DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

Mittwoch, 23.07.2014

Suchformular
 
 
Bensheim Einhausen Heppenheim Lautertal Lindenfels Lorsch Zwingenberg Lampertheim Bürstadt Biblis Viernheim Groß-Rohrheim Worms

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden

Landratsamt: Ausstellung zur Verfolgung von Sinti und Roma

Hornhaut auf der Seele

Bergstraße. "Wer in Auschwitz war, hat für den Rest seines Lebens eine Hornhaut auf der Seele", so der ehemalige Häftling des Konzentrationslagers Hermann Langbein.

Nach diesen Worten und in Erinnerung an Langbein, der nach dem Krieg zu den Mitbegründern des Internationalen Auschwitzkomitees gehörte und maßgeblichen Anteil am Zustandekommen der Frankfurter Auschwitz-Prozesse Mitte der 1960er Jahre hatte, ist die Ausstellung benannt, die jetzt im Bergsträßer Landratsamt zu sehen ist. Die Eröffnung der Ausstellung "Hornhaut auf meiner Seele - Die Geschichte zur Verfolgung der Sinti und Roma in Hessen" erfolgte jetzt im Foyer der Behörde in Heppenheim (Graben 15). Erster Kreisbeigeordneter Thomas Metz hatte zu der öffentlichen Veranstaltung eingeladen: "Wir wollen mit dieser Ausstellung einen Zugang zu einem jahrzehntelang verschütteten und verschwiegenem Thema eröffnen."

Ähnlich wie für Juden gab es für Sinti über lange Zeiträume Berufsverbote, viele zogen als Händler, Handwerker und Musiker durch Europa. Nur wenige schriftliche Zeugnisse erwähnen die Minderheit, meist sind es Polizeierlasse.

Schwerpunkt liegt auf der NS-Zeit

Mit einem Schwerpunkt auf die Zeit des Nationalsozialismus wird in der Ausstellung diese jahrhundertelange Geschichte der Diskriminierung und Verfolgung der Sinti und Roma beleuchtet und aufgezeigt, wie sich tradierte "Zigeunerbilder" bis heute halten. Erst 1982 wurde der Völkermord an den Sinti und Roma offiziell anerkannt, weitere 30 Jahre dauerte es bis zur Einrichtung eines Denkmals für die Opfer in Berlin im Jahr 2012.

Mit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens zum Schutz nationaler Minderheiten im Jahr 1997 durch die Bundesrepublik Deutschland wurden die deutschen Sinti und Roma als nationale Minderheit anerkannt. Damit geht die Verpflichtung einher, die Rechte dieser Angehörigen, einschließlich des Romanes als nationale Minderheitensprache, zu achten, zu schützen und zu fördern.

Als Nachbarn unerwünscht

Dem steht gegenüber, dass nach wie vor Sinti und Roma auch heute noch Ablehnung in vielfältiger Form erleben. So möchte eine große Zahl von Menschen, laut einer Studie der Technischen Universität Berlin, Sinti und Roma nicht als Nachbarn haben - obwohl sie möglicherweise bereits Sinti und Roma als Nachbarn haben, ohne dies zu wissen.

Über 65 Tafeln

Die umfangreiche Ausstellung - insgesamt über 65 Tafeln thematisch breit angelegt - wurde vom Landesverband der Sinti und Roma in Zusammenarbeit mit dem Historiker und Diplom Politologen Dr. Udo Engbring-Romang konzipiert und umgesetzt. Sowohl Udo Engbring-Romang als auch Rinaldo Strauß vom hessischen Landesverband waren bei der Ausstellungseröffnung anwesend und gaben Erläuterungen zu einzelnen Tafeln.

Die Einführung in die Ausstellung erfolgte durch Peter E. Kalb, Programmleiter eines pädagogischen Fachverlages, der als junger Mann den Ausschwitz-Prozess als Zeugenbetreuer hautnah miterlebt hat. red

© Bergsträßer Anzeiger, Donnerstag, 21.11.2013

Kommentar schreiben

Jeder Kommentar wird mit dem Vor- und Nachnamen des Autors veröffentlicht.

Sie müssen sich einloggen, um einen Kommentar zu verfassen.

Leser-Kommentare  

Aufgrund von nicht freigegebenen Kommentaren kann die Anzahl dargestellter Kommentare abweichen

    • via Facebook teilen
    • Drucken
    • Senden
     
     
    TICKER

    Das Wetter in der Region

    Bensheim - Prognose für 21 Uhr

    19°

    Das Wetter am 23.7.2014 in Bensheim: leicht bewölkt
    MIN. 17°
    MAX. 30°
     

    Lückenschluss im Stubenwald

    Bensheim. Baustellen in Gewerbegebieten sind meistens ein gutes Zeichen - so auch im Bensheimer Stubenwald. Dort wird zurzeit am Lückenschluss gebastelt, werden die letzten freien Ecken bebaut. [mehr]

    Kirche

    Klitschnass, aber zufrieden

    Heppenheim. Ein Pfarrfest ist Treffpunkt für viele, das hat sich am Wochenende wieder in Heppenheims katholischer Gemeinde Sankt Peter gezeigt. Die Rahmenbedingungen waren schwierig, doch gerade deshalb sollten die Stunden diesmal mehr denn je zum Fest der Begegnung werden. [mehr]

    Heimat- und Kulturverein

    1,3 Kilogramm geballte Lorsch-Infos

    Lorsch. Für Bürgermeister Christian Schönung ist das neue Buch des Heimat- und Kulturvereins ein "Meisterwerk". Und mit seinem Urteil über den Band mit dem Titel "Lorsch und sein Kloster: 764 bis 2014" steht der Verwaltungschef nicht allein da. Die Präsentation des knapp 350 Seiten starken Buches… [mehr]

     
     

    Ihr Kontakt zu uns

    Fragen? Lob? Kritik?

    So erreichen Sie uns:

    Kai Segelken

    Florian Karlein

    06251/1008-88

    06251/1008-86

    Fax

    06251/1008-76

    E-Mail

    ba-region@bergstraesser-anzeiger.de

    Bergsträßer Jazz-Festival

    Auf Streife mit der Jazzpolizei

    Bensheim. Am 16. August (Samstag) wird es in der Bensheimer Innenstadt wieder jazzig, wenn vier Bands beim Bergsträßer Jazz-Festival am Bürgerwehrbrunnen aufspielen. "Jazz von 10 bis Zehn" ist jedes Jahr der Höhepunkt des Festivals - nicht nur für Jazz-Liebhaber - und auch diesmal wieder mit… [mehr]

    Überblick

    Schnell eingelebt

    Die Bergsträßer sind ein geselliges Völkchen. Geht man auf sie zu, wird man mit offenen Armen aufgenommen. Das gilt für die vielen Feste, das gilt aber auch sonst. Wer freundlich fragt, bekommt freundlich Antwort. [mehr]

    BA Natürlich

    Inventur der Natur: 350 Arten entdeckt

    Bergstraße. Biodiversität ist kein abstrakter Begriff, sondern ein sinnliches Erlebnis. Spürbar beim Selbstversuch am Froschteich des Naturschutzzentrums. Frösche quaken, Libellen surren und Vögel singen. Am Fuß kitzelt eine Ameise, irgendeine Mücke kollidiert mit dem rechten Ohr und braucht einen… [mehr]

    Facebook Fans des Bergsträßer Anzeigers

     

    DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR