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Von unserem Redaktionsmitglied Klaus Backes
In Mannheim verbrachte Carl Benz die wichtigsten Jahre seines Lebens. In T 6,11 gründete er 1871 die "Eisengießerei und mechanische Werkstätte". Doch die Firma stand unter einem schlechten Stern, und schließlich wurden die Werkzeuge gepfändet. Zukunftsträchtiger war die Arbeit des Tüftlers an einem Zweitaktmotor, der aber nicht anspringen wollte. Bis zur Silvesternacht 1879. Mit seiner Frau Bertha lauschte der Auto-Pionier dann lange "tiefergriffen dem eintönigen Gesang" des Zweitakters. Im Hintergrund läuteten Glocken, wie sich Benz später erinnerte: "Uns war's, als läuteten sie nicht nur ein neues Jahr, sondern eine neue Zeit ein." Fürwahr.
1882 nahm Benz einen neuen Anlauf als Unternehmer, wandelte mit dem Mannheimer Hoffotografen Emil Bühler und dessen Bruder als Teilhabern seine Firma in eine Aktiengesellschaft um und nannte sie "Gasmotoren-Fabrik Mannheim". Doch schon 1883 schied Benz aus, da er sich mit seinen Ideen nicht durchsetzen konnte. Noch im gleichen Jahr gründete er mit den Kaufleuten Max Rose und Wilhelm Eßlinger die "Benz & Co. Rheinische Gasmotoren-Fabrik". Diese Firma lief besser, und der Erfinder hatte Zeit und Geld, um sich endlich der Konstruktion eines Fahrzeugs widmen zu können. Dabei handelte es sich nicht um eine für Motorantrieb umgebaute Kutsche, sondern um das erste richtige Auto. Wobei dieser am 29. Januar 1886 zum Patent angemeldete "Benz-Motorwagen" mit den Autos von heute wenig Ähnlichkeit hat: Es war ein zerbrechlich wirkendes, dreirädriges Fahrzeug mit zwei Sitzen.
Um die stetig steigende Nachfrage bedienen zu können, bezog die Firma größere Gebäude in der Waldhofstraße. Hier wurden auch Autos gebaut, in denen mittlerweile Viertaktmotoren arbeiteten. Und Benz tüftelte weiter: Er konstruierte die Achsschenkel-Lenkung für Autos und entwickelte den Contra-Motor, den Vorgänger der Boxermotoren.
Von Mannheim aus startete Bertha Benz zu ihrem berühmten Ausflug nach Pforzheim, der ersten Fernfahrt eines Automobils. "Benz & Co." war für einige Jahre der größte Autohersteller der Welt. Doch die Konkurrenz zog nach und schließlich vorbei. Die Geschäftsleitung holte daraufhin französische Ingenieure nach Mannheim, was zum Bruch mit dem Firmengründer führte. Benz siedelte 1903 nach Ladenburg über und baute weiter Fahrzeuge. Doch das Automobil hat er in den Quadraten erfunden. Und Mannheim nennt sich deshalb mit Fug und Recht "Benz-Stadt"
Mannheimer Morgen
02. Juni 2007
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