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Käsefolter zum Aprilscherz

Archiv-Artikel vom Mittwoch, den 05.10.2016

Von Michaela Roßner zur Schweizer Hütte am Bismarckplatz

Michaela Roßner

Michaela Roßner

© red

Er kann sich nicht mehr wehren. Mit stoischer Gelassenheit und arrogantem Weitblick schaut der einstige Reichskanzler dem Anrücken der Schweizer in der Stadtmitte entgegen.

Just vor der Büste des Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen - dem Fürst von Bismarck - bauen Eidgenossen vier Monate lang ungeniert eine alte hölzerne Posthütte auf. Dort zelebrieren sie genüsslich das, was gerne Schweizer Gemütlichkeit genannt wird: In einem wohligen Ambiente Brotstücke in flüssigen Käse oder Fleischbrocken in Brühe tunken.

Bismarck selbst hat keinen Hehl daraus gemacht, dass er schon den Schweizer Nationalhelden Wilhelm Tell von Jugend an nicht mochte. Einige misslungene Scharmützel später war er dem Alpenvolk kaum besser gesonnen. Und nun das.

Von Asterix und Obelix wissen wir, dass Fondue leicht auch als Foltermethode verwendet werden könnte: Wer sein Brotstück in der Käsesuppe verliert, wird hinterhergeworfen. Wenig appetitliche Aussichten, zugegeben. Böse Zungen in der Stadt behaupten ohnehin, der Anblick des Bismarckplatzes könne einem übel aufstoßen.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts der Neckar-Hafenbau an dieser Stelle misslang und der Versuch schamhaft mit Schotter zugeschüttet wurde, kommen Heidelberger eher ungern hierher. Viele hatten es eher als gelungenen Aprilscherz gewertet, dass das Fleckchen Ende 1875 dem Reichskanzler quasi zum 60. Geburtstag geschenkt wurde.

Und so fristet Otto zwischen Bäumen auf einer schmucklosen Rasenfläche neben dominierenden Straßenbahnschienen ein eher einsames Dasein. Jede Abwechslung scheint da willkommen. Sollen sie nur anreisen, die Schweizer. Wir werden ihnen ihre Leckereien einfach wegfuttern.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 05.10.2016

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