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Städtepartnerschaft: Die Universitätsstadt ist seit fast 50 Jahren mit Heidelberg befreundet – und beide haben viel gemeinsam

Liebe zu Cambridge entdeckt

Archiv-Artikel vom Samstag, den 30.08.2014

Von unserem Redaktionsmitglied Christian Beister

Sehenswerter Blick: Die Kapelle des King's College der Universität erhebt sich von der Great St Mary's Church aus gesehen über die Stadt Cambridge.

© photolibrary.com/zg

Ursula Liedvogel gerät ins Schwärmen, wenn sie von der Stadt erzählt, die wie kaum eine andere für britische Eleganz steht: "Ich habe mich in Cambridge verliebt", sagt die Vorsitzende des Freundeskreises Heidelberg-Cambridge. Und diese Liebe hält mittlerweile schon einige Jahrzehnte: Als junges Mädchen kam sie einst für ein Jahr nach England, passte als Au-pair-Mädchen in der Familie eines Tierarztes in Sussex auf den Nachwuchs auf. Und lernte damals bereits die Gastfreundschaft der Briten kennen, die sie bis heute begeistert: "Man ist dort immer herzlich willkommen", betont die 76-Jährige.

Nach der Begeisterung für England kam die Zuneigung zu Cambridge, der weltbekannten Universitätsstadt rund 80 Kilometer nordöstlich von London, die viel mit der Partnerstadt Heidelberg gemeinsam hat: eine alte Universität, die große Bedeutung der Forschung, die vielen Studenten, die enorme Zahl an Radfahrern, das Flair - aber auch die hohen Lebenskosten: "Das kann man allerdings gar nicht mit Heidelberg vergleichen", gibt Liedvogel zu bedenken, "Cambridge ist noch viel teurer." Das tut der Begeisterung für die 120 000-Einwohner-Stadt, die sich regelmäßig im Ruderrennen mit dem Team der ebenfalls traditionsreichen Universität Oxford misst, keinen Abbruch: "Cambridge ist eine wunderschöne Stadt", erzählt Liedvogel begeistert. "Und das Universitätsgelände ist das Highlight."

Die 1209 gegründete University of Cambridge ist mit seiner mehr als 800 Jahre alten Geschichte eine der ältesten der Welt, hat mit am meisten Nobelpreisträger von allen Hochschulen hervorgebracht: Über 80 Nobelpreisträger und mehr als zwei Dutzend Staatsoberhäupter studierten dort. Cambridge ist eine Stadt, in der die wechselhafte Vergangenheit auch durch verschiedene Architekturstile deutlich wird. Nicht weniger als 31 Colleges gibt es. Sie prägen das studentische Leben und die Stadt gleichermaßen. Herausragend ist das King's College von 1441 mit seiner Kapelle: Weißer Kalkstein aus Yorkshire machte sie zu einem Meisterwerk spätgotischer Architektur. "Es wird viel geboten, auch die Umgebung ist schön", betont Liedvogel, die geschätzte zehn bis fünfzehnmal in der Stadt war und immer wieder von den kleinen viktorianischen Häuserzeilen angetan ist.

Cambridge

Cambridge liegt rund 80 Kilometer nordöstlich der britischen Hauptstadt London und ist seit 1965 Partnerstadt von Heidelberg.

Die Universitätsstadt hat etwa 120 000 Einwohner, darunter sind circa 22 500 Studenten.

Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt der Grafschaft Cambridgeshire sind die Universität mit dem King's College und der gotischen Kapelle.

Reger Austausch bis heute

Die beiden Universitätsstädte - das passte von Anfang an: 1965 wurde der Partnerschaftsvertrag unterzeichnet. Freundschaftliche Verbindungen reichen gar bis ins Jahr 1957 zurück, als Vertreter von Cambridge auf Veranlassung des Auswärtigen Amtes Heidelberg besuchten. Zwei Jahre später folgte der Gegenbesuch, immer mehr Jugendliche lernten schnell die Partnerstädte kennen. Der Austausch mit Cambridge ist bis heute rege, jährlich besuchen sich Mitglieder der Freundschaftsvereine und andere Interessierte gegenseitig. "Ich kann mich erinnern, wie wir 1987 noch mit sechs Bussen hingefahren sind", erzählt Liedvogel. Inzwischen hat sich vieles verändert: Es geht mittlerweile mit dem Flieger auf die Insel und die Gruppe ist deutlich geschrumpft - von 300 auf rund 50 Personen. Dennoch: "Es sind richtige Freundschaften entstanden", sagt Liedvogel.

Bleibt nur die leidige, im Bezug auf Großbritannien immer wiederkehrende Frage nach der Qualität des Essens. Liedvogel lacht. "Als ich als junges Mädchen dort war, kam ich mir oft vor wie ein Hase", erinnert sie sich an viele Mahlzeiten voller Rohkost: "Das Gemüse wurde einfach nur in Salzwasser gekocht - das fand ich schlimm." Das kulinarische Angebot habe sich aber seither um Welten verbessert, es gebe weitaus mehr als Fish and Chips - nicht nur wegen der zahlreichen indischen, chinesischen und italienischen Restaurants. Da wäre etwa der "Yorkshire Pudding" aus Eierteig, der als Beilage zu Steaks und Roastbeef gereicht wird und die gebürtige Schwäbin an "Pfitzaufs" erinnert. Apropos Roastbeef: "Das machen sie dort hervorragend", erzählt die 76-Jährige begeistert. Auch das Lamm zu Ostern sei ein Gaumenschmaus.

Und was gibt's dazu zu trinken? "Man bekommt inzwischen jeglichen Wein", sagt Liedvogel. Nicht landestypisch, aber lecker. "Nur das Bier ist anders - da fehlt der Schaum."

© Mannheimer Morgen, Samstag, 30.08.2014

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