Lorsch.
Am Dienstag (19.) um 20 Uhr lädt die evangelische Kirchengemeinde zu einem Info-Abend über Oikocredit ein. Er findet im Martin-Luther-Haus statt. Oikokredit ist eine international tätige Kreditgenossenschaft, die 1975 durch eine Initiative des Ökumenischen Weltrats der Kirchen gegründet wurde.
In Förderkreisen organisiert
Seither ist die Genossenschaft zu einem der weltweit führenden Entwicklungsfinanzierer geworden. Sie vergibt Kleinkredite und unterstützt Genossenschaften sowie kleine Unternehmen in knapp 70 Ländern. Vor allem Kleinbauern und Frauen erhalten Hilfe zur Selbständigkeit.
Derzeit wird Oikokredit von 595 Mitgliedern getragen. Über 500 dieser Mitglieder sind Kirchen oder kirchennahe Institutionen. Es sind jedoch vor allem Private und Kirchengemeinden, die in 31 Förderkreisen Mittel durch Geldanlagen aufbringen. Diese Mittel in Höhe von derzeit rund 516 Millionen Euro sind gegenwärtig an weltweit 862 Partner ausgeliehen. 26 Millionen Menschen profitieren davon.
Michael Bergmann referiert
Meldungen über Fehlentwicklungen im Bereich von Mikrokrediten führten zuletzt allerdings zu Verunsicherungen. Eine Ursache sei, dass vermehrt normale Banken mit dem Ziel der Gewinnmaximierung in den Markt eingedrungen sind, ohne die Begrenzungen zu akzeptieren, die durch soziale Verantwortung und gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen zur Stützung schwächerer Kreditnehmer erforderlich gewesen wären, so die Kirchengemeinde.
Stärker als bisher wird deshalb darauf geachtet, dass durch die Vergabe von Krediten tatsächlich sozial messbarer Erfolg erzielt wird. Prüfungen der realistischen Erfolgsaussichten sind auch Vorbedingung für die Vergabe von Krediten. Die wichtigsten Kriterien sind Gesundheit, Bildung und Frauenförderung.
Referent des Abends am Dienstag in Lorsch ist Michael Bergmann, der von Oikocredit berichtet und darlegt, wie Einzelne oder Gemeinden ihr Geld ethisch sinnvoll und sozial verantwortlich anlegen können. Er ist selbst Mitglied im Oikocredit-Förderkreis Hessen/Pfalz, ebenso wie die Kirchengemeinde Schwanheim, zu der er gehört.
Arbeit für die Blindenmission
Michael Bergmann hat bis zum Beginn seines Ruhestandes über 25 Jahre in der Zentrale der Christoffel Blindenmission (CBM) in Bensheim gearbeitet. Nach dem Studium der Theologie, Erfahrung in der Projektarbeit im Zaire/Kongo und dem Studium der Betriebswirtschaft hat er seit 1981 bei CBM die Projektarbeit für Westafrika und Südasien sowie langjährig besondere Projektfinanzierungen verantwortet. red
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