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Edingen: Beim Heringsessen tragen die Kälble die Fasnacht zu Grabe

Abschied nach dem Motto „Trauern, nicht versauern“

Von unserer Mitarbeiterin Hannelore Schäfer

Die Trauergemeinde um das Prinzenpaar Vanessa I. und Matthias II. verbrauchte in der schweren Stunde einige Taschentücher.

© fer

Claus Eisenmann sorgte in der Pestalozzihalle für Partystimmung.

"Es ist alles so traurig, aber schön, dass Ihr alle gekommen seid", stellte Dietmar Clysters zufrieden fest. Er führte beim Heringsessen der Kälble-Karnevalisten durch ein knapp vierstündiges Programm. Der anfangs schwere Abschied von der heiß geliebten Fastnacht fiel im Laufe des Abends immer leichter: Die Totgesagte feierte mit Tanz, Spaß und Klamauk ein fröhliches Erwachen. Und einer riss die Ex-Narrenschar buchstäblich vom Hocker. Der frühere Sohn Mannheims, Claus Eisenmann, sorgte in der Pestalozzihalle für Partystimmung.

Die Trauergemeinde war groß, und die Taschentücher waren gezückt, als der Elferrat tieftraurig in die Halle einzog. Vorneweg marschierte gramgebeugt das Prinzenpaar, Vanessa I. und Matthias II. "von der närrischen Schar". Merkwürden Stefan Specht läutete das letzte Stündlein der Fastnacht ein. Der Kälble-Chef wandte sich an die lieben Scheinheiligen und ausgelaugten Fastnachter. "Lasst uns trauern, aber nicht versauern", gab er das Motto des Abends vor. Er hielt aus Sicht der Kälble einen kurzen Rückblick auf die abgelaufene und rundum gelungene Kampagne und resümierte: "Ein Narr, der hat's nicht leicht." Sein Dank galt allen Helfern für ihren Einsatz. "Dem Prinzenpaar hot's Spaß gemacht doch jetzt beerdige ma die Fasenacht", setzte Specht einen Schlusspunkt hinter die 94-tägige Kampagne.

Piraten entern das Schiff

Doch ehe sich die Trauergemeinde versah, enterten Piraten das Narrenschiff. Die Minigarde zeigt säbelrasselnd ihren tollen Piratentanz. "Habt Ihr Heringe von Eurem Fischzug mitgebracht?", fragte Clysters nicht ohne Grund. Nein, sie waren nicht selbst gefangen, aber fein zubereitet und echt lecker, die Heringe, die dann als karnevalistisches Abschiedsmahl auf die Tische kamen. Dazu wurde so manche "Annabell" in Form von festkochenden Kartoffeln verspeist. Die traurigen Reste des "Leichenschmauses" landeten in einem kleinen Sarg, der symbolisch zu Grabe getragen wurde.

"Die Fastnacht ist tot, es lebe die Fastnacht", ertönte wenig später der Schlachtruf, der zu neuen Kräften gelangten Karnevalisten. Und die Rhein-Neckar-Band unter Leitung von Wolfgang Gött kündigte das Ereignis gleich musikalisch mit dem Beatles-Hit "Get back" an.

Zurück in der Bütt war auch der Heddesheimer Otto Klemm. Als neuer Mister Germany hatte sich "Schönheitsgott" Otto mächtig in Schale geworfen und schilderte seine optischen Vorzüge. Der Gardetanz der Jugendgarde und die Schautänze der Elferratsgarde und der Formation No Limit sowie das Fortuna-Männerballett sorgten für Furore und Stimmung. "Unsere 'höfische' Elferratsgarde mit ihrer Maskenball-Inszenierung würde sich auch im Neckarhausener Schloss gut machen", meinte Dietmar Clysters in Richtung Kummetstolle. Die Neckarhäuser Karnevalisten waren mit einer großen Abordnung und ihrer Prinzessin Lavinia I. nach Edingen gekommen.

Nach dem Dank des Prinzenpaares an alle Unterstützer kündigte Dietmar Clysters einen Freund der Edinger Kälble an. Der ehemalige Feurio-Prinz und Pop-Rocksänger Claus Eisenmann sorgte für Gänsehaut-Feeling. Viele hielt es da nicht mehr auf den Stühlen. Die einen tanzten, die anderen klatschen mit. Klar, dass der Sänger mit der fantastischen Stimme mit seinem Live-Medley nicht nur die von ihm besungenen "pretty womans" begeisterte.

Freitag, 15.02.2013

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