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Spende: Mitglieder einer Bruderschaft unterstützen Familie eines Lampertheimer Mädchens

Ritter helfen kranker Emily

Bei ihrem Jahrestreffen trafen die Mitglieder der Bruderschaft "Das Goldene Vlies" auch mit der "Fraa vun Bensem" zusammen.

© red

Bergstraße. "Die Hoffnung stirbt zuletzt." Das steht ganz oben auf Emilys Seite im Internet. Die Dreieinhalbjährige war bis Ende 2010 ein ganz normales, kleines Mädchen. Plötzlich wurden ihre Füße schief, sie sagte nicht mehr Mama und Papa und der Kopf fiel nach hinten. Die Muskeln bildeten sich zurück, und Emily konnte kaum noch etwas eigenständig machen. Es folgte eine Odyssee und viele Untersuchungen. Lange dauerte es, bis die Diagnose für die kleine Lampertheimerin feststand: ein Gendefekt. Im Fachjargon heißt das Infantile Neuroaxonal Dystrophy (INAD). Im Jahr 2008 waren bundesweit nur 45 Fälle von INAD bekannt. Die Ärzte redeten Klartext und mussten den Eltern sagen, dass eine Heilung nicht möglich sei.

Emilys gesundheitlicher Verfall ging relativ schnell vonstatten. Von Ärzten wurde eine Delfintherapie empfohlen. Diese muss aber aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Die Eltern erfuhren, dass eine solche Therapie wahrscheinlich um die 20 000 Euro kosten wird. Solche ganz speziellen Maßnahmen werden weltweit nur an wenigen Orten angeboten. Nachvollziehbar, dass man das dem eigenen Kind auf alle Fälle ermöglichen möchte, hat man damit eine Aussicht auf den Stillstand dieser heimtückischen Krankheit.

Diesem Ziel sind die Eltern jetzt dank einer großzügigen Spende der Ritter der internationalen Bruderschaft "Das goldene Vlies" in Höhe von 3600 Euro ein Stück näher gekommen. cf

Kleine Gruppe, großes Ziel: Unterstützung im humanitären Bereich

Es gibt nur wenige Mitglieder, die der internationalen Bruderschaft "Das goldene Vlies" angehören. In Deutschland sind es lediglich 28 Personen - Herren, genauer gesagt. Gegründet wurde die Bruderschaft im Jahr 1978 von Eugen Fritzenschaft und Jupp Müller-Kattwinkel. Letzterer ist heute 93 Jahre alt.

Die 28 Mitglieder haben sich zum Ziel gesetzt, im humanitären und karitativen Bereich aktiv zu werden und sich der Völkerverständigung zu widmen. Neue Mitglieder werden empfohlen, man kann also nicht durch einfachen Beitritt Mitglied werden. Neulinge kommen im ersten Jahr zum jährlichen Treffen mit, danach entscheidet die Gruppe über die Mitgliedschaft.

Jede Nation darf nur drei neue Mitglieder pro Jahr melden, so ist es festgelegt. Daraus erklärt sich die recht kleine Anzahl von 28. Die Bruderschaft ist ein ganz normaler Verein und als gemeinnützig anerkannt. Jedes Mitglied zahlt einen festen Jahresbeitrag ein. Ferner ist jeder bestrebt, über Spenden Menschen zu unterstützen, die in einer Notsituation sind. So gingen bereits Spenden an ein Kinderhospiz nach Düsseldorf und an ein Kinderheim in Stuttgart. In diesem Jahr entschied man sich für die kleine Emily aus Lampertheim. Des Weiteren wurde die Heimatvereinigung in Bensheim bedacht.

Den Namen Bruderschaft wählte man in Anlehnung an die Ritter, denn für sie hieß das Wort Bruder auch zusammenzuhalten. Alleine im Rhein-Main-Neckar-Raum gibt es vier Mitglieder, die der Bruderschaft angehören. Einmal jährlich trifft sich die Gruppe zur Mitgliederversammlung. Diesmal fand sie auf Empfehlung von Großsekretär Herbert F. Tiefel (Lampertheim) in Bensheim statt.

Im Rahmen des feierlichen Treffens im Bacchuskeller ehrte Herbert F. Tiefel zwei langjährige Mitglieder: Werner Kaiser (30 Jahre) und Günther Pannenbecker (25 Jahre). Im Anschluss an die Ehrungen erfolgte die Übergabe des Schecks an Emilys Vater. "Im Laufe des Abends wurde der ursprüngliche Betrag deutlich aufgestockt", freute sich Tiefel über das tolle Ergebnis. cf

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Montag, 25.03.2013

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