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Bürgermeister Christian Specht sieht die große Zustimmung zum KOD als "Erfolg der bisherigen Arbeit und als Verpflichtung, diese weiterzuentwickeln".
Würde ein aufgestockter KOD nur präsenter sein oder auch neue Aufgaben übernehmen?
Christian Specht: Der KOD sollte nicht nur montags bis samstags von 7 bis 23.30 Uhr im Einsatz sein, sondern auch nach 23.30 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen. Viele junge Menschen ziehen abends immer später los, deshalb wäre es sinnvoll, wenn der KOD auch in den Stadtteilen an bestimmten Treffpunkten wie Rheinauer See, Vogelstangsee oder aktuell die Rheinpromenade, um einige Beispiele zu nennen, bis 1.30 Uhr präsent wäre.
Und welche zusätzlichen Aufgaben wären denkbar?
Specht: Die Mitarbeiter könnten etwa Vandalismus verhindern, Lärmbelästigung oder die Einhaltung von Jugendschutzbestimmungen in Gaststätten intensiver verfolgen. Aber es muss auch klar sein: Wenn Sie zehn zusätzliche Leute haben und die Einsatzzeiten des KOD ausdehnen, dann bleiben gar nicht mehr so viele Kapazitäten für weitere Aufgaben.
Der Kämmerer muss es wissen: Kann sich Mannheim eine Aufstockung des KOD überhaupt leisten?
Specht: Das ist letztlich eine Frage der Prioritätensetzung. Subjektive Sicherheit ist Lebens- und Wohnqualität und damit ein Standortvorteil für unsere Stadt, der sich auch finanziell auszahlt.
Wie groß ist der KOD in Mannheim verglichen mit den Ordnungsdiensten anderer Städte?
Specht: Wir haben einen KOD mittlerer Größe. Heidelberg hat sechs Mitarbeiter, Karlsruhe will gerade einen Ordnungsdienst einrichten. Vorreiter ist Düsseldorf mit 150 Mitarbeitern. Wenn wir so eine Größenordnung haben wollten, dann müssten wir in Mannheim - in Relation zur Einwohnerzahl - 80 KOD-Mitarbeiter haben.
Welche Aufgaben decken die Düsseldorfer ab?
Specht: Sie haben ausgedehntere Einsatzzeiten an 365 Tagen im Jahr und sie kontrollieren etwa die Einhaltung des Rauchverbots und das Verkaufsverbot von Alkohol an Jugendliche. Die Mitarbeiter dort spüren sogar Schulschwänzer auf. Und sie haben in Stadtteilen regelmäßige Sprechstunden, in die Bürger mit ihren Anliegen kommen. imo
Mannheimer Morgen
07. Mai 2009
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