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Sauberhaftes Zwingenberg: Eine Hundertschaft rückte aus

Frühjahrsputz im März trotz Aprilwetter

Von unserem Mitarbeiter Thomas Zelinger

30 Kinder und 70 Erwachsene waren am Samstagvormittage ausgerückt, um in der Zwingenberger Gemarkung Müll zu sammeln, auch im Stadtpark waren sie aktiv.

©  Neu

Zwingenberg. Es ist Samstag, kurz vor zwölf Uhr - der Vormittag geht zu Ende. Vor der Melibokushalle in Zwingenberg kommen immer mehr Frauen, Männer und Kinder an, plaudern, gehen ins Foyer. Nicht weit vom Eingang steht Bürgermeister Dr. Holger Habich unter freiem Himmel im Gespräch. Gummistiefel und eine wetterfeste Jacke gehören an diesem Tag zur Kleidung des Rathauschefs. Sie sind unverzichtbar. Tiefdunkle Wolken, anfangs Regen, bestimmten die Großwetterlage an der Bergstraße just an jenem Tag, an dem der "Zwingenberger Frühjahrsputz" angesagt war. Der Frühling, der in den Vortagen seine Prachtseite gezeigt hatte, schien sehr fern.

Abgeschreckt hat das schlechte Wetter am Wochenende offenbar niemanden. Im Gegenteil. Siebzig Erwachsen und dreißig Kinder - Vereine, Gruppierungen, Schüler der Melibokusschule, Privatleute - hatten sich zum Großreinemachen in der Stadt und der umgebenden Natur angemeldet. Einige mehr waren sogar gekommen. Auch Dr. Habich sowie Stadtverordnetenvorsteherin Birgit Heitland und Stadträtin Ingrid Germann reihten sich ein. Zum Auftakt gab es eine offizielle Begrüßung im Rathaushof, der Bürgermeister hatte das Wort. Da er aus der Erfahrung des Vorjahres wusste, dass sich die Zwingenberger von schlechtem Wetter bei einer Aktion wie nun angesagt nicht schrecken lassen, hatte er diesmal gar nicht erst versucht, den Einsatz wegen Regens abzusagen. Also rein in die Gummistiefel und raus ins Freie.

Ausgestattet mit Mülltüten und Handschuhen machten sich die Gruppen auf den Weg, um einzusammeln, was andere achtlos weggeworfen oder ganz bewusst wild entsorgt hatten. Viel Kleinabfall, aber auch Sperriges - vom Sofa bis zum Schrank - wurden an Wegesrändern und in der Botanik entdeckt. Erfreut zeigte sich Dr. Habich, dass sehr viele junge Leute motiviert mitangepackt haben.

Aktion mit pädagogischem Mehrwert

Fynn, Adrian, Emil und Paul, vier Schüler der Melibokusschule, waren erstmals dabei. Begeistert erzählten die Grundschüler von ihren Erlebnissen an diesem Tag. Feuerzeuge hätten sie gefunden, eine Porzellan-Ente und etliches mehr.

Für sie vier war der Vormittag zum großen Abenteuer, zum Erlebnis, zur Schatzsuche geworden. Müllsammeln war die Aufgabe, und die Tiere, die sie dabei in der Natur sahen, zogen sie merklich in ihren Bann. Den Vieren hat der Vormittag ganz offenkundig gewaltig Spaß gemacht. Ihren Erzählungen zuzuhören und die Begeisterung in ihren Augen zu sehen, wurde zum Vergnügen.

Ein Vater der die Gruppe begleitete, Stephan Swoboda, ließ keinen Zweifel, dass die Initiative durchaus pädagogischen Mehrwert hat. Er zeige sich zudem überrascht von der großen Teilnehmerzahl. "Eine gelungene Aktion", so seine Bewertung. Und die Antwort auf die Frage, ob er im kommenden Jahr wieder dabei ist kam prompt: "Auf jeden Fall." thz

Lange Tradition

Wer glaubt, dass die Aktion ihren Ursprung in der einst von der Landesregierung initiierten Initiative "Sauberhaftes Hessen" hat, wird vom Bürgermeister und dem Umweltberater der Stadt, Manfred Rossi, eine Besseren belehrt. Zwingenberger Vereine, Gruppen und Familien waren schon zuvor zum Großreinemachen zusammengekommen. Die Aktion hat Jahrzehnte Tradition. Einzig, Rathauschef und Umweltberater wollen in den kommenden Tagen intern klären, ob das Projekt auf Betreiben einer Partei seinen Anfang nahm oder aus einem außerhalb der Region ansässigen Unternehmen in die Stadt hineingetragen wurde. Oder ob beides in Verbindung den Beginn markierte.

Einig waren sich Dr. Habich und Rossi, dass diesmal im Vergleich zu früheren Jahren weniger Müll gesammelt wurde. Ein Eindruck, den etliche andere Teilnehmer gleichfalls hatten. Wenn auch nicht alle. Bei der Gruppe der "Fröhlichen Jungs" lautete die Bilanz mit Blick auf das Müllaufkommen jedenfalls "gleichbleibend viel". Bonbonpapier, Flaschen, Fahrräder und vieles mehr hatten sie entdeckt. Seit Jahren sind sie dabei, die Devise diesmal war klar: "Wir lassen uns auch vom Regen nicht abschrecken", so Giacomo Tasca und Dirk Schuchmann.

Ebenso hatten sich in die Vielzahl der Vereine, die am Vormittag unterwegs waren, die Royal Rangers eingereiht, Christliche Pfadfinder aus der Region, deren Leitung in Zwingenberg lebt. "Das machen wir für unsere Stadt", lautet die Ansage von Stammleiterin Maria Klassen-Tirtha.

Die Worte hatten zugleich den Hintergrund, dass Müllsammeln wie hier geschehen, zu den Pfadfinderprüfungen der Royal Rangers gehört. Ganz Pfadfinder kam dann auch als Antwort auf die Frage, was die Motivation zur Teilnahme am Großreinemachen war, die Erklärung "Die Umwelt zu schützen." Es waren Katharina, Jana Lea und Lars Ruben, die an der Seite erwachsener Scouts von den Erlebnissen berichteten. Ob die Aktion Spaß gemacht hat? Klar doch, da waren sich alle einig. Und manch Kurioses wurde gar zutage gefördert. "Ich habe eine Badewanne gefunden", war da zu hören.

Die Pfadfinder saßen nunmehr wie viele andere Teilnehmer an der Aktion im Foyer der Melibokushalle, stärkten und wärmten sich bei einem deftigen Mittagessen zum Abschluss. Gekocht hatte dies das Team vom Zwingenberger Mittagstisch. Geschöpft wurde aus großen Töpfen. Ein gelungener Abschluss.

Fortsetzung folgt

Positiv bewertete auch Torsten Bambach, Vorabeiter der Gärtnergruppe beim Zweckverband Kom-munale Dienste Alsbach-Hähnlein-Zwingenberg (ZKD), die Aktion. Er war kraft Amtes dabei und zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf. Darüber, dass die Aktion eine Fortsetzung erlebt, herrscht offenkundig einig. Wobei es allerdings beim Kopfschütteln darüber bleibt, dass Müll überhaupt wild entsorgt wird. Schließlich gibt es umfangreiche Angebote zur ordnungsgemäßen Entsorgung, wie Umweltberater Rossi in seiner Bilanz des Tages betonte.

© Bergsträßer Anzeiger, Dienstag, 21.03.2017

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