» Startseite > Region > Mannheim > "MM"-Bürgerbarometer > Artikelseite
Von unserem Redaktionsmitglied Timo Schmidhuber
Die Mannheimer wollen einen größeren Kommunalen Ordnungsdienst (KOD), von einer Abschaffung halten sie nichts - in diesen zwei Sätzen lässt sich das Ergebnis des aktuellen "MM"-Bürgerbarometers über die "Stadtpolizei" zusammenfassen. 70 Prozent haben sich bei der repräsentativen Exklusivumfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des "MM" unter 1016 Mannheimern für eine Aufstockung ausgesprochen. Die derzeit 30 Männer und Frauen in den blauen Uniformen ahnden zum Beispiel, wenn jemand seinen Müll achtlos auf die Straße wirft, sie gehen Ruhestörungen nach und sollen durch ihre Präsenz das Sicherheitsgefühl der Bürger erhöhen.
"70 Prozent für die Aufstockung, das ist ein deutliches Votum", sagt Matthias Jung von der Forschungsgruppe Wahlen. Sauberkeit sei ein wichtiges Thema für die Mannheimer, jeder Zehnte sehe Handlungsbedarf. "Die Arbeit des KOD wird gutgeheißen, aber die fehlende Sauberkeit in der Stadt ist immer noch ein Problem, deshalb wollen die Bürger die Aufstockung", interpretiert Jung die Umfrageergebnisse.
Dabei ist der KOD - gerade in Wahlkampfzeiten - immer in der Diskussion. Während die CDU die Stadtpolizei um zwölf Stellen aufstocken will und auch die ML mehr Mitarbeiter fordert, haben Grüne und FDP in der Vergangenheit immer wieder für eine Abschaffung plädiert. Sicherheit sei Aufgabe der Polizei und damit Sache des Landes und nicht der Stadt, lautet das Hauptargument. Die Mannheimer sehen das allerdings anders. 84 Prozent sprechen sich gegen eine Abschaffung aus. Von den Befragten, die sich als Grünen-Anhänger bezeichneten, waren sogar 89 Prozent dagegen, bei den FDP-Wählern immerhin noch 69 Prozent.
Auch beim Thema Geschwindigkeitskontrollen - wie der KOD ebenfalls im Fachbereich Sicherheit und Ordnung angesiedelt - antworteten die Befragten anders, als man erwarten könnte. 73 Prozent sind der Ansicht, dass die Zahl der mobilen und stationären Tempo-Kontrollen in Ordnung ist und sogar noch ausgebaut werden könnte. "Die grundsätzliche Einsicht ist da, dass zu hohe Geschwindigkeit die Sicherheit im Verkehr gefährdet", betont Jung. Und noch einen Schluss zieht der Experte aus diesem Ergebnis: "Die Mannheimer haben nicht den Eindruck, dass die Stadt mit den Geschwindigkeitskontrollen Geld verdienen will." Je nach Alter und Geschlecht gebe es aber Verschiebungen: Bei den Männern unter 35 Jahren sind 30 Prozent der Ansicht, es gebe zu viele Kontrollen. Am anderen Ende der Skala stehen die Frauen jenseits der 60: Hier sagen 31 Prozent, es gebe zu wenig Tempo-Kontrollen.
Bei den Knöllchen für Falschparker dagegen sinkt die Einsicht: Die Mehrheit der Befragten (36 Prozent) findet, die Politessen des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung verteilten zu viele "Tickets". Lediglich 33 Prozent halten den Umfang für "gerade richtig". Beim Falschparken sähen die Bürger wohl kein Gefährdungspotenzial, so Jung. Besonders die Bewohner der Innenstadt, wo offenbar viel kontrolliert wird, klagen: Hier sagen 41 Prozent, es würden zu viele Knöllchen verteilt.
Mannheimer Morgen
07. Mai 2009
Adresse der Seite: http://www.morgenweb.de/region/mannheim/bueba09/20090507_srv0000004170924.html