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Umweltzone: Mehrere Stadtteile ab 1. Januar 2013 betroffen / Wichtige Durchgangsstraßen können weiter passiert werden

„Freie Fahrt“ nur noch mit grüner Plakette

Von unserem Redaktionsmitglied Agnes Polewka

Ab 1. Januar wird die gelbe Plakette auf diesem Schild am Neckarmünzplatz nicht mehr zu sehen sein.

© Rothe

Abgase strömen aus dem Auspuff eines Kleinwagens, der vor der Einfahrt eines Parkhauses in der Altstadt hält und darauf wartet, dass sich die Schranke hebt und Einfahrt gewährt. Die Gase verpuffen in der Luft, das Auto setzt sich in Bewegung - es ist vielleicht der letzte Besuch des kleinen Flitzers in der Altstadt. Denn auf der Windschutzscheibe klebt eine gelbe Umweltplakette. Ab dem 1. Januar 2013 dürfen nur noch Autos mit grüner Plakette in die Altstadt fahren, alle anderen "müssen draußen bleiben".

Die Verbote gelten in allen 23 Umweltzonen des Landes Baden-Württemberg und 13 bundesweit. In Heidelberg sind laut städtischem Umweltamt rund 3800 Autofahrer mit gelber Plakette betroffen. Zum Vergleich: "In der Stadt sind insgesamt zwischen 62 000 und 63 000 Fahrzeuge gemeldet", weiß Hubert Wipfler, der Stellvertretende Leiter des Umweltamtes.

Förderprogramm des Bundes

Die Einrichtung der Heidelberger Umweltzone und das damit verbundene Fahrverbot ist Teil des 2006 aufgestellten Luftreinhalteplans für den Regierungsbezirk Karlsruhe.

Dadurch soll der Anteil von Dieselruß und Stickoxiden in der Luft verringert werden. Der ADAC steht der Einrichtung skeptisch gegenüber. Dadurch hätten sich bislang keine nennenswerten Verbesserungen eingestellt.

Seit dem 1. Januar 2012 dürfen Autos mit roter, ab dem 1. Januar 2013 Fahrzeuge mit gelber Feinstaubplakette die Umweltzonen nicht mehr befahren.

Die Umweltzone in Heidelberg umfasst neben der kompletten Altstadt (ohne den Stadtwald) die Stadtteile Handschuhsheim (ohne das Handschuhsheimer Feld), Neuenheim (ohne das Neuenheimer Feld sowie den Siedlungsbereich nördlich der Neuenheimer und Ziegelhäuser Landstraße) und Bergheim. Auch die Weststadt (bis zum Czernyring), die Südstadt und Rohrbach können ab dem neuen Jahr nur noch von Fahrzeughaltern mit grüner Umweltplakette passiert werden.

Das Verbot gelte aber nicht für wichtige Durchgangsstraßen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. "Wenn man beispielsweise von der Autobahn abfährt, kann man auf der B 37 komplett am Neckar entlang bis zum Karlstor fahren und so die Umweltzone umfahren", erklärt Wipfler. Wer die Umweltzone vom Pfaffengrund aus ansteuert, dem stehen die Eppelheimer Straße, Czerny-Brücke und Czernyring offen, die an die Weststadt grenzen. "Auch die Speyerer Straße kann befahren werden", sagt Hubert Wipfler.

Auf der anderen Neckarseite lässt sich das "Sperrgebiet" in Handschuhsheim und Neuenheim von Dossenheim kommend über die Dossenheimer Landstraße und die Berliner Straße umfahren. Die Posselt- sowie die Uferstraße führen am Neckar entlang.

Nach Angaben der Stadt bleiben der Ost-West-verlaufende Durchgangsverkehr sowie die Zufahrt zum Neuenheimer Feld damit ohne Verkehrsbeschränkungen, während der von Norden kommende Verkehr problemlos nur bis zur B 37 fahren kann. Autofahrern, die sich der Umweltzone von Süden über die B 3 nähern, empfiehlt die Stadt über die B 535 und die Speyerer Straße oder über die Autobahn 5 auszuweichen.

"Fahrzeughalter, die ein Auto mit gelber Plakette besitzen, sollten ernsthaft darüber nachdenken, nachzurüsten, gerade bei uns in der Region", rät Wipfler und ergänzt: "Denn wer kauft hier in Zukunft noch einen gebrauchten Wagen, der über keine grüne Plakette verfügt?"

Der Bund bezuschusst Nachrüstungen mit einem Partikelminderungssystem, die bis einschließlich Dezember 2012 vorgenommen werden, mit 330 Euro. 2013 beträgt der Fördersatz 260 Euro. Infos zur Plakette und dem Förderprogramm hat die Stadt unter www.heidelberg.de/umweltzone zusammengestellt.

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 18.12.2012

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