BA Natürlich:
Etwa 500 Besucher kommen bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt zum „Wintermärchen am Erlachsee“
Das beste Versteck ist ein Haufen Müll
Von unserem Redaktionsmitglied Florian Karlein
© Dietmar Funck, Bergsträßer Anzeiger, 64625 Bensheim
Wo hält sich das Wasser im Filmdöschen am längsten warm? Die Kinder beim "Wintermärchen" im Naturschutzzentrum waren sehr einfallsreich bei der Suche nach geeigneten Plätzen.
© Funck
Mit heißen Getränken gegen Temperaturen nur wenig über dem Gefrierpunkt (links); Kletterspaß am Naturschutzzentrum (rechts).
© Dietmar Funck, Bergsträßer Anzeiger, 64625 Bensheim
© Dietmar Funck, Bergsträßer Anzeiger, 64625 Bensheim
Bergstraße.
Max stemmt die Hände in die Hüfte. "Ich habe das beste Versteck gefunden", sagt der sechsjährige Bensheimer mit fester Stimme und zeigt mit dem Finger auf die kleine Kiste, in denen die Filmdosen liegen. "Da hab ich sie druntergelegt, und das Wasser war dann noch 28 Grad warm."
Filmdosen mit warmem Wasser
Annika Berg steht daneben und lacht. Sie betreute gestern am Naturschutzzentrum das Spiel mit den Filmdosen mit dem warmen Wasser darin. Die Mitspieler mussten ein Versteck suchen, in dem das Wasser möglichst lange möglichst warm bleibt. So sollte beim "Wintermärchen am Erlachsee" zum Auftakt der Veranstaltungsreihe BA Natürlich simuliert werden, wie schwer es Tiere haben, durch den Winter zu kommen. Und Max hat sich für ein Versteck entschieden, das in der Natur ein Haufen Müll wäre. "Es kommt darauf an, wie der Müll geschichtet ist - dann könnte das in der Tat ein gutes Versteck sein", erklärt Berg. Aber es bleibt dabei: Müll gehört in die Tonne und nicht in den Wald.
Auf dem Gelände des NZB finden die vor allem kleinen Teilnehmer jede Menge andere Verstecke: im Gras, in Erdlöchern, im Sand oder unter Baumstümpfen. Vor allem Letzteres eignet sich gut - im Sand kühlt das Wasser in den Filmdosen dagegen am schnellsten aus.
Wer friert, verliert
Apropos: Wer friert, verliert, lautete gestern beim Familienfest von BA und NZB das Motto. Der erhoffte Schnee bleibt zwar aus, aber bei Temperaturen nur wenige Grad über dem Gefrierpunkt müssen sich die Besucher dennoch gut anziehen. Oder sich ans Lagerfeuer oder bei einem Stück Kuchen in den Innenbereich setzen. Auffällig ist, dass vor allem Eltern und Großeltern auf diese Idee kommen - während der Nachwuchs tapfer über das gesamte Gelände wuselt. Für die Eltern, die mit raus müssen, bieten die Streuobstwiesenretter selbst gemachten Apfelpunsch an - auf Wunsch mit einem Schuss selbstgemachten Apfelschnaps.
Von Annika Berg fordern unterdessen immer wieder dieselben Jungs und Mädchen eine Filmdose mit warmem Wasser. "Die Kinder lernen schnell, welche Verstecke gut sind und welche nicht", sagt die Betreuerin. Und die Eltern mit. Denn auch wenn die nicht selbst auf die Suche gehen, bei den Erklärungen der Expertin lauschen sie doch wieder interessiert.
Eltern lernen mit den Kindern
Anderes Angebot, gleiches Spiel. Überall lernen die Eltern hinter ihren Kindern mit. "Das ist das Schöne an diesen Veranstaltungen", sagt Veronika Lindmayer, die pädagogische Leiterin am NZB. Sie ist vollauf zufrieden mit dem Wintermärchen als Auftakt in die Natürlich-Saison 2013. Kein Wunder: Etwa 500 Besucher fanden den Weg an die Erlache.
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