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Bergsträßer Jazz-Festival: Gospelkonzert im Parktheater

Die Zuhörer sangen, tanzten, klatschten mit

Von unserer Mitarbeiterin Monika Hälker

Klatschen, singen, tanzen: Die Jackson Singers begeisterten ihr Publikum am zweiten Weihnachtsfeiertag im Parktheater.

© Lotz

Ein Chor mit neun großartigen Stimmen und dazu drei Instrumentalisten entfachten bei ihrem Auftritt in Bensheim ein wahres Feuerwerk der Freude.

© Lotz

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Bergstraße. Authentischer und vitaler lässt sich die christliche Botschaft im afroamerikanischen Stil wohl kaum zelebrieren: Die neun starken Stimmen der Jackson Singers präsentierten in spürbarem Hochgefühl und in unbändigem Esprit Gospelsongs, die die Zuhörer tief berührten.

Der Chor und die drei Instrumentalisten um Bandleader und Music-Director Fitzroy Burroughs entfachten ein wahres Feuerwerk der Freude, das die Besucher im Parktheater am zweiten Weihnachtstag regelrecht in ihren Sog zog. Von Beginn an schwappten die rhythmusstarken Wellen der bewegend in Szene gesetzten Spirituals über. Sie erfassten die begeisterten Zuhörer, die den Auftritt mit enthusiastischem Applaus begleiteten.

Die Jackson Singers hatten sowohl in ihrer Bühnenpräsenz als auch in ihrer ansteckend euphorischen Atmosphäre die Besucher über mehr als zwei Stunden fest im Griff.

Das Bergsträßer Jazz-Festival hat auch 2013 viel zu bieten. Ein Ausblick:

15. März, Bürgerhaus Bensheim: B.B. & The Blues Shaks

1. Mai, Weinlagenwanderung: Marching Dixies und Hot Four

5. Mai, Theater Sapperlot in Lorsch: Exultatio - Gregorian Jazz

8. Mai, St. Georg, Bensheim: New York Mass (im Rahmen von Maiway)

10. August, Bürgerwehrbrunnen Bensheim: Jazz von 10 bis Zehn

22. September, Naturschutzzentrum Bergstraße: Alpcologne

Auch ein Weihnachts-Gospelkonzert ist wieder in Planung. seg

Man genoss das Gastspiel und schaute nicht nur mit Vergnügen über den kulturellen Tellerrand hinweg in die afroamerikanischen Gefilde. Gleichzeitig wurden die Zuhörer selbst aktiv: Sie standen von den Sitzen auf und sangen, tanzten und klatschten zu den Gesängen.

Heißer Draht zum Publikum

Fitzroy Burroughs hielt von Beginn an den heißen Draht zu den Zuhörern, schwor sie auf die Gemeinschaft ein und forderte zu einem ungezwungenen Miteinander auf. Mit "Halleluja" setzte er den Gospelzug in Bewegung, der in explosiver Dynamik durchs Parktheater fegte.

In einem kreativen Feinschliff erschloss die Truppe selbst musikalische Grenzbereiche und brachte die Ohrwürmer des Gospels in strahlenden Klangbildern zu Gehör. Mit einer schwungvollen Leichtfüßigkeit und einer ergreifenden Tiefe durchschritt die Formation die vielfältigen Ausdrucksformen der Spirituals. Sie wusste mit der Stärke in der Improvisation zu spielen und mit charismatischem Ausdruck zu fesseln.

Großartige Solisten

Alle neun Sängerinnen und Sänger erwiesen sich als großartige Solisten, die die Bandbreite von verschiedenen Stimmlagen zwischen Sopran und Bass auffächerten. Ein ums andere Mal entrollten sie einen facettenreichen Klangteppich: mal im harmonisch aufeinander abgestimmten Chor, dann im Duett oder im Solo bewegte man sich euphorisch und fröhlich auf einer temperamentvollen, rasanten oder aber zarten Klaviatur.

Explosive Dynamik

In "What a Time" stand die kräftige Baritonstimme Brad Summers in den Vordergrund, um dann in "Let it shine" von der sonoren, klaren Altstimme der Carolyne Pirulli abgelöst zu werden. Mit "Sing Jesus" hallte durchs Parktheater ein farbenfrohes, mehrstimmig arrangiertes Tongemälde, das in seiner Intensität und Dichte berauschte.

Die Gruppe - selbst auf der Bühne stets in Bewegung - goss die bekannten Traditionals und Spirituals in eine explosive Dynamik, die mitriss. Die Jackson Singers ließen miterleben, dass "God-Spell" wesentlich mehr ist als ein durch Sklaven nach Amerika importierter und entwickelter Gesangsstil. Die bunte Truppe spiegelte die tiefe Verwurzelung in einer Lebensphilosophie wider, die im Blues und Jazz weitere Formen annahm.

Das Konzert im Rahmen des Bergsträßer Jazzfestivals hat mit dem Gospel eine weitere urwüchsige afroamerikanische Klangfarbe hinzugewonnen. Künstlerischer Leiter Bruno Weis verkündete am zweiten Weihnachtstag mit Stolz wieder ein volles Haus. Der exzellente Parforceritt der Jackson Singers setzte einen Farbtupfer in dem musikalischen Reigen, der 2012 die fünfte Runde erlebte und Appetit machte auf noch mehr - und das gibt es beim Bergsträßer Jazz-Festival 2013.

© Bergsträßer Anzeiger, Freitag, 28.12.2012

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