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Aufregung nur bei der Namensfrage

Die meisten Mitarbeiter im Mannheimer Daimler-Werk finden den Chrysler-Verkauf richtig

Von unserem Redaktionsmitglied Klaus Becker

Die Nachricht kam per E-Mail. Vom DaimlerChrysler-Vorstand wurden die Mitarbeiter des Mannheimer Nutzfahrzeugwerkes über den Verkauf von Chrysler informiert. "Die Mail klang genauso wie damals die zur Fusion: Wie toll alles ist", sagt Claus Berwanger, der schon 25 Jahre im Werk arbeitet. Er erzählt es mit einem leichten Lächeln auf den Lippen, und auch seine Kollegen wirken nach Schichtende größtenteils gelassen.

Nur wenige regen sich noch richtig auf über Ex-Konzernchef Jürgen Schrempp, "der die ganze Welt beherrschen wollte", wie ein Arbeiter schimpft. Dass der damalige Vorstand beim Chrysler-Kauf etwas genauer hätte hinschauen sollen, meinen allerdings viele Mitarbeiter. "Man hätte klären sollen, ob die amerikanische Philosophie überhaupt passt", sagt Berwanger. So halten die meisten die Trennung trotz der Milliarden-Kosten für einen überfälligen Schritt. "Die roten Zahlen wurden einfach zu hoch", sagt eine Arbeiterin aus der Produktionsversorgung.

Ein 43-Jähriger, der auch schon 26 Jahre auf dem Waldhof arbeitet, fürchtet allerdings: "Für das Unternehmen ist das gut, für Mannheim vielleicht schlecht." Denn Chrysler werde nun womöglich verstärkt bei amerikanischen Motorenherstellern einkaufen. Andere machen sich eher Sorgen, wie der Finanzinvestor Cerberus mit den Noch-Kollegen von Chrysler umgehen wird.

Unterschiedliche Stimmen gibt es zur Konzernstrategie, sich künftig auf das Kerngeschäft Autobau zu konzentrieren. "Der Zetsche weiß, wo der Hase läuft", sagt der Schrempp-Kritiker über den aktuellen Firmenchef. "Warum sollen wir nicht auch hinter andere Türen gucken", fragt dagegen Michael Haag. Claus Berwanger nimmt die Ankündigungen achselzuckend hin: "Irgendwann kommt eh der Nächste, der dann wieder zukauft."

Vollkommen einig sind sich die Kollegen unterdessen in einer anderen Frage. "Für Mannheim ist wichtig, dass der Benz dabei ist", sagt Berwanger, der beileibe nicht als Einziger den geplanten Namen Daimler AG ablehnt. "Der war schließlich die treibende Kraft", sagt auch Michael Haag und fährt lachend fort: "Eigentlich müsste es Benz-Daimler AG heißen."

Mannheimer Morgen
16. Mai 2007

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