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Block 9: Stadt und Industrie stellen sich hinter das GKM / Große Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Mannheim

"Region profitiert vom Neubau"

Von unserem Redaktionsmitglied Stephan Wolf

Für die Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar ist die Sache klar: "Mannheim und die Metropolregion brauchen den Neubau von Block 9 des Großkraftwerks", erklärt Geschäftsführer Dr. Wolfgang Niopek. Das GKM sei "ein zentraler Faktor für die Energieerzeugung in der Region" und damit für die Wirtschaft unverzichtbar. Auch der Mannheimer Wirtschaftsdezernent Michael Grötsch (CDU) stellt sich hinter das 1,2 Milliarden-Euro-Projekt: "Damit werden über 579 qualifizierte Arbeitsplätze auf lange Sicht in Mannheim gesichert." Den Beschäftigungseffekt allein durch Block 9 beziffert das GKM mit rund 100 Arbeitsplätzen. Durch die zu erwartenden, notwendigen Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten würden weitere 200 Arbeitsplätze bei anderen Firmen geschaffen oder erhalten.

Geld bleibt in der Stadt

Ottmar Schmitt, Leiter der Mannheimer Wirtschaftsförderung, verweist darauf, dass über 50 Prozent der Beschäftigten des GKM auch in Mannheim wohnen und hier ihre Steuern zahlen, einkaufen und so die Umsätze des Einzelhandels ankurbeln. Das Großkraftwerk zahlt jährlich etwa 39 Millionen Euro an Löhnen und Gehältern: "Davon bleibt also auch einiges in der Stadt hängen". Auch das Stadtsäckel profitiert vom GKM: Kämmerer Christian Specht freut sich jedes Jahr über 1,5 Millionen Euro an Gewerbesteuerzahlungen. Insgesamt führt das Unternehmen über 49 Millionen Euro an Steuern und Sozialabgaben ab.

Zulieferer sind ebenfalls Nutznießer des Großkraftwerkes. Pro Jahr machen die Lieferanten des Unternehmens einen Umsatz von 45 Millionen Euro. Rund 65 Prozent oder über 29 Millionen Euro bleiben nach Angaben des Energieerzeugers davon in Mannheim und der Metropolregion hängen. Ein wichtiger Kunde ist etwa der Mannheimer Hafen, der vergangenes Jahr einen Kohleumschlag von rund 2,46 Millionen Tonnen verzeichnete. "Wir können zwar auch ohne das GKM überleben", so Hafen-Direktor Roland Hörner, "aber es zählt zu unseren wichtigsten Kunden im Ufergeldbereich". Konkrete Zahlen, wie viel der Hafen mit dem GKM verdient, will er gleichwohl nicht nennen. Ein weiterer wichtiger Abnehmer ist die Firma Lever Fabergé, die Prozessdampf für ihre Produktion benötigt. Hinzu kommen noch weitere neun Unternehmen, die sich ebenfalls des Prozessdampfes bedienen.

Der Vorstand des Großkraftwerkes will vor allem regionale Firmen für den Bau des geplanten Block 9 engagieren. An erster Stelle wird dabei Alstom Power genannt, das den Kessel und die Turbine liefern soll. Mit dem Unternehmen ist schon eine entsprechende Option abgeschlossen worden. Nach Einschätzung Alstom-Betriebsratschef Peter Schoder dürfte der Großauftrag bis zu 400 Millionen Euro umfassen. Die Turbine - zumindest große Teile davon - würde voraussichtlich in Mannheim gebaut und damit die Auslastung des Kraftwerksbauers auf lange Sicht sicherstellen. In Mannheim arbeiten etwa 1500 Beschäftigte für Alstom. Der Kessel würde wohl in Stuttgart hergestellt. Aber auch für die Folgejahre macht sich Alstom Hoffnungen, Wartungsaufträge zu erhalten. Auch BHR, der Hochdruck-Rohrleitungsbauer unter dem Dach von BilfingerBerger, kann damit rechnen, beim Bau zum Zuge zu kommen.

Die GKM-Führung ist jedenfalls überzeugt davon, dass die Region von dem neuen Steinkohleblock auch wirtschaftlich profitiert. "Das ist ein Konjunkturprogramm für die Region", sagt der kaufmännische Vorstand Wolfgang Frey. "Die Investitionen kommen allen zugute: vom Kioskbesitzer über Hotellerie bis zu Bauunternehmen."

Mannheimer Morgen
28. Mai 2008

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