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Viele Eltern sind mit der Versorgung unzufrieden. (Bild: Thomas Troester)
Mannheim. Eltern, deren Kinder eine Krippe besuchen, können fast immer einiges erzählen. Von zahllosen Anmeldungen in allen möglichen Einrichtungen, um am Ende irgendwo eine Zusage zu haben. Von anderen Eltern, die ihren Nachwuchs bereits anmeldeten, als der noch längst nicht auf der Welt war. Und vom langen Warten auf eine Zusage.
Bei sechs oder sieben Krippen habe sie sich vormerken lassen, als sie einen Platz für ihren Sohn Paul suchte, sagt Carmen Klyk. Besonders, dass man überall beinahe zu Kreuze kriechen müsste, missfällt der zweifachen Mutter. "Ein zentrales Vergabesystem wäre ganz wichtig. So wie es jetzt ist, ist es unüberschaubar und auch unfair." Unfair, das beklagen viele Eltern, sei das System vor allen Dingen wegen der fehlenden Transparenz. Man meldet sich bei zahlreichen Einrichtungen an, wartet und erfährt viel später, ob es geklappt hat oder nicht - warum oder warum eben nicht, erfährt man selten. Mit der Qualität der Betreuung - Carmen Klyks Sohn ging in eine städtische Krippe - ist sie sehr zufrieden. "Die Erzieherinnen hängen sich wirklich rein, das ist toll." Der Krippenausbau allerdings komme viel zu langsam voran, "hier muss die Stadt dringend etwas tun."
Eine Mutter aus der Neckarstadt und ein Vater vom Lindenhof sehen das genauso - beide wollen ihren Namen aber nicht in der Zeitung lesen, auch weil sie nicht zufrieden sind. "Ich habe schon oft gehört, dass bei der Vergabe der Plätze gute Kontakte helfen", sagt die 32-Jährige aus der Neckarstadt. Der 38 Jahre alte Lindenhöfer berichtet, dass seine Frau später in den Beruf einsteigen konnte als geplant, weil in der Umgebung kein Krippenplatz zu bekommen war. Vor einiger Zeit ist die Familie fündig geworden - und mit der Betreuung in der städtischen Einrichtung sehr zufrieden. (bro)
20. August 2010
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