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In Adelsheim: Stefanie und Paul Kordelyos sind 60 Jahre verheiratet / Zweiter Weltkrieg prägte die Jugendjahre

Heute diamantene Hochzeit im Bauland

Paul und Stefanie Kordelyos, geborene Angerer, feiern am heutigen Donnerstag das Fest der diamantenen Hochzeit.

© Häfner

Adelsheim. Paul und Stefanie Kordelyos, geborene Angerer, feiern am heutigen Donnerstag das Fest der diamantenen Hochzeit. Das Jubelpaar kann stolz auf 60 Jahre gemeinsamen Lebensweg zurückblicken, der von Höhen und Tiefen geprägt war.

Als Bub ums Überleben gekämpft

Paul Kordelyos lernte als Junge die Schrecken des Zweiten Weltkriegs kennen und musste mit seiner Familie und sieben Geschwistern aus der Heimat flüchten. "Bereits als Bub habe ich mit meiner Familie um das Überleben gekämpft und bin Gott dankbar, dass es uns gelungen ist, uns durch Flucht der Deportation nach Sibirien zu entziehen und dass wir hier in Adelsheim eine neue Heimat gefunden haben, wo es uns sehr gut gefällt", so der Jubilar im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten.

Dass Freundschaften lebenslang auch über Ländergrenzen bestehen können, zeigt Paul Kordelyos, der noch heute, auch mit seinen Kindern und Enkeln, jährlich einmal nach Kiskunhalas/Ungarn zu dem Landwirt reist, der ihn 1945 aufgenommen hatte. Paul Kordelyos wurde am 24. März 1931 in Karavukowo/Jugoslawien geboren, wo er die Volksschule besuchte. Im Oktober 1944 wurde er mit seiner Familie von serbischen Partisanen vertrieben.

Nach wochenlanger Flucht landete er mit seiner Familie im Dezember 1944 im Burgenland/Österreich. Hier mussten sie ihre Pferde und das Fuhrwerk der deutschen Wehrmacht zur Verfügung stellen. Die Familie wurde in Eisenbahnwaggons nach Lignitz/Breslau/Polen gebracht.

Im Januar 1945 mussten sie vor den Russen in die Tschechei flüchten. Im Mai 1945 wurde die Familie mit einem Flüchtlingstransport von Prag aus nach Jugoslawien gebracht. Nur unter glücklichen Umständen gelang die Flucht zurück nach Kiskunhalas/Ungarn, wo Paul Kordelyos bis 1948 bei einem Bauern arbeiten konnte.

Um der Deportation nach Sibirien zu entgehen, flüchtete die Familie ins Burgenland/Österreich. Englische Soldaten wiesen die Familie in ein Gefangenenlager ein. Da die Familie sich bereiterklärte, bei einem Bauern zu arbeiten, durfte sie das Lager verlassen.

1952 lernte Kordelyos in Karpfenberg/Steiermark, wo er als Metallschleifer tätig war, Stefanie Angerer beim Tanzen kennen. Am 14. Februar 1953 war Hochzeit. Im Januar erblickte ihr Sohn Paul das Licht der Welt, drei Jahre später ihre Tochter Inge.

1956 zogen die Eltern des Jubilars nach Hirschlanden. Nach dem Tod seines Vaters 1958 zog Paul Kordelyos mit seiner Frau und den zwei Kindern nach Hirschlanden. 1960 kam ihr drittes Kind, Johann, zur Welt.

Neue Heimat im Bauland

Im Jahr 1963 wurde Adelsheim die neue Heimat der Familie. Zusammen mit seiner Frau und Mutter baute Kordelyos hier ein Haus. Seine großen Hobbys sind Münzsammeln, Gartenarbeit und die tatkräftige Mithilfe im Betrieb seines Sohnes Johann. Von 1958 bis zur Rente arbeitete Paul Kordelyos bei der Maschinenfabrik Osterburken. Während seiner 38-jährigen Tätigkeit befand er sich 25 Jahre auf Montage.

Stefanie Kordelyos wurde am 13. Dezember 1930 in Turnau/Steiermark/Österreich geboren. Bis 1944 besuchte sie die Volksschule, danach eine dreijährige Hauswirtschaftsschule. Nach ihrer Lehre war sie in einem Haushalt tätig.

In ihrer neuen Heimat im Bauland arbeitete sie zunächst bis 1970 bei der Maschinenfabrik Osterburken und danach bis 1991 in der Wäscherei des Eckenberggymnasiums Adelsheim.

Die Jubilarin ist als "Mädchen für alles" bei ihren Enkelkindern und Urenkeln nicht wegzudenken. Ihr großes Hobby ist die Wassergymnastik. Zum Ehrentag gratulieren zwei Söhne und eine Tochter mit ihren Familien.

Die Fränkischen Nachrichten schließen sich diesen Gratulanten gerne an. jüh

© Fränkische Nachrichten, Donnerstag, 14.02.2013
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