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Nahverkehr: Gemeinderat entscheidet erst im Februar 2018 über Standort / Entwicklungskonzept Bergheim-West geplant

Lösung für Betriebshof vertagt

Von unserem Redaktionsmitglied Julian Eistetter

Der Betriebshof in der Bergheimer Straße weist erhebliche Mängel auf.

© rothe

Der alte Betriebshof der RNV in Bergheim ist rund 100 Jahre alt und nicht mehr den modernen Erfordernissen gewachsen.

Heidelberg. Die Frage nach dem zukünftigen Standort der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) in Heidelberg bleibt weiter unbeantwortet. Mit breiter Mehrheit stimmte der Gemeinderat jetzt einem Antrag der SPD-Fraktion zu, die Entscheidung um ein weiteres Jahr zu verschieben. Im Februar 2018 soll sich dann entscheiden, ob die RNV auf die Grünfläche am Großen Ochsenkopf in Wieblingen ziehen darf, oder ob es einen Neubau am jetzigen Standort in Bergheim-West gibt.

Bis dahin soll ein Entwicklungskonzept für Bergheim auf den Weg gebracht werden, dessen Ergebnis die Standortfrage maßgeblich beeinflussen wird. Ziel soll sein, unter Beteiligung der Bürger die Lebensqualität im Stadtteil deutlich zu erhöhen, heißt es im Antrag der SPD. Fällt die Entscheidung für die Fläche am Großen Ochsenkopf, so sollen zum Ausgleich mindestens 40 Prozent des Areals in der Bergheimer Straße zu öffentlichen Gründflächen werden. Zudem soll dort preisgünstiger und geförderter Wohnraum entstehen. Die RNV solle ihre Planungen für den Großen Ochsenkopf unterdessen parallel fortsetzen.

"Wir treffen hier eine wichtige und weitreichende Entscheidung für Bergheim und für die RNV", sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Anke Schuster. "Dementsprechende Sorgfalt ist bei der Standortwahl geboten." Dabei gelte es auch, Versäumnisse aus der Vergangenheit zu korrigieren. Schon als das Land eine Förderung von 75 Prozent für den Betriebshof abgelehnt hatte, hätte die Stadt einen Entwicklungsplan erstellen müssten. "Doch das Thema wurde einfach nach hinten verschoben", so Schuster. Nun sei es auch im Sinne der RNV, eine zügige Lösung zu finden. "Höchste Priorität muss aber Bergheim haben", sagt Schuster. "Und Bergheim gewinnt durch diesen Antrag."

Position geändert

Noch vor wenigen Wochen hatte die SPD den Standort am Großen Ochsenkopf klar abgelehnt. Mit dem Antrag bewegte sie sich ein gutes Stück auf die anderen Fraktionen zu. Entsprechend wohlwollend fielen die Reaktionen weitestgehend aus. "Es ist wichtig, sich ausreichend Zeit für die Suche zu nehmen", sagte Manuel Steinbrenner (Bündnis 90/Die Grünen). "Und dabei immer auch die Entwicklungschancen für Bergheim im Blick zu haben." Für Fraktionskollege Christoph Rothfuß war zuletzt ein Zeitdruck entstanden, "der der Tragweite der Entscheidung nicht gerecht wird." Seiner Ansicht nach ist der Große Ochsenkopf nach wie vor kein geeigneter Standort, da belastbare Zahlen zu Investitions- und Betriebskosten fehlen. Dem Antrag der SPD stimmte er aber zu.

Alexander Föhr (CDU) begrüßte, dass die SPD von ihrer ablehnenden Position den Großen Ochsenkopf betreffend abrückte. "Das zeugt von Mut und Verantwortungsbewusstsein", sagte er. Eine Aufwertung des Stadtteils Bergheim-West im Sinne der dort lebenden Menschen sei zwingend notwendig. "Der Standort hat mehr verdient. Wir lehnen es ab, Bergheim-West seinem Schicksal zu überlassen", so Föhr. Mit dem Entwicklungskonzept müsse nun die Analyse beginnen, was in der Bergheimer Straße sinnvoll ist. "Die Krankenschwester im Uniklinikum muss künftig auch in Bergheim wohnen, nicht mehr nur in Bammental", ließ er seine Vorstellungen erahnen.

Gegenwind von FDP

Wolfgang Lachenauer von den Heidelbergern bedauerte zwar, dass wieder keine Entscheidung gefällt wurde, sondern nur eine Verschiebung ("typisch für diesen Gemeinderat"), stimmte dem Antrag aber letztlich zu. Gegenwind bekam die SPD nur aus dem Lager der FDP. Für Michael Eckert ist es "unzumutbar, noch ein Jahr länger zu warten." Die Arbeitsbedingungen im sanierungsbedürftigen RNV-Betriebshof seien unverantwortlich. Die Flächen brauche Heidelberg zudem als Gewerbegebiet. "40 Prozent Grünflächen sind absolut nicht realisierbar", so Eckert.

Die beiden Gegenstimmen der FDP blieben jedoch die einzigen. Bei einer Enthaltung stimmten letztlich 41 der 44 anwesenden Stadträte für den Antrag der SPD. Auch Oberbürgermeister Eckart Würzner war erleichtert, dass der Große Ochsenkopf entgegen der Empfehlung des Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschusses weiter im Rennen ist. Nur mit dem Neubau in Wieblingen könnten die zehn Millionen Euro Fördergeld vom Land erschlossen und Bergheim aufwertet werden.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 17.02.2017

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