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Technik: Das Großkraftwerk will mit viel Aufwand den Wirkungsgrad des Ofens steigern / Fernwärme nur im Winter wichtiger Bestandteil

Extrem heiß, extrem teuer

Von außen lässt sich der neu geplante Block 9 des Großkraftwerks kaum von den schon existierenden Bauten unterscheiden. Die Modelle zeigen einen großen, grauen Kasten, rund 120 Meter hoch, daneben einen noch etwas höheren Kamin. Mehr gibt es nicht zu sehen. Der neue Block soll sich nahtlos auf dem Gelände anschließen, damit wäre das Kraftwerk künftig eine rund drei Kilometer lange Front am Mannheimer Rheinufer gegenüber des Altriper Waldparks.

Auch nicht sehen lässt sich von außen, wohin die Summe von 1,2 Milliarden Euro fließen soll, mit der das GKM kalkuliert. In den vergangenen Jahren wurde diese Kalkulation mehrfach erhöht, die Kraftwerksbetreiber begründen dies mit den rapide gestiegenen Preisen für die Anlagen durch die explodierende Nachfrage aus China und Indien.

Vom Grundprinzip soll das Innenleben von Block 9 genauso funktionieren wie das der bestehenden Anlage und anderer Kraftwerke. In einem riesigen Ofen, dem Dampferzeuger, wird Wasser erhitzt. Der Dampf treibt eine Turbine an, die schließlich den Strom erzeugt. Um den Wirkungsgrad zu steigern, wird die Kohle nicht mehr wie früher in großen Stücken, sondern fein gemahlen verbrannt. Ein Gebläse pumpt den Kohlestaub in den Brennraum.

Neu im Vergleich zu den alten Blocks ist die extrem hohe Temperatur von 610 Grad, auf die der Dampf erhitzt wird. "Nur durch diese extreme Temperatur in Verbindung mit dem Druck von bis zu 280 bar ist der hohe Wirkungsgrad zu erreichen", sagt Ulrich Ehmann, Projektleiter des Blocks. Allerdings trieben diese außergewöhnlich hohen Belastungen auch die Preise in die Höhe.

Doch trotz aller Effizienzsteigerungen - ein höherer Wirkungsgrad als die angestrebten 46,4 Prozent lässt sich bei Kohlekraftwerken in der Stromerzeugung allein derzeit kaum erreichen. Bei den Versuchen, mehr Energie aus der Kohle herauszuholen, gibt es nur einen Weg, den das GKM verfolgt: Kraft-Wärme-Kopplung. Dabei wird ein Teil des erhitzten Wassers, das bereits eine Strom-Turbine angetrieben hat, ein zweites Mal verwertet, um Fernwärme zu erzeugen. Insgesamt lässt sich damit ein Wirkungsgrad von bis zu 70 Prozent erreichen. Allerdings nur, wenn die Fernwärme auch abgenommen wird. "Im Sommer ist das natürlich nicht der Fall", so Ehmann. bro

Mannheimer Morgen
21. Mai 2008

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