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Vorschulangebot: Gruppe mit 20 Plätzen könnte auf Streuobstwiese in Reichenbach Quartier beziehen / Verein stellte Konzept auf Informationsabend vor

Waldkindergarten soll im Mai starten

Archiv-Artikel vom Montag, den 25.03.2013

Von unserer Mitarbeiterin Jutta Haas

Der Verein Natur- und Erlebniskindergarten Kolmbach informierte über das Konzept des Waldkindergartens, der ab Mai in Reichenbach 20 Plätze anbieten soll.

© Neu

Reichenbach. Viele Eltern finden die Idee des Naturkindergartens für ihren Nachwuchs interessant. Um das Kindergartenkonzept vorzustellen, hatte der Sozialausschuss jetzt zu einem Informationsabend zum Thema "Naturpädagogik im Lautertal" eingeladen. Vorsitzender Werner Heist konnte zahlreiche Besucher an diesem Abend begrüßen.

"Unser Ziel ist es, Anfang Mai mit dem Betrieb des Waldkindergartens zu starten", informierte Jens Grube vom Verein Natur- und Erlebniskindergarten Kolmbach, besser bekannt als Waldkindergarten Schannenbach. Die ersten Gespräche mit dem Jugendamt seien positiv verlaufen. Eine Gruppe mit maximal zwanzig Plätzen könne gebildet werden, gedacht sind Öffnungszeiten zwischen 7.30 und 13.30 Uhr. Von der Felsenmeerschule wurde auch angeboten, dass sich die Waldkindergartenkinder am Mittagessen in der Schule beteiligen. Je nach Bedarf wäre nach derzeitiger Überlegung auch eine Nachmittagsbetreuung möglich.

Gelände "Auf der Binn"

In der Gemeinde sind derzeit alle Plätze in den Kindereinrichtungen belegt, eine Warteliste existiert. 20  Plätze im Waldkindergarten würden die Situation entschärfen. Daher wird die Gemeinde ihren Anteil an der Trägerschaft übernehmen und hat die zu erwartenden Kosten bereits in den Haushalt eingestellt.

"Wir sind an einem Trägerverband interessiert", erklärte Jens Grube vom Verein. In einem gemeinsamen Konzept könnten sich alle Lautertaler Kindertagesstätten wiederfinden. Sie würden gemeinsam davon profitieren, etwa im Vertretungsfall. "Wir brauchen keine Konkurrenz, sondern ein Miteinander." jhs

Eine Streuobstwiese als Gelände für die Bauwagen befindet sich in Reichenbach "Auf der Binn", unweit des Kindergartens und nur wenige Minuten Fußweg zur Grundschule entfernt. Der Besitzer hat schon sein Einverständnis erklärt, wenn auch Bürgermeister Jürgen Kaltwasser noch auf die Unterschrift unter den Vertrag wartet.

Durch das Programm mit zahlreichen interessanten Beiträgen führte Sandra Maus als stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses. Der Verein Natur- und Erlebniskindergarten Kolmbach wurde 2001 gegründet und konnte im Jahr 2006 in Schannenbach mit seinem Betrieb beginnen. Aus finanziellen Gründen musste der Betrieb im Jahr 2011 geschlossen werden.

Ganztägiges Naturerlebnis

Der Verein finanzierte allein über die Elternbeiträge die Personal- und Sachkosten. In Schannenbach war eine Wiese am Waldrand angepachtet worden, wo auch zwei Bauwagen standen. Das Konzept sieht bei gutem Wetter ein ganztägiges Erleben der Natur vor. Kletterfelsen, Sprungtürme und Rutschen gab es völlig kostenlos im Wald.

Vereinsmitglied Svenja Hohenstein hatte in den letzten Tagen des Waldkindergartens in Schannenbach einen kleinen Film gedreht, der an diesem Abend gezeigt wurde. Er informierte über die täglichen Rituale der Kinder: Vom Morgenkreis, dem gemeinsamen Frühstück, bis hin zum freien Spielen und dem Abschlusskreis.

Die Kinder beschäftigten sich mit Themen wie "Unsere Erde", "Bäume und Pflanzen" oder "Essbare Kräuter". Für Vorschulkinder wurde spielerisch eine Reise ins Zahlenland unternommen und Buchstabenhäuschen gebaut.

"Die Kinder lernen in einem Waldkindergarten die Geländegängigkeit", so Förster Jens-Uwe Eder, der bei Hessenforst für die Waldpädagogik zuständig ist. Aus seiner Erfahrung weiß er, dass Kinder aus Waldkindergärten teils eine bessere Motorik aufweisen, als ihre Alterskameraden. "Die Waldkindergartenkinder lernen, sich trittsicher über Stock und Stein zu bewegen. Diese Kinder haben auch gelernt, dass sie nur ein Gast im Wald sind." Im Gegensatz zu vielen Freizeitsportlern bringen die Kinder deshalb mehr Verständnis für Waldbewohner und Pflanzen auf. "Diese Einrichtungen sind der beste Weg, damit Kinder ein Verständnis für die Natur bekommen", bekräftigte Jens-Uwe Eder. Diese Aussagen konnte Petra Schäfer, Erzieherin und Betreuerin im naturräumlichen Umfeld, nur bestätigen. "Die Kinder verlieren die Angst vor den anderen Lebewesen, und sie lernen, diese zu schätzen."

Kein Anmeldezwang

In der anschließenden Diskussion gab es auch kritische Stimmen vonseiten der Jägerschaft. Die Erfahrungen, die in den vergangenen Jahren mit Waldkindergärten gemacht wurden, zeigten aber, dass die Störungen durch die Kinder in Wald und Flur wesentlich geringer sind, als die des zunehmenden Freizeitsportes im Wald.

Widersprochen werden konnte dem Gedanken, dass die Gefahr besteht, dass Kinder, die keinen Platz in einem herkömmlichen Kindergarten bekommen, gezwungen werden, in den Waldkindergarten zu gehen.

Niemand müsse sein Kind in einen Waldkindergarten geben, wenn dies nicht der Wunsch der Eltern sei. "Es ist eine Lebenseinstellung, wenn Eltern ihre Kinder in Waldkindergärten geben wollen", betonte eine Mutter, "für uns ist es eine Bereicherung".

© Bergsträßer Anzeiger, Montag, 25.03.2013

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