefordert, sei "vollkommen unrealistisch".

Kapitaleinkünfte einbinden

Vorstand berichtet über seine Arbeit

Reichenbach. Der Reichenbacher Kerweverein lädt seine Mitglieder zur Hauptversammlung am Freitag, 24. März, ab 20 Uhr ins Gasthaus Zur Traube in Reichenbach ein.

Nach den Berichten des Vorsitzenden, des Rechners und der Kassenprüfer ist eine Aussprache geplant. Anschließend stehen die Beratung von Anträgen, die Planung der Kerb und weitere Veranstaltungen auf der Tagesordnung. red

Das Niveau der gesetzlichen Rentenversicherung sei also entscheidend für die Rentenhöhe und damit für die Lebensqualität im Alter, so Thaidigsmann. Deshalb müsse es dringend stabilisiert und im zweiten Schritt wieder angehoben werden.

Dafür wäre nicht nur eine vertretbare Anhebung der Beitragszahlungen der Arbeitnehmer erforderlich, sondern auch zwingend eine Einbindung der Kapitaleinkünfte mit entsprechenden Beitragsleistungen. Die derzeitige Beitragsbemessungsgrenze von 6300 Euro müsse gekappt, die Zahl der Geringverdiener verkleinert und Löhne und Gehälter angehoben werden, so der Gewerkschafter.

Deutschland stehe heute mit seinen zu geringen Mitarbeitervergütungen und damit günstigen Preisen bei seinen Handelspartnern weltweit gewaltig unter Druck. Hier könne mit einer Anhebung der Löhne und Gehälter nicht nur die Schieflage der Handelsbilanz gemindert, sondern auch der Inlandsumsatz erhöht und das Rentenniveau gestärkt werden.

2500 Euro brutto reichen nicht

Regionssekretär Horst Raupp kritisierte, dass die Rente schon heute für Millionen Menschen nicht mehr reiche. Fast zwölf Millionen Arbeitnehmer in Deutschland verdienten heute weniger als 2500 Euro brutto. Mit der geplanten Absenkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent im Jahr 2030 rutschten sie mit ihrer späteren Rente automatisch in die Altersarmut.

Den besten Schutz vor Altersarmut, so Raupp, böten sozialversicherte Beschäftigungen mit gutem Lohn. Er forderte deshalb deutliche Lohnerhöhungen, eine Ausweitung der Tarifbindung und einen ausreichenden und stetig steigenden gesetzlichen Mindestlohn.

Alle Erwerbstätigen müssten in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden. "Altersarmut ist eine tickende Zeitbombe mit erheblichem sozialem Sprengstoff, die dringend entschärft werden muss. Auch die heute Jungen brauchen eine Rente, die vor sozialem Abstieg und Armut schützt, den Lebensstandard sichert und ein gutes Leben ermöglicht. Dafür setzen sich der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften aktiv ein",. sagte Raupp.

In der Diskussion wurde eine Reihe von bedenklichen Beispielen genannt, in die ein Leben lang hart arbeitende Menschen durch die negative Entwicklung der Renten gekommen seien: "Hungerlöhne und Armutsrenten sind eine Kampfansage an die arbeitenden Menschen". Raupp und Thaidigsmann betonten unisono, dass die Aktion des DGB und seiner Mitgliedergewerkschaften nicht mit der Bundestagswahl endeten, sondern darüber hinaus fortgeführt würde. Wie beim Mindestlohn sei ein langer Atem erforderlich, um letztlich zu einem für die Menschen zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen. he

© Bergsträßer Anzeiger, Dienstag, 21.03.2017

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