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Luisenkrankenhaus: Kritik am Verhalten „politischer Größen“ bei der Suche nach einer Lösung für die Finanzprobleme

Linke bringt die Klinikschließung in den Kreistag

Archiv-Artikel vom Freitag, den 24.06.2016

Lindenfels. "Schande über den Kreis Bergstraße, wenn dessen politische Elite das Wissen und die Erfahrung von Ärzten ignoriert. Ärzte sollten doch wissen, wo die Probleme bei der Gesundheitsversorgung liegen", schreibt die Partei "Die Linke" zu der bevorstehenden Schließung des Luisenkrankenhauses. Allen voran sei es der Hausarzt Dr. Gerhard Wetzig, ehemaliger Vorsitzender des Bergsträßer Hausärzteverbandes und Mitbegründer der ärztlichen Bereitschaftsdienstzentrale. Dr. Wetzig habe wiederholt deutlich gemacht, warum das Lindenfelser Krankenhaus "unentbehrlich für die Region" sei, so "Die Linke".

"Dr. Wetzig stellte heraus, dass er mehr als einmal auf den dramatischen Ärztemangel in der ländlichen Region hingewiesen habe. Spricht sogar von einer Landflucht der Ärzte, der die Kassenärztliche Vereinigung nichts entgegensetzen könne. Noch nicht einmal ein Partner für seine bestehende Praxis ließe sich anwerben. Auch niedergelassene Fachärzte seien im vorderen Odenwald mit der Lupe zu suchen. Und genau da setze das Luisenkrankenhaus mit seinen Leistungen an: Die nicht vorhandenen Ärzte werden durch die Klinik bei Notfall-Diagnostik und Therapie ersetzt. Niedergelassene Ärzte, die nur noch rar gesät sind, werden unterstützt", so Dr. Wetzig nach der Mitteilung der "Linken".

Anstatt die Einwände der Ärzteschaft als klares und deutliches Votum ins Sozialministerium zu tragen, beschäftige man sich lieber mit politischer Schadensbegrenzung. Nachdem die "Linke" für die Kreistagssitzung am 4. Juli einen Fünf-Punkte-Plan zur Rettung der Klinik vorgelegt habe und nachdem "die beteiligten politischen Größen" öffentlich unter Druck geraten seien, hätten sich Landtagsmitglied Peter Stephan (CDU) und Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) genötigt gesehen, "in sicherer Entfernung bei einem Besuch in Winterkasten, über die Luise zu resümieren.

Dort mit der unglaublichen Erkenntnis hausieren zu gehen, dass das Lindenfelser Krankenhaus noch Zeit gebraucht hätte, um 300 000 Euro vom Gremium der katholischen Kirche zum notwendigen Gesamt-Eigenkapital von 750 000 Euro genehmigt zu bekommen, schlägt dem Fass den Boden aus. Den Lindenfelsern die notwendige Zeit verwehren und ihnen dann noch mangelnden Elan vorwerfen, indem man die Planungen eines Konzeptes mit der Rehabilitationsklinik in Winterkasten nicht vorangetrieben habe, ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten", verurteilt Kreistagsabgeordnete Christiane Hennrich von der "Linken" das "Ablenkungsmanöver" von CDU-Seite.

Fraktionsvorsitzender Dr. Bruno Schwarz weiter: "Minister Grüttner gab bei seinem Besuch zum Ausdruck, dass der Kreis Bergstraße letztlich verantwortlich für die ärztliche Versorgung sei. Das riecht seitens des Ministeriums nach einem üblen Schwarzen-Peter Spiel. Kooperative Lösungssuche sieht anders aus."

Dr. Wetzig weise ausdrücklich auf das Durchschnittsalter in der Region um Lindenfels hin. Es liege bei über 64 Jahre, und auch in den Nachbargemeinden habe man es mit einem Durchschnittsalter von 60 Jahren zu tun. In der Region seien rund 80 000 Einwohner und über 20 Altersheime von einer gut erreichbaren, umfassenden Gesundheitsversorgung abhängig. Wenn die Klinik in Lindenfels ihre Pforte schließe, sei es eine Frage der Zeit, wann das hausärztliche System kollabiere. Die Praxen würden über kurz oder lang ebenfalls wegfallen, da auch die Ärzte irgendwann aus Altersgründen die Segel strichen.

"Benötigt wird eine Vorortversorgung. Eine Unfallambulanz ist unabdingbar, das Verbringen von Patienten in andere Kliniken etwa nach Erbach, ist organisatorisch völlig absurd. Die Region braucht kein ambulantes Fach- und Hausärzte-Konzept, das nicht mehr als Zukunftsmusik ist. Benötigt werden der Erhalt und Investitionen in vorhandene Klinikstrukturen.

Auch die Fraktion der "Linken" im Landtag habe sich der Lage angenommen und einen Antrag zur zeitnahen Aussprache vorgelegt, so Fraktionschef Schwarz abschließend. red

© Bergsträßer Anzeiger, Freitag, 24.06.2016

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