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Evangelischer Kindergarten: Erstmals war Christian Schönung hier zu Gast

Vorlesestunde mit dem Lorscher Rathauschef

Der Lorscher Rathauschef Christian Schönung las im evangelischen Kindergarten in der Klosterstadt vor. Den Kindern gefiel es so gut, dass sie gleich eine Wiederholung forderten - und bekamen. 

© Ernst Lotz

Stimmbänder im Ausnahmezustand? Für den Lorscher Bürgermeister Christian Schönung kein Grund, seinen Besuch im evangelischen Kindergarten in der Biengartenstraße abzublasen. Der ist nämlich schon lange vereinbart, und sowohl die Vorschulkinder als auch das Stadtoberhaupt selbst freuen sich auf das Kennenlernen.

Der "hohe Besuch" aus dem Rathaus hat zudem ein Geschenk des Bergsträßer Anzeigers im Gepäck: Das bezaubernde Buch "Kamfu mir helfen?". Geschrieben hat es die Erzieherin und Autorin Barbara Schmidt, Grafiker Dirk Schmidt hat die wunderbaren Bilder dazu gezeichnet. Bevor Schönung das 2009 erschienene Buch allerdings den aufgeweckten Knirpsen für die Bibliothek ihres Kindergartens überreicht, wollen die erst einmal wissen, wie die Hauptfiguren, über die so viel geschrieben steht, überhaupt aussehen.

Kinder sind ganz Ohr

Nach einer kurzen Vorstellung des Bürgermeisters fängt dieser gleich mit dem Vorlesen an. Dass das beiden Seiten eine Menge Vergnügen bereitet, kann man auf Anhieb sehen. Die Kinder sind ganz Ohr und hängen gebannt an den Lippen ihres Besuchers.

Immer wieder macht der prominente Vorlesepate kleine Pausen und schaut sich zusammen mit den Jungen und Mädchen die Zeichnungen an. Und die sind wirklich gelungen. Mit wenigen Strichen und ganz viel Fantasie hat es der Illustrator geschafft, den blauen Elefanten, den zotteligen Ameisenbär, das rülpsende Schwein und die vorwitzige Fliege so darzustellen, als ob es gute alte Bekannte wären.

"Das Buch kenn' ich", meldet sich eine kecke Fünfjährige. Sie will aber ihren Freunden trotzdem nicht verraten, was es mit dem merkwürdigen Titel "Kamfu mir helfen" auf sich hat und warum der Elefant so merkwürdige Dinge sagt und Buchstaben vertauscht. Je mehr Schönung mit den Kindergartenkindern in die Geschichte eintaucht, umso verständlicher wird das Gebrabbel des Rüsseltiers.

Oh je, ein Zickzack-Malheur

Das ist nämlich gestolpert und sein bestes Stück ist davon nicht unverschont geblieben: Der Rüssel ist verbogen, und der Dickhäuter kann fortan nur noch seltsame Dinge von sich geben, die nur annährend so klingen wie das, was er eigentlich sagen will. Ganz einfach: Der blaue Elefant hat fortan einen Sprachfehler und ihm ist klar, dass er Hilfe braucht, am besten von seinen Freunden - denen mit Rüssel. Die wissen, wie man das Zickzack-Malheur beseitigt, glaubt er.

Aber es kommt zunächst einmal anders. Der Ameisenbär empfiehlt seinem Kumpel, den Rüssel ins Wasser zu tauchen, damit er schnell kuriert. Aber - der Rüssel bleibt krumm und schief. Versuch Nummer zwei beim Schwein: Das Borstentier hat eine andere Idee. Laut rülpsen soll der Elefant, dann wird der Rüssel schon gerade werden. Auch dieses Experiment misslingt.

Da erinnert sich der unglückliche Koloss an seine Freundin, die Fliege. Die krabbelt ganz unverfroren in die Nase und schaut nach, was es da so alles zu bestaunen gibt. Bis - ja bis es den Elefanten kräftig in der Nase bitzelt und er niesen muss. Und das Ende vom Lied: Der Rüssel ist nach einem kräftigen Hatschi wieder gerade, so wie es sich gehört. Aber die vorwitzige Fliege, die wie eine Rakete aus der Nase schießt, ist jetzt lädiert.

Kinder wollen's noch einmal hören

Die Lorscher Kindergartenkinder wollen sich damit längst nicht zufriedengeben. "Noch mal", fordern sie vom Bürgermeister, und der tut dem Nachwuchs den Gefallen und fängt von vorne mit der gereimten Geschichte an.

Unterstützung erfährt er von den jungen Zuhörern. Die wissen nämlich inzwischen ganz genau, welche Worte sich reimen. Und Christian Schönung ist baff erstaunt über so viel Gewitztheit und Cleverness. gs

Mittwoch, 28.11.2012

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