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Von unserem Redaktionsmitglied Thorsten Langscheid
Die Botschaft kam gestern pünktlich zum Ablauf der Einwendungsfrist im laufenden Genehmigungsverfahren für den neuen Steinkohleblock am Großkraftwerk (GKM): "Saubere Kohle ist eine dreckige Lüge" lautete die Aufschrift auf einem Transparent, das vier Aktivisten der Umweltorganisation "Robin Wood" am rund 70 Meter hohen Verladekran 1 des Großkraftwerks anbrachten.
Die Aktion hatte bereits vor Tagesanbruch gegen 5.45 Uhr begonnen. Zu diesem Zeitpunkt beobachteten GKM-Mitarbeiter auf dem Weg zur Arbeit mehrere Personen, die vom Anleger der Altriper Fähre aus auf das Werksgelände am Rhein vordrangen. Kurz darauf, etwa gegen sechs Uhr, hatte das Quartett den zu diesem Zeitpunkt außer Betrieb stehenden Kran bereits "geentert". Die vier jungen Aktivisten - zwei Frauen und zwei Männer - befestigten ihr Transparent in 40 Metern Höhe.
GKM-Sprecher Thomas Schmidt: "Unsere Hauptsorge war, dass bei der Aktion jemand zu Schaden kommt." So wurden Sanitäter und die Höhenrettungsgruppe der Berufsfeuerwehr verständigt, die an der Kohleverladestation geduldig das Ende der Aktion abwarteten, zum Glück aber nicht eingreifen mussten, da sich die Umweltschützer als trainierte und gut ausgerüstete Industriekletterer erwiesen.
Für vorübergehende Verwirrung bei Polizei und GKM-Vertretern sorgte "Robin Wood"-Ansprechpartnerin Ursel Risch von der Gruppe "Nein zu Block 9", als sie erklärte, die jungen Leute würden den Kran erst räumen, wenn sie von der Polizei unbehelligt abziehen dürften. Nach Rücksprache mit der Einsatzleitung gaben die Aktivisten diese Forderung aber auf: Sie mussten ihre Personalien feststellen lassen, durften dann aber nach Hause gehen.
Laut "Nein zu Block 9" wurden gestern Nachmittag beim Regierungspräsidium in Karlsruhe etwa 6000 Einwendungen abgegeben. Derweil teilte Baudezernent Ernst Merkel (Ludwigshafen) mit, dass die Chemiestadt keine Einwände gegen Block 9 erhebe, es lägen auch keine Einwendungen von Bürgern vor.
Mannheimer Morgen
15. Oktober 2008
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