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Anbindung als ein Plus der Bergstraße

Archiv-Artikel vom Donnerstag, den 16.05.2013

Von Claus Gilke

Die Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar als starker, geschlossener Wirtschaftsraum - die IHK hat überprüft, ob dieses Bild stimmt. Ist dem so - und wie hat die Bergstraße dabei abgeschnitten?

Claus  Gilke: Es wurde bewiesen, dass die beiden Metropolregionen als einheitlicher Wirtschaftsraum gesehen werden müssen. In der Studie hat die Stadt Lorsch mit Blick auf den Faktor Zentralität die höchsten Werte erreicht und ist am besten an die Metropolregionen angeschlossen. Wer in der Region arbeitet oder seine Freizeit verbringen will, hat von Lorsch aus optimale Anbindungen. Für Unternehmen sind die Lieferanbindungen sehr gut. Generell präsentiert sich aber die gesamte Region, was die Erreichbarkeit in einem 50-Minuten-Radius betrifft, als geschlossen.

Die Studie zeigt auf, dass sich für eine bessere Entwicklung der Region auch Verwaltungsstrukturen ändern müssten. Wo sehen Sie bislang Probleme?

Gilke: Die Region gehört zusammen. Jede Grenze, die in politischen Planungen gezogen wird, stellt eine Hürde dar. Man sollte die Auswirkungen solcher Verwaltungsgrenzen auf die Entwicklung der Region nicht unterschätzen. Ziel muss es sein, grenzübergreifend Gemeinsamkeiten zu finden.

Gibt es Beispiele, wo diese Zusammenarbeit funktioniert? Und wo funktioniert sie nicht?

Gilke: Ein gutes Beispiel ist das internationale Standortmarketing der Region Rhein-Main. Damit lässt sich die Region international als interessanter Standort präsentieren. Im Rhein-Neckar-Dreieck gibt es einen gemeinsamen Planungsverband, wo beispielsweise über Flächennutzung entschieden wird. So ein Konzept ließe sich noch stärker auf andere Regionen ausweiten. Ärgerlich für Pendler sind die bislang uneinheitlichen Nahverkehrstarife - hier müsste eine verbundübergreifende Lösung her.

Sehen Sie die Gefahr, dass die ländlichen Bereiche im Wirtschaftsraum der Metropolregionen abgehängt werden?

Gilke: Die Studie zeigt, dass auch die ländlichen Bereiche eingebunden sind. Schwierig ist die Situation im östlichen Odenwald: Aufgrund der Randlage gibt es weniger Möglichkeiten für Arbeitssuchende. Für Unternehmen sind Lieferbedingungen und Kundengewinnung schwierig. Ein Ansatz ist, Anbindungen zu verbessern und den östlichen Odenwald für Pendler und Firmen attraktiver zu machen.

Standortmarketing nimmt in der Entwicklungsstrategie für die Region eine zentrale Rolle ein. Wie vermitteln Sie die Notwendigkeit angesichts klammer Kassen in den Kommunen?

Gilke: Das Geld ist in den Kommunen vorhanden. Es besteht aber häufig die Sorge, dass man in einem Verband einen Beitrag zahlt und dann zuerst andere profitieren. Da geht man lieber allein zu Werke - meist wenig erfolgreich. Es herrscht die Devise, dass man für sein Geld sofort eine Leistung sehen will: Aber auch wenn sich ein Unternehmen im Nachbarort ansiedelt, profitiert eine Kommune - das ist gerade der Charme der Verflechtung. han

Donnerstag, 16.05.2013

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