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Städtepartnerschaften: Heidelberg und Montpellier in Südfrankreich sind seit mehr als 50 Jahren verschwistert

Kulturmetropole mit Genuss

Archiv-Artikel vom Mittwoch, den 23.07.2014

Von unserem Redaktionsmitglied Christian Beister

Der Place de la Comédie mit dem Brunnen der drei Grazien und der Oper (rechts) ist der zentrale Punkt Montpelliers.

© Ginot/zg

Gefüllte Teigtaschen mit Meeresfrüchten (Tielle à la sétoise), dazu ein Muscador - Karla Jauregui lacht, als sie die Leckereien ihrer Heimat aufzählt: "Jetzt bekomme ich Hunger." Die Leiterin des Montpellier-Hauses in der Altstadt weiß, wovon sie spricht. In Paris ist sie geboren, als Tochter einer deutschen Mutter und eines spanischen Vaters, in Montpellier ist sie aufgewachsen. Jauregui gerät ins Schwärmen, wenn sie von der Stadt im Süden Frankreichs erzählt - und den kulinarischen Genüssen wie "La Rouille", eine sämige, mit Fischbrühe hergestellte Sauce, in die man mit Käse und Knoblauchmayonnaise belegtes Brot eintaucht. Oder etwa eine spezielle Pastete, "le petit pâté de Pézenas", sowie die Vielfalt an Weinen - von klassischen Rebsorten aus dem Minervois bis hin zu modernen Cuvée-Weinen. Beliebt ist auch der Muscador-Sekt: "Er passt sehr gut als Aperitif oder zu einem Obstsalat", erklärt Jauregui. Bekannt ist die Stadt außerdem für ihre Butter, "la beurre de Montpellier".

Wer nun glaubt, Montpellier und die Region biete nur kulinarische Attraktion, liegt weit daneben. Die Partnerstadt von Heidelberg gilt auch als Hochburg für Festivals jeglicher Art. "Das Kulturleben ist hochinteressant", sagt Jauregui. "Es ist vergleichbar mit Heidelberg und Mannheim." Von Musik über Filme und Theater bis hin zum Tanz - in Montpellier sind einige der bekanntesten und beliebtesten Festivals Frankreichs beheimatet.

Viele Gemeinsamkeiten

Montpellier

Montpellier ist die Hauptstadt der Region Languedoc-Roussillon im Süden Frankreichs.

Die am Fluss Lez gelegene Stadt hat etwa 265 000 Einwohner. Zum Mittelmeer sind es rund zehn Kilometer.

Montpellier wurde im 10. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt.

Die medizinische Schule erhielt 1289 durch Papst Nikolaus IV. den Status einer Universität verliehen. Bis heute ist Montpellier eine der wichtigsten Studentenstädte in Frankreich. Jeder vierte Einwohner (60 000) ist an einer der zahlreichen Hochschulen eingeschrieben.

Ein berühmter Sohn der Stadt ist der Philosoph und Religionskritiker Auguste Comte.

Eine weitere Parallelität zu Heidelberg: Montpellier ist ebenfalls eine ausgesprochene Studentenstadt. Rund 60 000 der 265 000 Einwohner sind an einer der vielen Hochschulen eingeschrieben. "Montpellier passt genial zu Heidelberg", findet Jauregui, "es bestehen sehr viele Gemeinsamkeiten." Sogar der botanische Garten wurde in beiden Städten im gleichen Jahr, 1593, eingeweiht.

Bereits seit 1961 sind Heidelberg und Montpellier verschwistert. Wegbereiter waren die langjährigen Beziehungen der jeweiligen Universitäten. Inzwischen sind Partnerschaften von Stadtteilen hinzugekommen. Mehr als 25 Jahre besteht das Montpellier-Haus in der Kettengasse, das 1986 eingeweiht wurde - lange eine einzigartige Einrichtung in den deutsch-französischen Beziehungen. "Wir sind eine Art Botschaft für die Stadt", erklärt Jauregui. Die Internetseite des Montpellierhauses informiert Touristen auf Französisch, Gruppenausflüge erhalten Unterstützung und es gibt neben einem Weinkeller auch Zimmer für Studenten und andere Gäste. Regelmäßig unterstützt ein Praktikant für ein Jahr das Team um Jauregui, die den Heidelbergern rät, unbedingt Montpellier zu besuchen.

Die Stadt lerne man am besten bei einer Führung kennen, meint sie. Viele Häuser mit sehenswerten Innenhöfen seien oftmals von außen gar nicht als solche erkennbar. Die Stadt am Fluss Lez besticht durch eine gelungene Mischung aus Historie und Moderne, blickt - im 10. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt - nicht auf eine ganz so lange Vergangenheit wie andere zurück und zeigt sich vielleicht gerade deswegen offen für Neues. Historischen Schätzen wie der Kathedrale Saint-Pierre aus dem 14. Jahrhundert, dem Triumphbogen Porte du Peyrou von 1691, dem Aquädukt Saint-Clément oder der zentralen Place de la Comédie stehen etwa das neue Rathaus und der Kongresspalast gegenüber - und auch die Straßenbahnen. "Die muss man unbedingt gesehen haben", sagt Jauregui, "sie sind ein absoluter Blickfang." Eine orangefarbene Bahn zieren beispielsweise Blumen im Flower-Power-Stil - gestaltet wurden sie vom Modedesigner Christian Lacroix, der in Montpellier Kunstgeschichte studiert hatte. "Früher war die Stadt eingeschlafen", erzählt Jauregui. "Oberbürgermeister Georges Frêche hatte ihr aber wieder Leben eingehaucht."

Das Mittelmeer ist rund zehn Kilometer entfernt - und wird ausgiebig von den Bürgern genutzt. "Jeder geht an den Strand, auch nach der Arbeit", erzählt Jauregui. Die kulturellen, historischen und auch kulinarischen Höhepunkte Montpelliers erkundet man am besten im Frühjahr oder Herbst, verrät sie: "Wenn es in Heidelberg noch kühl ist, kann man in Montpellier bereits mit dem T-Shirt herumlaufen." Die heißen Monate Juli und August sollte man besser meiden, ebenso die eher regnerischen Tage im März und April. Auch Januar und Februar seien für einen Trip geeignet: "Dann ist die Luft so schön klar", sagt Jauregui.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 23.07.2014

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