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Block 9: Bund vermeldet "Erfolg" im Streit um Kohleblock / GKM: Straßenbau geht weiter

Ein Baustopp ohne Folgen?

Von unserem Redaktionsmitglied Thorsten Langscheid

Im Streit um den geplanten 1,2 Milliarden Euro teuren Steinkohleblock beim Großkraftwerk (GKM) kam es gestern zu einer verwirrenden Entwicklung. Während der Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) einen "ersten Erfolg" in der juristischen Auseinandersetzung um das Großprojekt vermeldete und von einem "Stopp von Bauarbeiten" sprach, schüttelte man beim Großkraftwerk, im für die Block-9-Genehmigung zuständigen Regierungspräsidium in Karlsruhe und im Mannheimer Rathaus verwundert die Köpfe. "Unsere Straßenbauarbeiten gehen weiter wie geplant", ließ das GKM auf Nachfrage mitteilen. Auch im Regierungspräsidium und im Rathaus war man sich einig: "Von einem Baustopp kann keine Rede sei" so Konrad Weber (Karlsruhe) und Josef Krah (Mannheim).

Tatsächlich hatte der Naturschutzverband das Land - vertreten durchs Regierungspräsidium - verklagt, weil die Behörden im Vorfeld des Block-9-Projekts bereits zu Jahresbeginn per Ausnahmegenehmigung die Umsiedlung geschützter Tier- und Insektenarten von einem an das Baugelände angrenzenden Gebiet erlaubt hatten, ohne die Verbände, wie es im regulären Verfahren üblich ist, förmlich anzuhören. Die Zufahrtsstraße zur Altriper Fähre wird vom GKM vor dem Start des Block-9-Vorhabens umgebaut.

Zauneidechsen, Kreuzkröten, Strandschrecke und andere Arten wurden seit März umgesiedelt, nach Auskunft der Stadtverwaltung in so genannte Ausgleichsflächen im Sandtorfer Bruch, im Käfertaler Wald und an der Silberpappel (Waldpark). Josef Krah: "Diese Maßnahmen sind bereits seit einiger Zeit abgeschlossen."

Artenschutz zu früh genehmigt

Konrad Weber (Regierungspräsidium): "Wir haben aufgrund der vorliegenden Klage das Großkraftwerk lediglich aufgefordert, keine weiteren artenschutzrechtlich relevanten Arbeiten durchzuführen." Die Bauarbeiten an der Altriper Straße seien davon "völlig unberührt." Weber: "Wir wissen im Augenblick nicht, wie weit die Artenschutz-Maßnahmen tatsächlich gediehen sind." Dies bestätigte auch Bund-Bezirksgeschäftsführer Matthias Weyland. Die artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung sei jedenfalls zu früh erteilt worden.

Mannheimer Morgen
26. September 2008

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