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Weststadt: Hospiz Louise zieht Anfang nächsten Jahres in neues Gebäude / Umbau kostet mehr als 2,5 Millionen Euro

Ältestes Hospiz in neuem Haus

Archiv-Artikel vom Mittwoch, den 21.10.2015

Von unserem Redaktionsmitglied Martin Geiger

Noch steht das Gerüst, doch Ende des Jahres soll die Sanierung fertig sein - so dass das Hospiz Louise in dieses Gebäude am Wilhelmsplatz einziehen kann.

©  Rothe

"Wenn der Arzt sagt, man kann nichts mehr machen, kann man immer noch unglaublich viel Gutes tun." Mit seiner ruhigen, fast andächtigen Stimme fasst Frank Schöberl in einem Satz zusammen, was er und sein Team im Hospiz Louise jeden Tag machen. Sie begleiten Sterbende auf ihrem letzten Weg. Und das seit inzwischen 23 Jahren. 1992, bei der Gründung, war die Einrichtung in der Weststadt die erste ihrer Art in der Region und erst die fünfte in Deutschland. Nun ist das Gebäude in die Jahre gekommen und räumlich an seine Grenzen gestoßen. Darum zieht das nach wie vor einzige Hospiz in Heidelberg Anfang nächsten Jahres um - in einen für mehr als 2,5 Millionen Euro sanierten und deutlich größeren Altbau.

Oase für die letzten Tage

Das klingt zunächst nicht unbedingt für alle wie eine gute Nachricht. Denn das aktuelle Haus wirkt genau wie das, was es sein soll: eine Oase für die letzten Tage des Lebens. Statt nach Krankenhaus riecht es hier nach Duftöl. Statt einem Speisesaal gibt es eine Wohnküche. Statt einem Aufenthaltsraum ein Wohnzimmer mit Sofa, Büchern, CDs und einem Klavier. Sprich: Es ist mehr Wohn- als Krankenhaus. So entspricht es dem Grundgedanken der modernen Hospizarbeit, deren Begründerin Cicely Saunders das folgendermaßen umschrieben hat: "Wir möchten nicht dem Leben mehr Tage geben, sondern den Tagen mehr Leben."

Doch so heimelig und anmutig das Gebäude ist, so alt ist es auch, sagt Hospiz-Leiter Schöberl: "Das hier ist renovierungsbedürftig nach 24 Jahren." Nicht nur, dass sich drei "Gäste" - wie sie die Kranken hier nennen, weil man sie wie solche und nicht wie Patienten behandeln will - ein Bad teilen müssen. Das Haus sei nicht barrierefrei und mit seinen fünf Zimmern längst zu klein, sagt Schöberl. Darum wird der Umzug schon länger geplant und freudig erwartet: "Wir sind glücklich, dass wir mit dem neuen Haus alle modernen Standards erfüllen können."

Der Orden der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul Freiburg, der das Hospiz betreibt und auch das benachbarte St. Josefskrankenhaus gründet hat, hatte praktischerweise noch ein Gebäude übrig, nur ein paar Schritte entfernt, direkt am Wilhelmsplatz. Früher lebten dort Schwesternschülerinnen und trafen sich Eltern, seit Sommer vergangenen Jahres wird das Haus nun saniert. Und wer vor der für Ende des Jahres geplanten Fertigstellung einen Blick hineinwerfen darf, bekommt eine Ahnung davon, dass das neue Gebäude dem alten in nichts nachstehen wird.

Noch ist es eine Baustelle, wo das Kreischen der Flex erklingt, es nach verbranntem Metall riecht und an die zehn Männer entweder mit Werkzeugen oder Plänen in den Händen hin und her laufen. Doch die Grundzüge sind klar erkennbar: die hohen Decken, die den acht Zimmern ein angenehmes Raumgefühl verleihen; die vielen Bäder, von denen nun eines zu jedem Zimmer gehört; und die mannshohen Fenster und Balkontüren, die das Leben in der Weststadt zumindest visuell ins Gebäude holen und andererseits Einblicke zulassen. "Für uns gehört das Thema Sterben mitten in die Gesellschaft", erklärt Schöberl. "Das darf sich ruhig auch räumlich widerspiegeln."

Umbau fast geplatzt

Auch der Schacht des Aufzugs ist gut erkennbar, der das Haus barrierefrei zugänglich macht - und das ganze Projekt fast noch hätte platzen lassen. Denn nach dem Einspruch eines Nachbarn musste er verlegt und in der Folge einiges umgeplant werden. "Das hat uns Zeit und Geld gekostet", sagt Schöberl. Ebenso wie der Dachstuhl, der sich als maroder herausgestellt hat, als man dachte.

So fehlen für den komplett durch Spenden finanzierten Umbau des Gebäudes noch etwa zehn Prozent der Gesamtsumme. Auch musste die Eröffnung um etwa ein halbes Jahr verschoben werden. Eines hat sich aber nicht geändert, sagt Schöberl: "Die Vorfreude ist riesig."

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 21.10.2015

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