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Sportlerwahl: Thomas Haas, Vizeweltmeister im Tischfußball, ist für den Titel „Sportler des Jahres“ nominiert / Auch als Schiedsrichter gefragt

Mit schnellen Puppen zu großen Erfolgen

Von unserem Redaktionsmitglied Nina Schmelzing

Thomas Haas ist als Tischfußballer erfolgreich. Der 20 Jahre alte Lorscher hat bereits viele Pokale erkämpft und wurde im vorigen Jahr Vizeweltmeister.

© Neu

Lorsch. Jeder hat schon mit Begeisterung Tischfußball gespielt. Aber ist das Sport? Selbstverständlich, sagt Thomas Haas. Der 20 Jahre alte Lorscher hat es in dieser Disziplin bereits weit gebracht. Im vorigen Jahr wurde er zum Beispiel Vize-Weltmeister und in den Kader der Herren-Nationalmannschaft aufgenommen. Jetzt ist Thomas Haas einer von insgesamt fünf Kandidaten, die von der Sportkommission der Stadt für die Wahl zum Lorscher Sportler des Jahres nominiert sind.

Wann er das allererste Mal am Kicker stand, das weiß Haas nicht - es war wohl an einem einfachen Baumarkt-Tisch. "Kickern ist cool", stellte er aber umgehend fest. Das schnelle Spiel hat ihn schon als Schüler so begeistert, dass er eine Tischfußball-AG am Goethe-Gymnasium gründete und die Gruppe leitete. Gemeinsam mit einem Freund entstand dann die Idee, ein Turnier zu besuchen. "Wir haben jedes Spiel verloren", gibt Haas zu - "und nicht nur knapp".

Die Erkenntnis, dass die Spitzengruppe auf einem völlig anderen Niveau unterwegs ist, hat den Tischfußballfan aber nur noch mehr angespornt. Er begann, zu trainieren, die Spielzüge der Meister zu studieren. Als 16-Jähriger überredete er seine Mutter, mit ihm die DM zu besuchen. Mit dem Wohnmobil machten sich beide auf den Weg. "Ab da war ich infiziert", sagt Haas. Über 30 Stunden verbrachte er in der Halle, genoss die Atmosphäre mit 500 Teilnehmern, die sich an 90 Tischen spannende Wettkämpfe lieferten.

Im vergangenen Jahr wurde Haas, der für die Kong Foos von Rot-Weiß Darmstadt startet, Hessenmeister im Einzel und Doppel. Auf der Weltrangliste im Einzel rangiert er inzwischen auf Platz 18. Besonders stolz ist er auf den Pokal "Most improved player", mit dem der Verband ihn als Spieler ehrte, der zuletzt am meisten zulegen konnte.

Leider werde Tischfußball als Sportdisziplin gelegentlich noch belächelt, bedauert Haas. Kritikern fehle oft einfach der tiefere Einblick. Haas kann von "körperlich richtig anstrengenden" Turnieren berichten, bei denen ein einziges Spiel über eine Stunde lang dauerte. Geschick, Konzentration, Koordination und Erfahrung sind unverzichtbar, um gute Pässe zum Tor zu spielen und die Partien über drei Sätze schließlich zu gewinnen. Über die entsprechende Fitness und Ausdauer verfügt der 20-Jährige sowieso.

Früher Torjäger und Turniertänzer

Sport hat immer eine wichtige Rolle für Haas gespielt. Früher hat er Triathlons absolviert, war beim Tennisclub aktiv, zwölf Jahre ging er bei den Fußballern der Olympia auf Torejagd. Derzeit arbeitet er in Bensheim als Tanzlehrer, vermittelt alle Schritte von Standard bis Latein, von Walzer bis Rumba. Mehre Jahre hat er selbst Turniere getanzt.

Sein Mathe-Studium hat der Goethe-Abiturient abgebrochen. Gerne würde er sein Hobby irgendwann zum Beruf machen. Der ambitionierte Tischfußballer - zu seinen Vorbildern gehört der technisch brillante Belgier Frédéric Collignon, der seit neun Jahren kein Turnier verlor - bildet sich zielstrebig weiter. Längst hat er Schiedsrichterprüfungen absolviert, ist in die Riege der National Referees aufgestiegen. Abseits gibt es beim Kickern mit den "Puppen", wie Tischfußballer die Figuren nennen, zwar nicht, dafür aber zum Beispiel die wichtige 15-Sekunden-Regel, die zu beachten ist. "Ich darf auch schon international schiedsen", freut sich Haas. Nur bei Final- und Halbfinalspielen darf er nicht alleine die Einhaltung der Regeln überwachen. An rund 40 Wochenenden sei er im Jahr auf Turnieren, sagt Haas. Berlin, Paris, Turin hat er unter anderem wegen seines Sports besucht. Viel Zeit, Geld, Nerven und Leidenschaft hat er investiert. "Kickern ist einfach der Kracher", sagt er über Tischfußball, das an insgesamt fünf verschiedenen Tischen mit unterschiedlich breiten Toren gespielt wird. In Kürze reist der Lorscher nach Hamburg. Vom 11. bis 16. April wird dort die WM ausgetragen.

Jeder kann kickern lernen

Haas freut sich, wenn das Interesse an Tischfußball steigt. Um den Sport bekannter zu machen, würde er auch einfach mal einen Tisch irgendwo aufstellen, wenn er darum gebeten würde. "Jeder kann es lernen", sagt er. Anfänger sollten natürlich nicht meinen, sie könnten gegen ihn als Gegner punkten. "Ich bin halt Vize-Weltmeister", erinnert er.

© Bergsträßer Anzeiger, Mittwoch, 15.03.2017

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